https://www.faz.net/-gv6-80dyg

Erfolgsrezept des Investors : Warren Buffett ernährt sich wie ein Sechsjähriger

Cola-Fan und selbst Investor: Warren Buffett Bild: AFP

Zum Frühstück gibt es Eis mit Schokoladenstückchen oder Salzgebäck, zu trinken eigentlich nur eins: Cola. Warren Buffett hat seine ganz eigene Strategie für ein langes Leben.

          2 Min.

          Die Ernährungswelt ist voll bizarrer Diätvorschläge, häufig benannt nach dem Erfinder der Methode. Die Atkins-Diät verbietet Abnehmwilligen Kartoffeln, Brot und Nudeln. Stattdessen sollen Sahne, Eier und Fleisch gegessen werden, gerne auch in rauhen Mengen. Bei der Mayr-Kur sind Brötchen erlaubt – sofern sie alt sind, am besten kombiniert mit Bittersalz.

          Judith Lembke

          Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Schon bald könnte der Diät-Kanon um einen Vorschlag reicher sein, um die sogenannte Buffett-Diät, benannt nach dem Starinvestor aus Nebraska. Ein anderer möglicher Titel wäre aber auch die „Kindertraum-Diät“ oder wahlweise „Elternhorror-Kur“. Denn die Ernährung des drittreichsten Mannes der Welt gleicht einem nie enden wollenden Kindergeburtstag. Zum Frühstück isst er Eis mit Schokoladenstückchen, manchmal aber auch Salzgebäck, hat er kürzlich in einem Interview mit dem amerikanischen Magazin „Fortune“ verraten.

          Zu trinken gibt es eigentlich nur eins: Cola. „Ein Viertel meines täglichen Kalorienbedarfs decke ich mit Coca-Cola“, sagt der 84 Jahre alte Amerikaner. Immerhin wechselt er im Tagesverlauf die Geschmacksrichtung: Zu Hause trinke er Cola mit Kirschgeschmack (Cherry Coke), wenn er jedoch am Schreibtisch seines Unternehmens Berkshire Hathaway sitze, halte er sich an normale Cola. Keinen Unterschied macht jedoch die Tageszeit: „Ich trinke drei Colas am Tag und zwei in der Nacht“, sagt er über sein Verhältnis zu dem koffeinhaltigen Wachmacher.

          Ob Buffett, der vielen Anlegern wegen seiner klugen Investment-Entscheidungen als Idol gilt, auch mit seiner Ernährung als Vorbild taugt, darf jedoch bezweifelt werden. John Stumpf, Vorstandsvorsitzender der amerikanischen Großbank Wells Fargo, machte sich nach einem Abendessen mit Buffett zumindest ernsthaft Sorgen: „Warren langt ordentlich zu“, wusste der Banker zu berichten und zählte zum Beweis T-Bone-Steak, Parmesan-Hähnchen, Kartoffeln und natürlich Cola auf. „Wenn das Essen kommt, versinkt Warren erst einmal in einem Schneesturm – aus Salz“, erzählte er weiter. Denn Buffett greife sowohl mit der linken als auch mit der rechten Hand zu einem Salzstreuer. „Nach dem Essen habe ich Warren empfohlen, einen Arzt aufzusuchen“, sagte Stumpf.

          Nach Buffetts – wohl nicht ganz ernst gemeinter – Erklärung, hat er sich bewusst für diese salz- und zuckerhaltige Ernährung entschieden, weil sie ein langes Leben verspreche. „Ich habe mir die Sterbetafeln angeschaut und die geringste Todesrate ist unter Sechsjährigen“, erklärt er seine Strategie. „Deshalb habe ich mich entschieden, mich wie ein Sechsjähriger zu ernähren. Das ist der sicherste Weg, den ich einschlagen kann.“

          Womöglich steckt allerdings auch noch eine andere Strategie hinter Buffetts offensivem Umgang mit seinen Essgewohnheiten: Schließlich besitzt Buffett 16 Milliarden Dollar an Coca-Cola, 9 Prozent des Marktkapitals. Und auch wenn Buffett der Kultbrause die Treue hält – immer mehr Menschen meiden das zuckerhaltige Getränk als Gesundheitsrisiko, das Image der Marke hat gelitten. Und auch an Utz, einem Salzgebäckhersteller aus Pennsylvania, dessen Kartoffelsticks Buffett gerne zum Frühstück isst, hat er nach eigener Aussage Interesse. Sollte der 84 Jahre alte Investor bald in schwarzer Lederkluft gesichtet werden, wäre das nur konsequent. Schließlich hat er vergangene Woche erst den Hamburger Motorradausrüster Louis gekauft.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Janine Wissler (Die Linke) im Oktober 2020

          Die Linke und Marx21 : Wie radikal ist Janine Wissler?

          Die extremistische Gruppe Marx21 hat Janine Wissler geprägt. Jetzt distanziert sich die Politikerin, die am Wochenende zur Ko-Vorsitzenden der Linkspartei gewählt werden soll, vorsichtig davon. Ist das glaubhaft?
          Ort der Übergabe? Die russische Botschaft in Berlin.

          Spionagevorwurf : Russischer Spitzel im Bundestag war offenbar Stasi-IM

          Der Generalbundesanwalt hat Anklage gegen einen Mann erhoben, der Grundrisse des Bundestages an den russischen Geheimdienst GRU weitergegeben haben soll. Offenbar handelt es sich um einen früheren Stasi-IM.
          Hochprofessionell: Cannabisplantage in Neuss

          Cannabis-Anbau in Deutschland : Da wachsen Probleme heran

          Cannabiskonsum drängt seit Jahren in die Mitte der Gesellschaft. Immer öfter werden illegale Cannabisplantagen ausgehoben. Die organisierte Kriminalität hat den Anbau regelrecht industrialisiert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.