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Emerging Markets : Investments in Nebenwerten aus Schwellenländern lohnen sich

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Christian Preussner, Experte für Schwellenländer-Aktien bei J.P. Morgan Asset Management Bild:

Deutsche Privatanleger scheuen oft zurück vor Aktien aus dem Ausland. Das gilt erst Recht bei kleinen Unternehmen. Dabei sind Nebenwerte aus Emerging Markets in den vergangenen Jahren erstaunlich gut gelaufen.

          Die weltweiten Boomregionen sind vor allem in Schwellenländern zu finden. Und das wird auch in den nächsten Jahren so bleiben. Aber obwohl diese Einschätzung mehrheitlich auch von den Privatanlegern geteilt wird, investieren sie bisher nur einen geringen Teil ihrer Gelder in den Emerging Markets.

          In den vergangenen Jahren hat sich diese Zurückhaltung allerdings rückblickend als klarer Fehler erwiesen. Ablesen lässt sich das am MSCI Emerging Market Small Cap-Index, der im Zeitraum von 2001 bis 2009 den breiten Schwellenländerindex in sechs von neun Jahren hinter sich gelassen hat. Die jährliche Volatilität hingegen betrug im gleichen Zeitraum 26,2 Prozent (MSCI Emerging Market Small Cap Index) im Vergleich zu 25,4 Prozent beim MSCI Emerging Markets-Index, lag also wie Bloombeg-Daten zeigen fast gleichauf.

          Vor dem Hintergrund dieses Ergebnisses kommen die Experten von J.P. Morgan Asset Management in einer Ausarbeitung zu dem Thema zu dem Schluss, dass es sich gerade in den Schwellenländern lohnt, auf kleinere und mittlere Unternehmen zu setzen: „Small Caps in den aufstrebenden Ländern bieten höhere Ertragschancen - trotzdem liegt ihre Volatilität fast auf dem Niveau des breiten Marktes. Damit weisen Schwellen¬länder Small Caps ein sehr attraktives Risikoprofil auf.“ sagt Christian Preussner, Experte für Schwellenländer-Aktien bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt. Somit unterscheiden sich Schwellenländer deutlich von den etablierten Märkten, denn langfristige Untersuchungen zeigen, dass die höheren Ertragschancen der Small Caps in den Industriestaaten auch eine höhere Schwankungsbreite mit sich bringen.

          Christoph Bergweiler, Vertriebsleiter bei J.P. Morgan Asset Management

          Marktineffizienzen bergen Gewinnchancen

          An einer fehlenden Auswahl kann die bisher zu beobachtende Zurückhaltung der Privatanleger ebenfalls nicht liegen. Denn die Anlageklasse der Schwellenländer-Aktien etabliert sich zunehmend und bietet dabei immer breitere Chancen. „In den vergangenen fünf Jahren gab es in den Emerging Markets jährlich rund 600 Börsengänge“, so Preussner. Durch dieses enorme Wachstum und die damit verbundene Liquidität ist heute ein viel größeres Anlagespektrum verfügbar. Preussner sieht insbesondere viele interessante kleine und mittlere Unternehmen. Rund 750 Large Caps in den Schwellenländern stehen heute über 1.800 Small Caps gegenüber.

          Darüber hinaus gibt es mehr als 3.500 weitere liquide Titel mit einem täglichen Handelsvolumen von mehr als 200 Millionen Dollar, die nicht in einem Index vertreten sind. Diese finden allerdings bisher wenig Beachtung bei Investoren: So gibt es zu vielen dieser Aktien kein oder nur wenig Analystenresearch. Rund ein Drittel der Titel wird gar nicht abgedeckt, weitere 22 Prozent nur von ein bis zwei Analysten -ein klassischer „Blue Chip“ wird dagegen von rund 50 Analysten beobachtet. „Die Ineffizienzen in diesem Marktsegment führen immer wieder zu Fehlbewertungen der Titel. Ein aktiver Manager kann davon profitieren. So weisen die Small Caps derzeit ein Preis-/Buchwert-Verhältnis von 1,4 im Vergleich zu 2,0 im klassischen Schwellenländer-Index auf“, so Preussner. Dies entspreche dem langfristigen Durchschnitt - von einer Überhitzung sei der Markt also noch weit entfernt.

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