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Einkommensteuer : Sparen mit Kassenbeiträgen

Bild: F.A.Z.

Manche nennen es schon das „dritte Konjunkturpaket“. Von Januar 2010 an können Bürger ihre Beiträge, die sie für die gesetzliche oder die private Kranken- und Pflegeversicherung zahlen, fast in voller Höhe von der Steuer absetzen.

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          Manche nennen es schon das „dritte Konjunkturpaket“. Denn dieses Gesetz wird die Bürger abermals kräftig entlasten: Von Januar 2010 an können sie ihre Beiträge, die sie für die gesetzliche oder die private Kranken- und Pflegeversicherung zahlen, fast in voller Höhe von der Steuer absetzen.

          Dyrk Scherff

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Das hatte das Bundesverfassungsgericht gefordert. Denn bisher konnten Ledige nur höchstens 2400 Euro und Verheiratete 4800 Euro als sonstige Vorsorgeaufwendungen für mehrere Versicherungen absetzen.

          Selbständige im Vorteil

          Die künftigen Regeln sehen vor: Die Ausgaben für die gesetzliche Krankenkasse können voll geltend gemacht werden, wenn kein Anspruch auf Krankentagegeld besteht. Das gilt bei Selbständigen. Arbeitnehmer hingegen dürfen nur 96 Prozent der Beiträge ansetzen. Prämien für Zusatzversicherungen werden nicht berücksichtigt, zum Beispiel für die Zahnersatz-Versicherung.

          Privat Versicherte dürfen so viel absetzen, wie sie für die Basisabsicherung bezahlen. Der Teil der Prämie, der zum Beispiel für Einbettzimmer oder eine Brillenversicherung anfällt, kann nicht geltend gemacht werden. Wie man das ausrechnet, soll eine Rechtsordnung festlegen, die vermutlich Pauschalen ansetzt. Der neue Basistarif, den die Privatversicherungen seit Januar anbieten, ist voll absetzbar.

          Adieu Unfallversicherung

          Sowohl gesetzlich als auch privat Versicherte dürfen nur die Beiträge ansetzen, die sie selbst getragen haben, nicht aber den Arbeitgeberanteil. Beide Gruppen müssen aber auch eine Einschränkung in Kauf nehmen: Künftig sind neben den Aufwendungen für das Alter nur noch die Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung absetzbar, aber nicht mehr zum Beispiel die Prämien für die Unfallversicherung. Für ein paar Steuerzahler könnte die Neuregelung darum ungünstig sein. Für sie wurde bis 2019 eine Günstigerprüfung eingeführt, die bei Benachteiligung die alte Regelung fortführt.

          Gesetzlich versicherte Familie im Nachteil

          Von den Neuregelung profitieren nicht alle gleichmäßig (siehe Tabelle). Begünstigt werden privat versicherte kinderreiche Familien, in denen nur ein Partner arbeitet. Denn sie zahlen besonders viel für die private Versicherung. Gutverdienende junge Singles können mehr absetzen, wenn sie gesetzlich versichert sind - weil sie dann meist einen höheren Beitrag haben als die privat Versicherten. Dafür habe ältere privat Versicherte meist mehr von der Neuregelung, weil ihre Prämien höher sind als in der gesetzlichen Kasse. Auch Singles profitieren mehr als Verheiratete, weil sie bei gleichem Gehalt meist mehr Steuern zahlen.

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