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Die Vermögensfrage : Die private Vermögensbilanz sorgt vielfach für Ernüchterung

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Eine Momentaufnahme der finanziellen Situation mit einer Vermögensbilanz macht deutlich: Die meisten Haushalte sind nicht bei den Banken, sondern bei sich selbst verschuldet. Selbständige sollten die Arbeitskraft, aber nicht jeden Cent in den Betrieb stecken.

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          Bilanzen sind Ansichtssache, und daher ist es kein Wunder, daß es im Wirtschaftsleben viele Bilanzen gibt. Jedes Werk ist richtig und falsch, weil in die jeweilige Gegenüberstellung der Guthaben und Verbindlichkeiten nicht nur harte Fakten, sondern auch weiche Zahlen einfließen, wieviel die einzelnen Positionen wert sind.

          Das kommt auch in der Privatbilanz zum Ausdruck, deren Finanzverträge in den letzten Vermögensfragen vorgestellt worden sind (Immobilien: Fundament der Anlage in der Privatbilanz; Inventur der Aktien und Anleihen meist ernüchternd; Einkommen und Konsum: Eckpfeiler der Privatbilanz). Heute ist die Stunde die Wahrheit. Jetzt wird ein Strich unter Anlagen und Kredite gezogen, um in groben Zügen zu sehen, wie der Manager mit seinen Finanzen dasteht.

          Aktivseite: Bargeld, Anleihen, Immobilien, Aktien

          Die Privatbilanz unterscheidet sich im Aufbau kaum von Unternehmensbilanzen. Auf der linken Seite stehen die Vermögenswerte, auf der rechten Seite ist zu sehen, wie die Dinge bezahlt worden sind, wie hoch die Verbindlichkeiten sind und wieviel Eigenkapital vorhanden ist. In der Gliederung der linken und der rechten Seiten gibt es aber Besonderheiten.

          In der vorliegenden Privatbilanz (siehe Graphik) ist die linke Seite in vier Klassen unterteilt: Bargeld, Anleihen, Immobilien und Aktien. Dahinter verbirgt sich der Gedanke, daß Rendite und Risiko von Klasse zu Klasse steigen. Bargeld sind Girokonten, Festgelder und Sparbücher. Zu den Anleihen, den Anlagen mit festem Zins, gehören Sparpläne, Rentenansprüche und Wertpapiere.

          Immobilien sind die dritte Klasse. Sie bestehen aus Häusern und Wohnungen, wobei es keine Rolle spielt, ob die Immobilien selbst genutzt oder vermietet werden. Genausowenig sollte darauf geachtet werden, ob es sich um eigenständige Liegenschaften oder um Anteile an Grundstücksgemeinschaften oder Immobilienfonds handelt. Alle Anlagen, die im weitesten Sinne etwas mit Beton und Steinen zu tun haben, also auch Steuersparmodelle, sind Immobilien und gehören in diese Klasse.

          Aktien bilden den Abschluß. Sie sind die Anlagen mit den höchsten Chancen und Risiken. Zu den Aktien zählen nicht nur die klassischen Anteile an Unternehmen wie Allianz, Henkel oder Volkswagen, sondern auch die Arbeitskraft von Angestellten und die Betriebe der Selbständigen.

          Passivseite: Kredit, Konsum und Vorsorge

          Die rechte Seite der Bilanz besteht ebenfalls aus vier Klassen: Kredite, Konsum, die Vorsorge und das Eigenkapital. Letzteres ist die Differenz zwischen Guthaben und Verbindlichkeiten und wird landläufig als Netto- oder Reinvermögen bezeichnet. Die einzelnen Klassen sind zum Teil in Gruppen untergliedert.

          Das Fremdkapital ist in Girokonten, Konsumkredite und Immobilienkredite unterteilt worden. Der Konsum umfaßt Grund- und Zusatzkonsum sowie Steuerschulden. Der Grundkonsum sind Ausgaben des täglichen Lebens, der Zusatzkonsum deckt die großen Ausgaben wie den Kauf eines Autos oder eine Weltreise ab. Bei der Vorsorge werden Prämien für Kranken-, Berufsunfähigkeits- und Lebensversicherungen erfaßt.

          Die abgebildete Privatbilanz besteht aus 16 Verträgen. Die Kasse umfaßt die 20.000 Euro, die der Anleger als Termingeld angelegt hat. Zu den Anleihen gehören die beiden Kapitalversicherungen, die 50.000 und 40.000 Euro wert sind, und die Pfandbriefe im Wert von 60.000 Euro. Die beiden Immobilien - das Eigenheim und die Wohnung - sind mit 500000 Euro bewertet. Bei den Aktien schlagen die Aktien selbst und das Humankapital mit 80.000 und 1.432.000 Euro zu Buche.

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