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Amerikanische Internet-Riesen : Die neuen fantastischen Vier

  • -Aktualisiert am

Börsenhändler an der New Yorker Börse. Amerikas Internetaktien sind weiterhin sehr beliebt unter den Anlegern. Bild: dpa

Die Abkürzung FANG steht an der Börse für scheinbar schnelle Aktiengewinne mit vier erfolgreichen amerikanischen Internet-Unternehmen. Mit einem Hype um vier Großbuchstaben haben Anleger aber schon viel Geld verloren.

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          Facebook, Amazon, Netflix Inc und Alphabet (ehemals Google) sind amerikanische Technologie-Unternehmen, die an der New Yorker Börse NASDAQ gelistet sind. Und alle vier Konzerne stehen bei Analysten und auch bei Anlegern hoch im Kurs. Daraus machten ein paar amerikanische Börsen-Experten eine neue Investment-Story: FANG. Die Abkürzung steht für die jeweiligen Anfangsbuchstaben der vier Unternehmen – noch bevor Google sich in die Buchstaben-Metamorphose begab und in Alphabet umtaufte.

          Entsprechend gibt es nun auch einen FANG-Index, dessen vier Werte nahezu täglich in den einschlägigen Börsensendern des amerikanischen Fernsehens im Detail unter die Lupe genommen wird. Im vergangenen Jahr hatte es auch wirklich Freude bereitet, in die „fantastischen Vier“ zu investieren. Mit einem ausgeglichenen Depot aus den FANG-Titeln war ein Plus von mehr als 80 Prozent möglich.  Das klingt überzeugend und scheint die neue Top-Geschichte am Anlegerhimmel zu sein, beeinflussen die vier Internet-Unternehmen doch mehr und mehr unser Leben und wachsen seit Jahren rasant. Während der Durchschnitt der Analysten die Kursziele dieser vier Aktien mehr als 20 Prozent über dem aktuellen Kurs ansiedelt, mahnen Zweifler die teilweisen hohen Kurs-Gewinn Verhältnisse dieser Unternehmen an. 

          Im Durchschnitt kommen die FANG-Titel nämlich auf ein imposantes dreistelliges KGV von mehr als 110. Das scheint aber immer weniger Anleger davon abzuhalten, auf diesen schnell fahrenden Zug zu springen, zumal die Hightech-Branche in den vergangenen zwei Jahrzehnten im Vergleich zum breiten amerikanischen Aktienindex S&P-500 besser abgeschnitten hat. Lediglich Aktien aus den konservativen Branchen Pharma und der dauerhaften Konsumgüter entwickelten sich noch besser.

          Technologie-Aktien sind in einer Börsen-Hausse stets für überdurchschnittliche Gewinne gut, in schwachen Marktzeiten neigen aber viele Investoren dazu, genau diese Werte wieder aus dem Depot zu nehmen und Gewinne zu realisieren. Wer dann den Trend verschläft, hat ein Problem im Depot.

          Einprägsame Formeln sind an den Börsen sehr beliebt. In den Sechziger und Siebziger Jahren etwa waren es die „Nifty Fifty“. Das waren 50 große Aktien an der New Yorker Börse,mit denen man angeblich nichts falsch machen konnte und die großteils die Hausse der frühen Siebziger trugen. Doch in der darauffolgenden Baisse waren es dann genau die „Nifty Fifty“, die sich - mit Ausnahmen - am schlechtesten schlugen. Bis heute gilt die Formel von den „Nifty Fifty“ als beispiel für unrealistische Erwartungen.

          Mit einem Kürzel aus vier Buchstaben haben Anleger gleichfalls schon ein Debakel erlebt. Mit dem Akronym „BRIC“ schürte in den 2000ern einen Hype, der am Ende vielen Privatanlegern schwer im Magen lag.

          Ähnlich wie heute mit den FANG-Aktien war es 2001 Jim O’Neill, damals Chefökonom von Goldman Sachs, der das große Wachstumspotential der Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China für die nächsten Jahrzehnte „entdeckte“ und unter dem Label BRIC einer großen Menge an Anlegern schmackhaft machte. Doch kein Hype hält ewig. BRIC-Produkte wie Fonds und ETFs sind Ladenhüter geworden, von den BRIC-Staaten ist heute nur noch China übrig.

          Indes muss ja nicht alles immer schief gehen. Als Anleger könnte man daher - insofern die wichtige Erkenntnis im Hinterkopf  verankert ist, dass kein Börsenhype ewig hält - sich die vier amerikanischen Internet-Aktien mit Hilfe eines Derivats ins Depot nehmen und Gewinne spätestens mitnehmen, sobald der positive Trend abklingt.

          Möglich ist dies etwa mit einem Index-Zertifikat der Deutschen Bank auf den FANG-Index. Es hat keine feste Laufzeit und nimmt an der Wertentwicklung der FANG-Aktien im gleichnamigen Index teil. Ein solches Index-Zertifikat ist durchaus eine charmante Möglichkeit an den Produkt-Innovationen, dem Wachstum und steigenden Aktienkursen von vier erfolgreichen Internet-Unternehmen unserer Zeit ein bisschen teilzuhaben. Es muss ja nicht ewig sein...

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