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Deutsche Oppenheim Family Office : Schwellenländer bieten langfristig beste Perspektiven

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Stefan Freytag, Vorstand Deutsche Oppenheim Bild: Deutsche Oppenheim

Neben Aktien hält die Deutsche Oppenheim auch Immobilien für eine lohnende Anlageklasse. Stefan Freytag ist der Vorstand des Family Office Deutsche Oppenheim.

          Welche Anlageklasse ist 2014 am empfehlenswertesten?

          Aufgrund unseres Basisszenarios einer weiter sehr expansiven Notenbankpolitik, einem leicht beschleunigenden Wachstum der Weltwirtschaft, niedriger Inflation und derzeit geringen systemischen und geopolitischen Risiken sollten sich die Aktienmärkte am besten entwickeln. Auch die Immobilienmärkte sollten von diesem Szenario weiter profitieren, wobei dies natürlich sehr stark von Region, Lage und Objekt abhängt.

          Wie werden sich Aktien 2014 entwickeln?

          Die Aktienmärkte profitieren derzeit von drei Faktoren: Erstens hält eine expansive Notenbankpolitik die Zinsen weiter sehr tief. Zweitens ermöglicht das weltweite Wachstum den Unternehmen bei gleichbleibend hohen Margen moderate Umsatz- und Gewinnsteigerungen. Drittens steht ein hohes Anlagevermögen immer noch in quasi „nicht rentierlichen“ Assetklassen zur Anlage bereit. Und viertens haben die systemischen und politischen Risiken deutlich abgenommen. Dieses Umfeld wird zu zumindest moderat steigenden Kursen führen.

          Wie sehen sie Dividendenaktien?

          Dividendenaktien entwickeln sich mittelfristig per se wie ihr Geschäftserfolg. Selbst Gesellschaften mit einst hohen Dividendenrenditen (Versorger, Telekoms) haben massive Kursverluste infolge der Schwächen in ihren Geschäftsmodellen erlitten. Deswegen kann man keine pauschale Antwort geben. Nachhaltige, hohe Dividendenfähigkeit bleibt aber ein Qualitätskriterium bei der Aktienauswahl.

          Wie werden sich Anleihen guter Bonität entwickeln?

          Im beschriebenen Umfeld sollten sich Anleihen guter Bonität eher unterdurchschnittlich entwickeln. Sie bleiben aber dennoch ein wichtiger Bestandteil eines ausgewogenen Portfolios, da sie als eine der wenigen Anlageklassen positiv auf eine deutliche Konjunktureintrübung oder systemische Risiken reagieren würden.

          Muss zur Erzielung zufriedenstellender Erträge das Risiko erhöht werden?

          Die Notenbanken haben die Investoren nahezu gezwungen, sich gegen ihre emotionale Empfindung zu stemmen und mehr Risiko einzugehen. Es muss aber auch immer wieder daran erinnert werden, dass die einst risikoarmen Anlagearten von gestern vielleicht die risikoreichen Anlagearten von morgen sind.

          Welche Anlagen eignen sich zur defensiven Positionierung bzw. Risikosteuerung eines gemischten Portfolios?

          Qualitätsaktien, Unternehmensanleihen, Pfandbriefe, Anlagen in Dollar, Gold beim Aufflammen systemischer Risiken.

          Sind Anlagen in Schwellenländern noch empfehlenswert?

          Mittel- und langfristig bieten die Schwellenländer immer noch die besten fundamentalen Perspektiven. Kurzfristig überlagern aber einige Problembereiche wie die Politik und das Anlegerverhalten diese Perspektive. Eine langfristig ausgelegtes Portfolio sollte dennoch diese Märkte als Investitionsmöglichkeit nicht außer Betracht lassen.

          Welche Regionen der Industrieländer sind als Anlageregion am attraktivsten?

          Wegen der Aufholeffekte und der Bewertung ist für uns der Euroraum am attraktivsten.

          Was ist ihr Worst-Case-Szenario für 2014?

          Wir sehen verschiedene Krisenszenarien, von denen viele miteinander verwoben sind und wiederum andere auslösen beziehungsweise diese verstärken. Erstens könnte der Ausstieg der amerikanischen Notenbank aus der bestehenden Politik einen fundamentalen Regimewechsel im Zins- und Liquiditätsgefüge einläuten und die Ausgleichsfunktion des billigen und reichhaltig zur Verfügung stehenden Geldes untergraben. Zweitens wäre es denkbar, dass die langsam in Gang gesetzte Erholung der Euro-Zone ins Stocken gerät. Der stark zunehmende politische Druck in den Problemländern, eine wieder aufkommende Bankenkrise, ein
          massiver Vertrauensverlust in die Reformfähigkeit oder andere negative Ansteckungseffekte könnten die Euro-Krise wieder aufleben lassen. Drittens könnte das Scheitern der „Abenomics“ in Japan zu massiven Turbulenzen am japanischen Kapitalmarkt führen, die auch die globalen Finanzmärkte belasten. Viertens könnte die nochmals zunehmende Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen in den Schwellenländern dort zu signifikanten Wachstumseinbußen führen, die sich im Rest der Welt bemerkbar machen. Fünftens wäre es möglich, dass Chinas Immobilienmarkt oder Schattenbanksystem massive Probleme bekommt. Sechstens könnte ein beschleunigter Anstieg der Vermögenspreise bei Aktien und Immobilien eine schnell wachsende Blase erzeugen, die dann plötzlich platzt. Und siebtens könnte ein Wiederaufflammen geopolitischer Spannungen im Nahen Osten zu einem Ölpreisschock führen.

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