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Deutsche Bank : Anleger können aus „Todeswette“ aussteigen

Die Anleger erhalten in Kürze ein Rückkaufangebot für ihre Lebensdauerzertifikate. Bild: dpa

Die Deutsche Bank hat ihren Anlegern angeboten, das umstrittene Lebensdauerzertifikat „db Kompass Life 3“ zurückzugeben. Der Fonds, der auf den Todeszeitpunkt von Menschen setzt, war wegen moralischer Bedenken in die Kritik geraten.

          Die Deutsche Bank bietet den rund 10.000 Anlegern den Ausstieg aus dem umstrittenen Lebensdauerzertifikat an. Als Grund nannte die Bank am Mittwoch die Diskussion um die Berechtigung des Produktes. Der geschlossene Fonds „db Kompass Life 3“ war im Jahr 2007 aufgelegt worden und weist ein Volumen von mehr als 200 Millionen Euro auf. Anders als bei den beiden Vorgängerprodukten „db Kompass Life 1“ und „db Kompass Life 2“ handelt es sich hier aber um keinen Fonds, der am Zweitmarkt Lebensversicherungspolicen aufgekauft hat.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Vielmehr wurde ein Portfolio aus 500 Personen aus den Vereinigten Staaten im Alter zwischen 70 und 90 Jahren zusammengestellt. Die Deutsche Bank hatte in einer Informationsbroschüre bei der Auflage des Fonds selbst darauf hingewiesen, dass die Wertentwicklung maßgeblich von der tatsächlichen Lebenszeit der Referenzpersonen bestimmt werde. Anleger hatten geklagt, weil angeblich veraltete Sterbetafeln verwendet worden waren. Dies war ihrer Ansicht nach der Grund für die enttäuschende Wertentwicklung des „db Kompass Life 3“.

          Ist die Wette auf die Lebensdauer von Personen sittenwidrig?

          Die Ombudsstelle des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) lehnte ein Schlichtungsverfahren ab, weil ihrer Ansicht nach ein Gericht klären müsse, ob die Wette auf die Lebensdauer eines ausgewählten Personenkreises sittenwidrig ist (F.A.Z. vom 7. Februar). Würde ein Gericht das Produkt als sittenwidrig einstufen, hätte die Deutsche Bank die Verträge mit den Anlegern rückabwickeln müssen.

          Dem kommt die Deutsche Bank nun zuvor. Die Anleger sollen in Kürze ein schriftliches Rückkaufangebot erhalten. Damit könnten sie ihr investiertes Kapital unter Abzug zwischenzeitlich erhaltener Zahlungen zurückerhalten, so die Deutsche Bank.

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