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Dänemark : Dänemark-Aktienfonds nutzen den Wirtschaftsboom

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Die Börse in Kopenhagen boomt. Bild: dpa

Dänemark boomt, von Deutschland aus kaum wahrgenommen. Entsprechend gut sind auch in Dänemark anlegende Aktienfonds gelaufen.

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          Daß auf türkische Anleihen setzende Rentenfonds in den vergangenen fünf Jahren diejenige Fondskategorie waren, die (immer noch) die zweitbeste Wertentwicklung aufweist, ist vielleicht noch verständlich. Daß auf Sicht von zwölf Monaten in Norwegen anlegende Aktienfonds die zweitbeste Position einnehmen, kann angesichts eines Ölpreises von rund 70 Dollar wenig überraschen. Doch daß ausgerechnet in Dänemark anlegende Aktienfonds im vergangenen Monat die zweitbeste Wertentwicklung aufweisen, ist vielleicht eine kleine Sensation.

          Im Durchschnitt brachte es die Fondskategorie auf einen Wertzuwachs von 6,33 Prozent. Deutschland und Amerika-Fonds schneiden dagegen deutlich unter dem Durchschnitt ab. Das Geheimnis ist eigentlich keines. Es ist bloß noch nicht wirklich ins Bewußtsein gedrungen, daß Dänemark nicht nur Käse, Butter und Bier zu bieten hat.

          Öl und Schiffe sorgen für den Aufschwung

          Vielmehr ist das Exportprodukt Nummer Eins unseres nördlichen Nachbarn ein Produkt, das die gute Entwicklung der Dänemark-Fonds praktisch gleich erklärt: Öl. Dänemark ist mittlerweile der drittgrößte Ölproduzent Europas nach Rußland und Norwegen. Gewonnen wird es vor der dänischen Südwestküste in der Nordsee.

          Bild: FAZ.NET

          Und da das schwarze Gold ja irgendwie an Land und übers Meer muß, bekommt die Erfolgsstory gleich noch ein Brüderchen: die dänische Schiffahrt. Vor allem in der Containerfracht sind die Dänen mit Abstand Weltmarktführer, allen voran der Konzern A.P. Moller Mærsk. Im Grunde ist bei Moeller Maersk die rot-weiße Story fast schon wieder zu Ende, denn Moller Mærsk beherrscht die dänische Wirtschaft in einem Ausmaß, daß anderswo der Inhaber zum Lieblingsgegner nicht nur der radikalen Linken würde. Das Unternehmen beherrscht auch die Börse - der dänische Leitindex KFX atmet mit der Aktie Moller Mærsk, der mit einem Marktwert von rund 40 Milliarden Euro allein 28 Prozent des Gesamtwertes aller 179 Werte stellt, die in Kopenhagen notiert sind.

          Dabei muß nicht alles zum Konzern gehören, was in Dänemark gut läuft. Der Schiffbau floriert derart, daß der dänische Wirtschaftsminister Bendt Bendtsen schon zur führenden europäischen Schiffahrtsnation aufsteigen will. Bereits jetzt betreiben dänische Reedereien - einschließlich der Mærsk Line - zehn Prozent der Welttonnage.

          KFX im Höhenrausch

          Das dänische Wirtschaftswachstum erreichte im zweiten Quartal mit 2,3 Prozent einen doppelt so hohen Wert wie der Euroraum. Gestützt wird der Aufschwung vor allem vom privaten Verbrauch. Reisen, Bauen, Kleider, Möbel und vor allem der Autokauf florieren. Dank der Steuerkürzungen der bürgerlichen Minderheitsregierung stieg das verfügbare Einkommen von Dänen trotz moderater Lohnerhöhungen noch stärker als ihre Ausgaben.

          Auch die Investitionen machen sich gut. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl bauen Dänen mehr neue Industrieanlagen als Deutsche oder Amerikaner. Eine steigende Industrieproduktion, wachsende Gewinne der großen Unternehmen in ihren Quartalsberichten, auch die zuletzt wieder steigende Inflation zeigen einen Aufschwung, der 2004 begann.

          Die dänische Börse befindet sich auch im Höhenrausch. Der KFX schrammt derzeit knapp an seinem Allzeithoch von 377,53 Punkten lang, das er erst vor wenigen Tagen markierte. Lediglich eine Aktie des KFX weist in den letzten zwölf Monaten eine negative Wertentwicklung von minus 1,15 Prozent auf. Novo Nordisk stürzten jeweils nach den Quartalsergebnissen ab - offenbar hatten sich Anleger mehr versprochen. Im Dow Jones liegt dagegen die Hälfte der Aktien im Minus, im S&P-500 immerhin noch ein rundes Viertel.

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