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Börsengehandelte Indexfonds : Die Commerzbank gibt ihr ETF-Geschäft auf

Commerzbank-Chef Martin Zielke baut das Bankinstitut um. Bild: Helmut Fricke

Die Commerzbank zieht sich aus dem Wachstumsmarkt mit börsengehandelten Indexfonds (ETF) zurück. Auch die Zertifikate-Sparte steht zur Diskussion.

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          Die Commerzbank räumt weiter im eigenen Haus auf. Das Bankinstitut zieht sich unter anderem aus dem Wachstumsmarkt mit börsengehandelten Indexfonds (ETF) zurück. Wie der Vorstandsvorsitzende Martin Zielke in London vor Investoren erklärte, soll die dafür zuständige Tochtergesellschaft Comstage gemeinsam mit den Abteilungen für die Emission und den Handel von Zertifikaten und anderen strukturierten Finanzprodukten abgespalten werden. Dafür soll erst eine rechtlich eigenständige Einheit gebildet werden, die dann „mittelfristig“ verkauft oder auch an die Börse gebracht werden soll. Wann genau das passieren soll, sagte Zielke nicht. „Wir werden dafür einen besseren Eigentümer finden“, sagte er. Das sei eher keine Bank.

          Tim Kanning
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Bank rechnet damit, dass sie durch die Abspaltung und die Aufgabe einiger weiterer Geschäfte im Investmentbanking 400 Millionen Euro Einnahmen im Jahr verliert. Etwa die Hälfte davon lasse sich aber durch den Wegfall der entsprechenden Kosten wieder hereinholen, hieß es in einer Präsentation.

          Verglichen mit den Vereinigten Staaten ist der ETF-Markt in Deutschland klein. Doch auch hierzulande entscheiden sich immer mehr Anleger, sowohl private wie auch professionelle, für die einfachen und sehr kostengünstigen Produkte. Die Fonds, die in der Regel einen Marktindex wie etwa den Dax abbilden, kosten deutlich weniger Gebühren als aktiv gemanagte Produkte, schneiden aber bei der Rendite in vielen Fällen besser ab als Fondsmanager, die ihr Portfolio je nach Marktlage umschichten.

          Im ETF-Markt ist die Commerzbank ein kleiner Spieler

          Gerade die sehr niedrigen Gebühren sorgen aber dafür, dass bei den Anbietern der Indexfonds wenig Ertrag hängen bleibt. So ist die Größe ein entscheidender Faktor. Und hier ist die Commerzbank mit Comstage ein relativ kleiner Spieler geblieben. Nach Daten der Deutschen Börse, deren Xetra-Plattform der wichtigste europäische Handelsplatz für ETF ist, kommt Comstage auf einen Marktanteil von gut 4 Prozent. Dominiert wird das Geschäft von der Fondsgesellschaft Blackrock, die mit ihrem Anbieter Ishares knapp die Hälfte des Marktes ausmacht.

          Die Deutsche Bank ist mit db-xtrackers zuletzt stark gewachsen und steht mit einem Marktanteil von 23 Prozent auf Platz 2 im Markt. Marktbeobachter erwarten eine weitere Konsolidierung unter den kleineren Anbietern. Im Zertifikatemarkt war die Commerzbank lange führend und stand etwa im März 2013 mit einem Anteil von 15,9 Prozent und 15 Milliarden Euro ausstehendem Volumen an der Spitze. Inzwischen steht sie laut Deutschem Derivate Verband mit einem Marktanteil von 7,3 Prozent und 4,5 Milliarden Euro ausstehendem Volumen nur noch auf Platz 7.

          Der Schritt ist Teil der neuen Strategie von Zielke, das Investmentbanking einzudampfen und das Kapitalmarktgeschäft stärker auf die Belange der Unternehmenskunden zuzuschneiden. Im Vordergrund stehe vor allem die Entlastung des von der Bankenaufsicht stark beachteten Kapitals. Durch die Abspaltung könne die Bank eine halbe Milliarde Euro Eigenkapital ins Kerngeschäft umleiten, das bisher in der Investmentbank gebunden sei, sagte Zielke vor den Investoren.

          Die Bilanzrisiken sinken mit der Umstrukturierung laut Commerzbank um rund sechs Milliarden Euro. Wenn die Bank die Geschäfte weitermachen würde wie bisher, würden wegen der verschärften Regulierung in den nächsten Jahren acht Milliarden Euro hinzukommen. Für die Inhaber von Commerzbank-Zertifikaten oder Comstage ETFs ändert sich nach Angaben der Bank nichts. Neue Produkte würden so lange im Namen der Commerzbank begeben, bis die neue Tochtergesellschaft ein eigenes Rating habe.

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