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China-Zertifikate : Enorme Kursgewinne

Freude über steigende Kurse gibt es hier regelmäßig: Händler in Hongkong Bild: AFP

Am Aufschwung der chinesischen Aktien können Anleger mit Zertifikaten teilhaben. Der Hang-Seng-China-Enterprises-Aktienindex umfasst 43 chinesische Unternehmen, die an der Börse Hongkong auch für Ausländer zugänglich sind.

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          Um 3,3 Prozent hat der Hang-Seng-China-Enterprises-Aktienindex am Montag zugelegt. Mit 20.194 Punkten notiert er nahe seines Höchststandes von Mitte Oktober. Als der Deutsche Aktienindex Dax am 13. Juli seinen bisherigen Höchststand erreichte, lag der chinesische Aktienindex noch bei 13.200 Punkten, am Jahresanfang bei etwas mehr als 10.000 Punkten und ein Jahr davor gerade einmal bei gut 5000 Punkten.

          Daniel Mohr

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Der Aktienindex umfasst 43 chinesische Unternehmen, die an der Börse Hongkong als H-Aktien notiert sind. Damit sind sie auch für Ausländer zugänglich. Wer sich als deutscher Anleger jedoch kein Urteil über einzelne chinesische Aktien zutraut, gleichwohl aber an eine weiter positive Entwicklung des chinesischen Aktienmarktes glaubt, kann mit Zertifikaten auf diesen Index von der Entwicklung in der einwohnerreichsten Volkswirtschaft der Erde profitieren.

          Kursverluste absichern

          Zahlreiche Anbieter offerieren ihren Kunden solche Produkte. Der Käufer partizipiert eins zu eins an der Kursentwicklung des Index, verzichtet auf die Dividenden der Unternehmen und trägt das Währungsrisiko. Zum Beispiel ist das Indexzertifikat auf den Hang Seng China Enterprises der Hypo-Vereinsbank in den vergangenen 12 Monaten wie der währungsbereinigte Index um rund 140 Prozent gestiegen. Der Unterschied zwischen Kaufpreis und Verkaufspreis des Zertifikats (“Spread“) liegt bei 0,4 Prozent.

          Wer der Entwicklung in China nicht ganz traut, kann sich ein Bonuszertifikat auf den Index kaufen. Hier sichert eine Barriere Kursverluste in einem bestimmten Umfang ab. Beispielsweise hat die Société Générale vor drei Wochen ein Bonuszertifikat auf den Hang Seng China Enterprises emittiert. Der Wert des Zertifikates liegt nahe bei einem Hundertstel des Indexstandes. Aktuell sind es rund 200 Euro, der Index steht bei 20.194 Punkten. Fällt er in der Laufzeit bis Mitte Juni 2009 nie unter den Wert von 15.000 Punkten, erhält der Zertifikatebesitzer mindestens 213 Euro je Zertifikat. Liegt der Index bei mehr als 21.300 Punkten, bekommt der Anleger ein Hundertstel des Punktestandes.

          Kaum Zugriff für Ausländer

          Sollte der Index zwischenzeitlich auf weniger als 15.000 Punkte gefallen sein, bekommt der Anleger auch ein Hundertstel des Punktestandes von Mitte Juni 2009. Das könnten dann aber in einem ungünstigen Fall 150 Euro je Zertifikat oder sogar deutlich weniger sein. Ein Währungsrisiko gibt es nicht, dafür erhält der Anleger auch keine Dividenden, und der Kaufpreis des Zertifikats liegt rund 3 Prozent höher als der Verkaufspreis.

          Besser noch als der Hang-Seng-Aktienindex haben sich die an den chinesischen Festlandbörsen Schanghai und Shenzen gehandelten Aktien entwickelt. Auf diese A-Aktien haben Ausländer jedoch fast keinen Zugriff. Ein Zertifikat gibt es gleichwohl: Die ABN Amro bietet ein Produkt auf einen Index der 50 größten A-Aktien aus Schanghai und Shenzen (WKN AA0DSV). Seit der Emission im Januar hat das Zertifikat um gut 120 Prozent an Wert gewonnen.

          Gleichwohl sind die A-Aktien an den Festlandsbörsen mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von jenseits der 40 recht teuer. Erst seit die Chinesen auch auf die in Hongkong gehandelten Titel besser zugreifen können, gleicht sich die Entwicklung etwas an. Die chinesischen Aktien in Hongkong (H-Aktien) kommen auf ein KGV von gut 30 auf Basis der Gewinnschätzungen für die nächsten 12 Monate.

          Neben der reinen Partizipation an den chinesischen Aktienindizes bieten sich den Anlegern jedoch auch viele Bonuszertifikate auf einzelne Aktien oder auch Zertifikate auf eigens zusammengestellte Indizes. So bietet die DWS in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Vermögensverwalter Harvest vier Produkte zu speziellen Themen wie zum Beispiel Infrastruktur und Urbanisierung.

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