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Charttechnik : Märkte dürften die jüngsten Tiefs erneut testen

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Welche Signale geben die Charts? Bild:

Während die maßgeblichen Börsenindizes sich in den vergangenen Tagen leicht von den Kursrückschlägen erholten, würde Mark Arbeter von S&P solche Avancen kurzfristig zu Verkäufen nutzen. Denn die Handelsvolumina seien zu gering.

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          Die internationalen Aktienmärkte stehen zumindest aus technischer Sicht vor weiteren Kursrückschlägen. Sie hätten sich in den vergangenen Tagen in einer Erholungsbewegung aus einer „überverkauften“ Situation befunden, erklärt Markttechniker Mark Arbeter von Standard & Poor's Equity Research.

          Sobald diese Erholung abgeschlossen sei, würden die Märkte eine mittelfristige Abwärtsbewegung wieder aufnehmen und zumindest die in den vergangenen Tagen erreichten Zwischentiefs erneut testen. Darauf deutet schon am Dienstag einiges hin. Denn die Märkte tendierten schon in Asien leichter als in den Vortagen. Diese Tendenz setzte sich in Europa fort und bringt auch die Wall Street in die Defensive.

          Markttechnik: Kursavancen für Verkäufe nutzen

          Diese Kursentwicklung mag einerseits unterstützt werden durch den anstehenden Verfall von Options- und Futureskontrakten an den Terminbörsen. Auf der anderen Seite sorgt auch der amerikanischen Immobilienmarkt für Schlagzeilen. Denn dort laufen die Geschäfte längst nicht mehr rund und einige der Hypothekarunternehmen, die im Geschäft mit Finanzierungsverträgen niedriger Qualität tätig waren, haben inzwischen Insolvenz angemeldet. Es geht die Sorge um, die Straffung von dadurch ausgelösten Kreditkonditionen könnte die Erholung des angeschlagenen Marktes verhindern.

          Arbeter argumentiert jedoch vor allem aus technischer Sicht und würde Kursavancen nach oben nutzen, um Schwellenländerwerte und jene Aktien zu verkaufen, die nach dem Zwischentief im Juni beziehungsweise Juli des vergangenen Jahres besonders gut gelaufen sind.

          Einer der vielen Gründe, die für ein rasches Auslaufen der Erholungsbewegung sprächen, sei das geringe Handelsvolumen, das während dieser Bewegung zu beobachten sei. Diese Beobachtung gelte sowohl für die New Stock Exchange, als auch für die Nasdaq. Das Handelsvolumen sei der „Treibstoff“ der Börse. Gehe es zurück, sei das ein schlechtes Zeichen.

          Sollte sich der Markt tatsächlich zurückziehen, um die jüngsten Tiefs zu testen, seien verschiedene Charakteristika wichtig. Erstens sollte dabei das Handelsvolumen zurückgehen, um auf diese Weise ein nachlassendes Verkaufsinteresse zu signalisieren. Das wäre dann ein positives Zeichen. Gleichzeitig sollten Momentum-Indikatoren und „marktinterne Daten“ möglichst viele Divergenzen zeigen. Es wäre es beispielsweise ermutigend, wenn sowohl der 14-Tages-Relative-Stärke-Index als auch die Anzahl der 52-Wochentiefs positive Divergenzen ausbilden würden. Drittens wäre es ein gutes Zeichen, wenn sich die Märkte nach dem erneuten Test der Tiefs mit starken Handelsvolumina deutlich erholen würden.

          Fällt der S&P 500 weitere fünf bis sieben Prozent?

          Im Moment sei es aus technischer Sicht kaum zu beurteilen, ob der Markt nach einem erneuten Erreichen der jüngsten Tiefs sich halten oder noch weiter nach unten laufen werde. Denn der vergangene „Ausverkauf“ sei rasch und dramatisch verlaufen und habe zu technisch „überverkauften“ Situationen geführt. In der Regel würden solche Zustände erst nach Korrekturen von sieben bis zehn Prozent nach einer Zeitperiode von einem oder zwei Monaten erreicht.

          Sollten die Tiefs ohne Erfolg getestet werden, sei im S&P 500 aus diesem Grund ein Rückschlag auf ein Niveau von 1.300 bis 1.326 Punkte möglich. Das entspräche einen weiteren Rückgang um fünf bis sieben Prozent. Denn bis zu diesem Kursniveau gebe es charttechnisch nur geringe Unterstützungsformationen.

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