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Charttechnik : Aktien-Rally nimmt Fahrt auf

  • -Aktualisiert am

Warten auf den besseren Einstiegspunkt, der nie kommt

Im Zuge der Erholung von einem Vier-Jahres-Tief scheint der Markt sehr oft viel zu schnell anzuziehen und treibt damit die technischen Tageswerte in extreme Höhen. Die Pullbacks sind nur flach oder fast nicht meßbar und alle Anleger, die nicht voll investiert sind, warten am Spielfeldrand auf einen besseren Einstiegspunkt, der aber nie kommt. Seit dem kleinen Pullback Ende September fand jede Pause in dieser Rally, gleich ob auf Intraday- oder Closing-Basis, Unterstützung in dem sehr kurzfristigen exponentiell gleitenden Durchschnitt (EMA) für 10 Tage. Sehr häufig geschieht es während mittelfristiger Aufwärtsbewegungen, daß die Pullbacks mindestens auf den 20-Tage-EMA zurückgehen, wenn nicht sogar auf den 50-Tage-EMA.

Das ist diesmal nicht der Fall und tatsächlich ist der Anstieg in der Bewegung des S&P-500 steiler geworden. Der Anstieg in der Bewegung wurde zunächst Ende September und dann noch einmal gegen Ende Oktober steiler. Mehrere Änderungen der Steigung während einer Aufwärtsentwicklung zeigen uns, daß nun mehr Geld vom Spielfeldrand hereinkommt, wenn die Anleger allmählich in das Rennen einsteigen. Wird die Steigung zu steil, kann dies ein Zeichen dafür sein, daß eine deutliche Pause oder ein Pullback eintreten wird.

Spielraum in den Put-Call-Ratios

Da viele das Geschehen beoachten, sind einige Sentiment-Indikatoren recht pessimistisch geblieben, während andere bisher noch nicht mit voller Begeisterung einsteigen. Das zeigt uns, daß die Rally noch weitergehen wird und daß viele einfach nicht glauben, daß die Kurse sich noch weiter nach oben entwickeln können. Die Put-Call-Ratios der Börse in Chicago (CBOE), die im Mai und Juni Rekordhöhen erreichten, sind nach wie vor leicht erhöht und keineswegs auf einem Niveau, wie es normalerweise einer mittelfristigen Abwärtsbewegung vorausgeht.

Das exponenzielle Put-Call-Verhältnis der CBOE für zehn Tage liegt immer noch bei 0,86, weit über dem Bereich von 0,60 bis 0,70, die in den vergangenen fünf Jahren kennzeichnend für mittelfristige Spitzen waren. Das 30-Tage Put-Call-Verhältnis der CBOE beträgt immer noch 0,90 und liegt damit weit über den Werten zwischen 0,70 und 0,80, die vor Höchstständen des Marktes zu beobachten waren.

Jüngster Pullback war zu erwarten

Diese Put-Call-Verhältnisse sind zwar von ihren vor kurzem erreichten Höchständen von 1,09 für 30 Tage und 1,20 für zehn Tage weit entfernt, dürften jedoch nach unserer Auffassung noch weiter zurückgehen. Derweil sich diese pessimistische Stimmung bei Optionen weiter entspannt, schafft dies nach unserer Einschätzung Aufwind für Aktien. Verkaufsoptionen werden verkauft und Kaufoptionen gekauft, was den Aufwärtstrend noch zusätzlich fördert.

Der S&P 500 erreichte den ursprünglichen Zielwert von 1.389, den wir vor einiger Zeit angegeben hatten. Dieses Ziel wurde aus Fibonacci-Projektionen auf der Grundlage des Umfangs der Korrektur von Mai bis Juli abgeleitet. Wir multiplizierten 0,618 mit dem Umfang der letzten Korrektur (102,07 Punkte), addierten dies dann zur Ausbruchsmarke oder dem Mai-Hoch und kamen so zu einer errechneten Bewegung bis 1.388,84.

Der Schlußstand am vergangenen Donnerstag betrug 1.389,08. Daher war ein Pullback in dieser Aufwärtsentwicklung nicht überraschend. Der exponenzielle gleitende Mittelwert für 10 Tage steht auf 1.373, während die kurzfristige Trendlinienunterstützung bei 1.375 und 1.370 ins Spiel kommt. Ein Rückgang bis zur niedrigeren Trendlinie würde bei der Projektion für eine Woche den Zielwert 1.350 ergeben.

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