https://www.faz.net/-gv6-qx6q

Charttechnik : Aktien müssen Federn lassen

  • -Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET

Eine starke Markterholung am Mittwoch vergangener Woche hat nicht zu anschließenden Aktienkäufen geführt. Daher erwarten wir, daß den jüngsten Kurstiefs weitere Tests bevorstehen.

          4 Min.

          Der amerikanische Aktienmarkt hat sich in der vergangenen Woche als widerstandsfähig erwiesen. Antrieb gaben Spekulationen, die amerikanische Notenbank Fed werde den Zinssatz wegen der wirtschaftlichen Schäden durch den Hurrikan „Katrina“ und angesichts der steigenden Ölpreise nicht so weit anheben, wie es zuletzt noch erwartet worden war.

          Der steile Rückgang vieler Zinsen am kurzen Marktende hat die Erwartung ausgedrückt, die Fed werde in der kommenden Zeit eine weniger rigide Zinspolitik verfolgen. Am Terminmarkt fielen die Fed Funds um 50 Basispunkte auf 3,00 Prozent. Dadurch wurde die seit Juni 2004 steigende Trendlinie unterbrochen.

          Die einjährigen Schatzwechsel sanken von ihrem Hoch von 3,95 Prozent in der Vorwoche auf 3,78 Prozent am vergangenen Donnerstag, während die zweijährigen Schatzwechsel auf 3,83 Prozent von 4,06 Prozent zurückgingen. Obwohl diese Bewegung bei den kurzfristigen Zinssätzen vorübergehend sein könnte, deutet sie unserer Ansicht nach auf die Erwartung hin, daß die Fed nun für etwas geldpolitische Entspannung sorgen könnte, nachdem sie seit Juni 2004 regelmäßig die Zinsen erhöht hat.

          Bild: FAZ.NET

          S&P 500 hat Rally zum Teil nachgezeichnet

          Wir sind der Meinung, daß ein Teil der Reaktion der vergangenen Woche auf technische Faktoren zurückgeht. Der S&P 500 hatte sich in einen Bereich bewegt, wo zahlreiche Unterstützungszonen liegen. Darüber hinaus war der Index auf Tagesbasis überkauft.

          Der S&P 500 hat eine sehr dichte Unterstützungszone zwischen 1183 und 1205 Punkten. Zwischen diesen beiden Niveaus kommt die Unterstützung, die auf eine kleine Konsolidierung im Juni und Juli zurückgeht. Der exponentielle gleitende 150-Tage-Durchschnitt liegt bei 1199 Punkten, der einfache 200-Tage-Durchschnitt befindet sich bei 1196, während der exponentielle gleitende 200-Tage-Durchschnitt bei 1190 Punkten liegt.

          Zu 38,2 Prozent hat der Index die Rally von April bis Anfang August nachgezeichnet und zielt auf das Niveau von 1204 Punkten, während bei 1191 Punkten die jüngste Rally zu 50 Prozent nachgezeichnet ist. Mittelfristige Unterstützung der Trendlinie von den Tiefs vom August 2004 und April 2005 kommt im Bereich von 1190 Punkten. Darüber hinaus hat der Index das untere Bollingerband berührt, was oftmals als Unterstützung wirkt.

          Die nächsten Wochen sind entscheidend

          Die starke Rally vom vergangenen Mittwoch und die darauf folgenden kleineren Gewinne am Donnerstag haben den S&P 500 direkt zu seinem Anfangswiderstand geführt. Die Trendlinie, die auf die jüngsten Hochs seit Anfang August zurückgeht, kommt im Bereich von 1.222 Punkten - genau dort, wo der Index am vergangenen Donnerstag geschlossen hat. In dieser Zone gibt es ebenfalls einen kleinen Widerstand. Das mittlere Bollingerband, das dem einfachen gleitenden 20-Tage-Durchschnitt entspricht, liegt auch bei 1.222 Punkten.

          Da die Käufe am vergangenen Donnerstag und Freitag jedoch nicht anhielten, scheint es, als müßten die jüngsten Tiefs abermals getestet werden, bevor ein weiterer Versuch nach oben in Angriff genommen werden kann. Wir achten immer noch darauf, ob die jüngsten Tiefs halten. Ein leichter Umsatztest könnte unserer Einschätzung nach allerdings Wunder bewirken und den derzeitigen Trend nach oben schrauben. Aus diesem Grund halten wir die Entwicklung in dieser und der kommenden Woche aus mittelfristiger Sicht für sehr wichtig.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wieder unterwegs, aber es gibt zu wenig Impfstoff: im „Impfexpress“ in Frankfurt am Main.

          Impfkampagne : Es ist zum Verzweifeln

          Schlange stehen, Engpässe, Impf-Tohuwabohu und nun doch die Impfpflicht. Man möchte laut rufen: Der Staat ist um des Menschen willen da, nicht der Mensch um des Staates willen.
          
              Will eine Impfpflicht einführen: Olaf Scholz kommt zum Bund-Länder-Treffen im Bundeskanzleramt an

          Corona-Politik : SPD und Union gehen getrennte Wege

          Noch regiert die große Koalition. Bei den Verhandlungen über neue Corona-Maßnahmen zeigen beide Partner den Willen zu einer allgemeinen Impfpflicht. Doch es wird auch klar, dass sie sich in Kürze trennen.
          Besonders schwere Fälle können nicht mehr verlegt werden, weil der Transport aufwändig ist.

          Patienten-Transporte : „Die Leute können nicht mehr“

          Erst half Deutschland seinen Nachbarländern – nun ist das Gegenteil der Fall: Corona-Patienten müssen ins Ausland verlegt werden. Nicht nur Bayern will auf internationale Hilfe setzen.
          Beratungszimmer vor dem Sitzungssaal im Bundesverfassungsgericht

          Urteil zur Bundesnotbremse : Karlsruhes Richtschnur für die Corona-Politik

          Erstmals äußert sich das Bundesverfassungsgericht zu den schwersten Grundrechtseingriffen in der Geschichte der Bundesrepublik – und sagt, dass sie alle zulässig waren. Für die Ampel-Parteien kommt der Richterspruch zur rechten Zeit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.