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Charlemagne Capital : Neuer Fonds erschließt die letzten verbliebenen Exotenbörsen

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Bild: Charlemagne

Auf der Investmentlandkarte gibt es bald keine weißen Flecken mehr. Diesen Trend bestätigt auch der neue Magna New Frontiers Fund. Mit Investments in exotischen Märkten wie der Mongolei soll hier Mehrwert für die Anleger geschaffen werden.

          Die Gründe für die Anlageidee, die dem Magna New Frontiers Fund zu Grunde liegen, klingen durchaus einleuchtend. So winkt vielen dieser Grenzländer ähnlich wie den Emerging Markets allgemein in den kommenden Jahren ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum.

          Doch nicht nur die Volkswirtschaften haben Nachholbedarf, sondern auch die dortigen Börsen. Denn deren Performance hinkte zuletzt hinter jener der Schwellenländer insgesamt hinterher. Anders als beim großen Bruder sind auch die Abstände zu den ehemaligen Rekordkursen in der Regel noch relativ groß. Und ein weiterer Pluspunkt: Die Korrelation, also der Gleichlauf mit den Kursbewegungen an den Weltbörsen war in der Vergangenheit relativ gering wie ein Vergleich mit dem MSCI World Index zeigt (siehe Grafiken).

          Managementteam hat viel Erfahrung

          Außerdem gibt es in diesen Finanzmärkten aufgrund ihrer Unterentwickeltheit viele Anlagechancen für Anlagepioniere. Das ist ein Umfeld, in dem sich Charlemagne Capital wohl fühlt. Denn der Investmentmanager hat bereits seit Mitte der 90er-Jahre Übung im Identifizieren von Ineffizienzen in den Emerging Markets.

          Sogar schon seit mehr als 20 Jahren ist der zuständige Fondsmanager Stefan Böttcher an den Börsen der Schwellenländer aktiv. Und nicht zuletzt aufgrund dieser Erfahrung ist er sich sicher: „Bei den Zielmärkten des Magna New Frontiers Fund handelt es sich um ideale Börsen für Stock-Picker, wie wir es sind.“

          Den Vergleichmaßstab schlagen will er unter anderem durch das Ausnutzen von Spezialsituationen wie vorbörsliche IPOs. Zudem sind die 24 Charlemagne-Investmentspezialisten viel auf Reisen, um durch Präsenz vor Ort den entscheidenden Schritt schneller zu sein als die Konkurrenten. Böttcher vertraut außerdem einem Investmentansatz, der die Analyse von Unternehmen mit einer übergeordneten volkswirtschaftlichen Betrachtungsweise kombiniert. „Aus meiner Sicht ist so eine Vorgehensweise an den Frontier Märkten ganz besonders wichtig“, schlussfolgert er aufgrund seiner Erfahrungen.

          Indexunabhängiges Agieren zeigt sich am Ausstieg im Nahen Osten

          Ein sehr wichtiger Erfolgsfaktor an diesen Märkten ist es für Böttcher auch, sich nicht zu sehr an einen Vergleichsmaßstab wie den MSCI Frontier Markets Index zu klammern. „Denn die besten Anlagechancen lassen sich außerhalb der Indizes finden“, weiß er zu berichten. Die Freiheiten, die ihm die Regularien des Fonds lassen, nutzt er gezielt aus. So weist der Fonds, den es bereits gibt, aber bisher noch nicht in Deutschland vertrieben wurde, derzeit eine hohe Liquidität von rund 25 Prozent auf.

          Auch hat er sich wegen der dortigen Unruhen im Februar komplett aus Aktien aus dem Nahen Osten zurückgezogen. Das wird sich spätestens nach Beruhigung der Lage sicherlich auch wieder ändern. Eine so hohe Gewichtung der Anlageregion Naher Osten, wie das mit mehr als 50 Prozent im MSCI Frontier Market Index der Fall ist, strebt Böttcher aber auf keinen Fall an.

          Das Konzept, das wegen der Enge der Zielmärkte auch eine Begrenzung des Fondsvolumens auf maximal 100 Millionen Euro vorsieht, scheint aufzugehen. Zumindest hat der bereits bestehende Frontier Market Fonds bisher ganz gut abgeschnitten. Im Vorjahr betrug die Wertentwicklung des Fonds 26,83 Prozent, während der MSCI Emerging Markets Index um 18,88 Prozent gestiegen ist. Und auch in diesem Jahr wurde bis Ende Februar bei einem Fonds-Plus von 6,13 Prozent die Benchmark geschlagen (minus 3,62 Prozent).

          Mongolei zählt zu den favorisierten Börsen

          Um auch künftig den Vergleichsmaßstab zu schlagen, setzt Böttcher derzeit vor allem auf Aktien aus Kasachstan, Rumänien und der Mongolei. Speziell in der Mongolei wittert er nicht zuletzt wegen des Rohstoffreichtums des Landes gute Chancen. „Dieser Markt wird auf mittlere Sicht einer der wichtigsten Tätigkeitsfelder sein“, ist er sich sicher. Derzeit gefällt ihm dort unter anderem die Aktie der Mongolian Mining Corp. Das Kohleunternehmen plant die Produktion von im Vorjahr vier Millionen Tonnen bis 2013 auf 11,3 Millionen Tonnen zu steigern. Und der Verkauf dieser Kohle dürfte wegen der geografischen Nähe zu China kein Problem darstellen.

          Wer sich für den Magna New Frontiers Fund (Isin IE00B68FF474) interessiert, der kann das Produkt derzeit bei den gängigen Plattformen zeichnen. Fällig wird dabei eine Ausgabegebühr von fünf Prozent. Außerdem wird eine jährliche Verwaltungsgebühr von 1,95 Prozent erhoben und eine Performance-Fee von 20 Prozent, wenn der MSCI Frontier Markets Index geschlagen wird.

          Allerdings tun sich einige Exotenbörsen in diesem Jahr bisher etwas schwer. Das dürfte auch damit zu tun haben, dass in vielen aufstrebenden Volkswirtschaften die Inflation steigt und im Kampf dagegen die Zinsen angehoben werden müssen. Und solange wie dieser Prozess nicht abgeschlossen ist, besteht für etwaige Engagements vermutlich keine Eile. Wer sein Depot breit aufstellen und die Chancen der Emerging Markets langfristig nutzen will, der dürfte aber auf lange Sicht dank der großen Erfahrung der Verantwortlichen in dem Produkt ganz gut aufgehoben sein.

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