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CDax-Fonds : "Gute Gelegenheiten genutzt"

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Seit den Panikverkäufen im September der größe Posten im Fonds: Die Allianz-Aktie Bild: ZB- Fotoreport

Auf Substanzwerte aus dem CDax konzentriert sich Fondsmanager Hans-Peter Schupp beim „Julius Bär German Value Stock“.

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          Investoren mögen Substanz - noch jedenfalls. Seit dem Absturz der TMT-Titel (Telekommunikation, Medien, Technologie) nicht die schlechteste Wahl. So zeichnen sich Aktienfonds, deren Manager hauptsächlich in seit längerem wieder viel gelobte „Value-Werte“ investieren, durch eine vergleichsweise robuste Performance aus. Immerhin: Die Verluste waren deutlich niedriger als bei Branchenprodukten, die überwiegend Tech- und Telekom-Titel enthalten.

          Bei den Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland zählt der „Julius Bär German Value Stock“ im Jahresvergleich zu den Besten. Die Werteinbuße betrug 15 Prozent - ein Klacks verglichen mit den „roten Zahlen“ der meisten Konkurrenten. Hans-Peter Schupp, der verantwortlich ist für das Auf und Ab des Fonds, pflegt nach eigenen Angaben einen „aktiven Managementstil. Unser Ziel ist eine möglichst hohe Wertentwicklung, die sich an der Performance des CDax orientiert“, erläutert der Aktienstratege. Diese Benchmark, auch „Composite Dax“ genannt, enthält alle in Frankfurt amtlich notierten Werte. Folge: Fondsmanager Schupp darf - zumindest theoretisch - in fast sämtliche deutschen Aktien investieren.

          Telekom-Kurs künstlich hochgehalten?

          Gleichwohl stammen im Fonds von mehr als 80 Einzeltiteln rund zwei Drittel aus dem deutschen Aktienindex Dax. Tendenziell habe man, so Schupp, in den vergangenen Wochen Deutsche Telekom und Linde abgebaut. Zum Ausgleich sei das Engagement etwa bei MAN, VW und der HypoVereinsbank aufgestockt worden. „In den Wochen nach dem 11. September zeigte die T-Aktie im Umfeld stark fallender Kurse eine recht moderate Entwicklung. Das ist für uns ein Indiz, dass der Kurs künstlich hochgehalten wurde“, glaubt Hans-Peter Schupp. Seine Konsequenz: „Dem Risiko nun fallender Kurse haben wir uns lieber durch einen Abbau unserer Position entzogen.“

          Seine Aktienkäufe in jüngster Zeit begründet der Julius-Bär-Experte wie folgt: „Bei MAN und der HypoVereinsbank lohnte sich der Kauf, weil diese Aktien übermäßig stark gefallen waren.“ Schupp betont aber auch, dass er nach den Terror-Attacken vom 11. September „nicht besonders viel gemacht“ habe. Die Konsequenz: „Weil wir immer voll investiert sind, mussten wir Titel verkaufen, um andere aufbauen zu können“, erläutert der Fondsmanager.

          Dies bedeutet: Es wurden eher Auswahl und Gewichtung von Einzeltiteln verändert, wo man gute Einstiegschancen oder auch Verkaufsgelegenheiten sah. „Hier und da haben wir vereinzelt Positionen aufgebaut, wo wir Panikverkäufe gesehen haben“, sagt Schupp rückblickend.
          Wie der Manager in den vergangenen Wochen agiert hat, zeigt am besten eine Gegenüberstellung der zehn größten Positionen vom Juli und vom Oktober. Mittlerweile haben die beiden Versicherer Allianz und Münchener Rück eine spürbar höhere Gewichtung. Der Anteil von T-Aktien wurde deutlich reduziert, der von Bayer graduell. Neu unter den Top Ten im Oktober sind die Stämme und Vorzüge von Volkswagen sowie die RWE-Aktie (siehe Tabelle unten).

          Die wichtigsten Fakten zum Fonds: Der „Julius Bär German Value Stock“ (WKN: 973 020) wurde am 15. Dezember 1993 aufgelegt. Momentan beträgt das Fondsvolumen rund 330 Millionen Euro nach zirka 470 Millionen Euro im Sommer. Der Ausgabeaufschlag beträgt je nach Vertriebspartner zwischen null und fünf Prozent, die jährliche Managementgebühr 1,6 Prozent.

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