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Carmignac schwärmt für Schwellenländer : „Mexiko ist das Deutschland von Lateinamerika“

Mexiko: neuer Liebling der französischen Fondsgesellschaft Carmignac Bild: Rainer Erlinger

Für Carmignac bietet die Abkehr der Anleger von den Schwellenländern attraktive Kaufgelegenheiten. Der Rentenfonds will sich vor allem auf Wertpapiere aus China, Mexiko und Indien konzentrieren.

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          Die Abkehr der Anleger von den Schwellenländern habe die Züge einer „Panik“ angenommen und biete daher Kaufgelegenheiten. Diese Ansicht haben Vertreter der französischen Fondsgesellschaft Carmignac am Montag auf einer Pressekonferenz in Paris vertreten. „Die Marktbewertungen sind sehr attraktiv geworden“, sagte Fondsmanager Frédéric Leroux. Die aktuelle Periode des „Übergangs“ werde zwar aufgrund des Liquiditätsentzugs durch die amerikanische Notenbank noch eine Weile weitergehen, „doch das Wachstumspotential bleibt intakt“.

          Christian Schubert
          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Carmignac will sich künftig aber auf eine strenge Auswahl von Wertpapieren konzentrieren – vor allem in China, Mexiko und Indien. Mexiko ist ein neuer Liebling der französischen Fondsgesellschaft, die in diesem Jahr 25 Jahre alt wird. Das Land habe makroökonomische Reformen eingeleitet und den Markt für Telekom- und Energieunternehmen reformiert. Die Lohnsteigerungen hielten sich in Grenzen, während sie in China steil nach oben gingen. „Mexiko ist das Deutschland von Lateinamerika“, meint Fondsmanager Jean Médecin. Das Land werde auch vom Aufschwung in den Vereinigten Staaten profitieren.

          Kein Erfolg mit Wachstumsländern in der Vergangenheit

          In jüngerer Vergangenheit hat sich Carmignac allerdings in etlichen Wachstumsländern eine blutige Nase geholt. Der Schwellenländer-Fonds Carmignac Portfolio Emerging Patrimoine verlor 2013 um 13,6 Prozent an Wert. Der Referenzindex (eine Mischung aus MSCI-EM sowie JP Morgan GBI-EM) büßte dagegen nur 9,9 Prozent ein. Carmignac hat sein Engagement in den Schwellenländern insgesamt daher zurückgefahren. Ende Dezember waren nur noch knapp 20 Prozent der Mittel in den Wachstumsländern investiert und damit rund 8 Prozentpunkte weniger als ein Jahr davor.

          Bild: F.A.Z.

          Viel mehr Vertrauen setzt die Fondsgesellschaft in die Vereinigten Staaten. Künftig werde sich der Blick auf die Fundamentaldaten von Volkswirtschaften verstärken, während die Geldzufuhr durch die Zentralbanken in den Hintergrund trete, sagte Didier Saint-Georges, da lägen die Vereinigten Staaten aufgrund ihrer Wachstumserholung gut im Trend.

          Carmignac hat die in Amerika investierten Mittel 2013 von 8 Prozent auf gut 25 Prozent des Gesamtportfolios angehoben. Die Gewinnmargen der amerikanischen Unternehmen hätten sich kräftig erholt und könnten demnächst zu einem Investmentboom führen, meint Fondsmanager Leroux. Voraussetzung sei allerdings, dass die Fed den Liquiditätshahn nicht zu rasch abdrehe.

          Das Fonds-Flaggschiff hat unterdurchschnittlich abgeschnitten

          Auch die Exporte würden jetzt wieder positiv zum Wachstum beitragen. Die Importe blieben dagegen auf niedrigem Niveau. Das Fonds-Flaggschiff von Carmignac, der Carmignac Patrimoine, hat 2013 unterdurchschnittlich abgeschnitten – zum dritten Mal hintereinander. Erst habe man die Wende bei den Bankaktien und später das angekündigte Ende der amerikanischen Fed-Geldspritzen verpasst, räumte Saint-Georges ein. Der Carmignac Patrimoine kam auf eine Wertsteigerung von 3,5 Prozent, was sich mit einem Plus von 4,7 Prozent bei einem Referenzindex (MSCI und Citigroup WGBI) vergleicht. Besonders schwach hat der Fonds Grande Europe abgeschlossen.

          Bei einer Wertsteigerung von nur 8,6 Prozent gingen die Kursgewinne der europäischen Börsen an diesem Fonds weitgehend vorbei. Daher hat Carmignac kürzlich das Team der zuständigen Manager ausgewechselt. Vor diesem Hintergrund führte das „kontrastreiche Jahr 2013“, so Saint-Georges, zu einem Mittelabfluss von 2,3 Milliarden Euro (bei gut 50 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen). Kürzlich hat Carmignac vor allem den Aktienanteil erhöht. Zwischen September und Dezember 2013 stieg er von 47,9 auf die zulässige Höchstgrenze von 49,9 Prozent.

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