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Branchenanalyse : Japanische Branchenindizes schlagen sich gut

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Bild: FAZ.NET

In volatilen Zeiten kann es ratsam sein, sich einen Überblick zu verschaffen. Zum Beispiel über die Performance unterschiedlicher Branchen. Resultat: Japanische Branchenindizes sind zumindest seit Jahresbeginn vorne dabei.

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          War es in den vergangenen Tagen zu deutlicheren Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten gekommen, so hat sich die Lage danach rasch wieder beruhigt. Der Risikoappetit der internationalen Anleger scheint zumindest kurzfristig wieder aufzuleben.

          Hintergrund ist der anhaltende Wirtschaftsoptimismus, auch wenn beispielsweise die Auftragseingänge in Deutschland inzwischen längst wieder zurückgehen und auch, wenn vergleichbare Indikatoren in den Vereinigten Staaten alles andere als positiv aussehen. So besteht durchaus die Möglichkeit, dass die Volatilität bei enttäuschend ausfallenden Zahlen rasch wieder auflebt.

          Welche Bereiche entwickeln sich dynamisch?

          In einem solchen Umfeld dürfte es ratsam sein, sich als Anleger neben der immer interessanten Suche von attraktiven Einzelwerten einen Überblick darüber zu verschaffen, in welchen Bereichen sich eine besonders positive oder auch negative Dynamik zeigt. Das gilt sowohl regional als auch themenspezifisch. In diesem Sinne kann ein Blick auf die Branchenentwicklung weltweit nützlich sein.

          Blickt man auf die Performance der verschiedenen Indizes seit Jahresbeginn, so liegt der Standard and Poor's 500 Tires & Rubber Index mit einem Plus von 36 Prozent in Euro gemessen vorne. Der Anstieg ist im wesentlichen auf die Performance der Aktie von Goodyear zurückzuführen. Sie hat alleine seit Mitte des vergangenen Jahres rund 190 Prozent zugelegt. Und das ist wiederum auf die starke Cashflowentwicklung zurückzuführen.

          Ähnliches gilt auch für den Standard & Poor's 500 Construction Materials Index, der seine Entwicklung auf dem Kursanstieg des Baumaterialwertes Vulcan Materials zurückzuführen ist. Auch bei diesem Unternehmen werden im laufenden und im kommenden Jahr deutliche Steigerungen beim Cashflow erwartet. Auch wenn angesichts der laufenden Entwicklung am amerikanischen Immobilienmarkt gewisse Zweifel an der inzwischen erreichten Bewertung gewisse Zweifel an einem weiteren Kursanstieg kommen könnten, selbst wenn der Trend weiterhin nach oben zeigt.

          Deutlich breiter aufgestellt ist dagegen der Topix Iron & Steel Index, der seit Jahresbeginn in Euro gerechnet 22,5 Prozent und auf Sicht eines Jahres 51 Prozent zugelegt hat. Einzelne Aktien des Index' - zum Beispiel die Aktien von Pacific Metals, von Nippon Metal Industry, von Nippon Kinzoku oder auch von Nippon Yakin Kogy - konnten auf Sicht eines Jahres Kursgewinne von bis zu 165 Prozent verbuchen. Das dürfte kaum verwundern, verbuchen die Unternehmen doch deutliche Umsatz- und Gewinnsteigerungen.

          Viele Topix-Branchenindizes im vorderen Feld

          Pacific Metals konnte in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres den Umsatz im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 32,2 Prozent auf 70 Milliarden Yen steigern, der operative Gewinn legte um 66,8 Prozent auf 30,8 Milliarden Yen zu und der Nettogewinn um 43,2 Prozent auf 17,6 Milliarden Yen oder proportional auf 89,97 Yen je Aktie. Auf Basis der Gewinnschätzungen scheint die Aktie trotz der Kursgewinne noch vernünftig bewertet zu sein. Ähnlich sieht auch die operative Entwicklung bei den anderen der sich gut entwickelnden Unternehmen auszusehen.

          Da gleichzeitig noch weitere Topix-Branchenindizes aufgrund der jüngsten Performance vorne liegen, scheint Japan unter anderem wegen der breiten Verteilung der unterschiedlichen Branchen im Vorfeld des Endes des Fiskaljahres einen Blick wert zu sein.

          Dagegen scheinen die Geschäfte von Constellation Brands und Brown-Forman als Bestandteile des Standard and Poor's 500 Distillers & Vintners Index im Moment nicht sonderlich gut zu laufen. Ähnliches gilt für die Sysco Corporation im Standard and Poor's 500 Food Distributors Index und Harley-Davidson im Standard and Poor's 500 Motorcycle Manufacturers Index. Die relative Schwäche des Homebuilding Index in den Vereinigten Staaten dürfte angesichts der Krise im Hausbau kaum jemanden überraschen.

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