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Branchen : Rohstoffe - Branche des Jahres 2004

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Bild: FAZ.NET

Börsenjahr nimmt nach langer Hängepartie noch ein gutes Ende. Wer allerdings richtig gutes Geld verdienen wollte, mußte auf die richtigen Brachen und vor allem auch die richtigen Einzelunternehmen setzen.

          2 Min.

          Das Jahr 2004 mag für Aktienanleger lange Zeit eine nervige Angelegenheit gewesen sein. Wer allerdings auf die richtigen Märkte und vor allem auch die richtigen Branchen setzte, konnte gute Kursgewinne verbuchen.

          Aus Branchenblick schnitten im nun ablaufenden Jahr vor allem die Rohstoffbereiche besonders gut ab. Auf Grund der geringen Investitionen in der Vergangenheit und denkbaren Versorgungsstörungen einerseits und auf Basis der starken Nachfrage von rasch wachsenden Staaten andererseits kam es zu deutlichen Preissteigerungen.

          Rohstoffwerte konnten von steigenden Preisen profitieren ...

          Das versetzt die Unternehmen der Branche in die Lage, gute Gewinne zu erzielen. Zumindest so lange, bis neue Kapazitäten auf den Markt kommen und auf diese Weise das Angebot erhöhen. Mittelfristig dürfte das bei vielen Rohstoffen wahrscheinlich sein. Langfristig könnte das Öl eine Ausnahme sein. Denn dort nimmt die Nachfrage absolut immer weiter zu, währen das Angebot nicht beliebig erweitert werden kann. Aus diesem Grund dürfte der Ölpreis zumindest langfristig nach oben tendieren, auch wenn es zwischenzeitlich nach Übertreibungen immer wieder zu Korrekturen nach unten kommen mag.

          Bei bei manchen Preisbewegungen mag auch der schwache Dollar eine Rolle gespielt haben. Denn wenn die Zentralbanken - vor allem auch die amerikanische - ihre Notenpressen mit Hochdruck arbeiten lassen und die Märkte förmlich mit Papiergeld überschwemmen, dann sinkt der Wert diese Geldes im Vergleich mit physischen Gegenständen. In diesem Sinne kann man Rohstoffe als eine Art eigener Währung betrachten, die zur Aufwertung neigt. In den vergangenen Monaten könnten manche dieser Argumente zusammengekommen sein.

          ... auch Versorgen lagen gut im Rennen

          Neben den Rohstoffwerten schnitten zumindest im deutschen Prime All Share Index auch die Versorger und seltsamerweise auch die Bau- und Einzelhandelsunternehmen gut ab. Dabei fiel der größte Teil der Kursgewinne im Baubereich auf Dyckerhoff. Im Einzelhandel darf man sich nicht täuschen lassen. Denn dort wurden die Nachrichten zwar lange Zeit von KarstadtQuelle dominiert, aber es gab auch erfolgreiche Unternehmen wie Sanacorp Pharmahandel, Celesio, Fielmann, Takkt oder auch Hawesko und die Douglas Holding. Auf diese Weise zeigt sich wieder einmal, daß ein bestimmtes Segment zwar einen schlechten Ruf und eine schlechter Presse haben mag. Aber das hindert einzelne Unternehmen innerhalb dieser Branche nicht daran, erfolgreich zu wirtschaften.

          Vergleichweise unauffällig oder sogar ausgesprochen schlecht schnitten Unternehmen der Software, Automobil-, Versicherungs- und der Technologiebranche ab. Vor allem der Technologiebereich entsprach nicht dem Bild starken Umsatz- und Gewinnwachstums, welches man gerne mit ihm assoziiert. Werte wie Süss Microtec, Epcos, Dialog Semiconductor, Aixtron oder auch Infineon legten in den vergangenen Monaten eine ausgesprochen schwache Performance an den Tag. Aber auch hier gab es „Highlights“: Die Aktien etwas von Ceotronics, Silicon Sensor, Paragon, Mühlbauer, Funkwerk und anderen konnten zum Teil deutliche Kursgewinne verbuchen.

          Insgesamt wird klar, daß es für Anleger zwar wichtig ist, die richtigen Branchen zu indentifizieren, um eine gute Performance erzielen zu können. Auf der anderen Seite kann die Auswahl der richtigen Einzelunternehmen zum richtigen Zeitpunkten selbst in schwachen Branchen zum Erfolg führen. Insgesamt dürfte es ratsam sein, bis auf weiteres auf den vorherrschenden und identifizierten Trends „zu reiten“. Sei es bei Branchen oder bei Einzelunternehmen. In dem Moment, in dem sich die Fundamentaldaten ändern oder die Trends brechen, ist eine schnelle und konsequente Überprüfung der Positionen nötig.

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