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Bonus von Pimco : Gross erhielt trotz Misserfolg 290 Millionen

Mit seinem neuen Arbeitgeber Janus Kapital geht Bill Gross nun auch in Europa auf Investorenfang. Bild: Reuters

Ausgerechnet für das Jahr 2013 soll der „Anleihen-König“ Bill Gross von Pimco trotz hoher Mittelabflüsse einen Bonus von 290 Millionen Dollar erhalten haben. Nun will Gross’ neuer Arbeitgeber Janus Capital auch in Europa Investoren gewinnen.

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          Wohl niemand sorgt in der Fondsbranche für mehr Furore als Bill Gross. Am Freitag wurde bekannt, dass Gross ausgerechnet für das Jahr 2013 von Pimco einen Bonus von 290 Millionen Dollar erhalten haben soll. Das geht aus Unterlagen hervor, die der Nachrichtenagentur Bloomberg vorliegen. An den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Mohamed El-Erian sollen 230 Millionen Dollar geflossen sein. Zum Vergleich: Laurence Fink, Vorstandschef der weltgrößten Fondsgesellschaft Blackrock, soll 2013 mit 22,9 Millionen Dollar bedacht worden sein. Michael Diekmann, Vorstandsvorsitzender der Pimco-Muttergesellschaft Allianz, erhielt 7,2 Millionen Euro.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Gerald Braunberger

          Der sehr hohe Bonus für Gross scheint auf Regeln zu beruhen, die anlässlich des Verkaufs von Pimco an die Allianz vor rund 15 Jahren beschlossen wurden und die ehemaligen Partnern der Fondsgesellschaft wie Gross Anspruch auf einen Teil der Gewinne von Pimco geben. Es handelt sich nicht um eine Vergütung für den von Gross geführten Pimco Total Return.

          Anleger zogen bisher rund 50 Milliarden Dollar aus dem Pimco Total Return-Fonds ab – dem größten Rentenfonds der Welt, nachdem der 70Jahre alte Starinvestor die von ihm gegründete kalifornische Fondsgesellschaft Ende September plötzlich verlassen hatte. Auch zuvor waren Anlegergelder abgeflossen, weil die einst gefeierte Legende mit seinem Flaggschiff im Jahr 2013 zum dritten Mal seit 1971 Verlust gemacht hatte und sich der Fonds schlechter entwickelte als vergleichbare Produkte. Zuletzt war der Fonds noch rund 170 Milliarden Dollar schwer, 2012 waren es zeitweise knapp 300 Millionen Dollar.

          Während Gross zur kleineren Fondsgesellschaft Janus Capital gewechselt ist und nun erste amerikanische Anlegergelder nach Denver lockt, geht die Gesellschaft künftig auch in Europa auf Suche nach Privatanlegern. Janus Capital vertreibt den von Gross verwalteten Fonds nun auch in Europa, mit Ausnahme der Schweiz.

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