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Börse Türkei : Türkei-Fonds: Gutes muß wohl teuer sein

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Bild: FAZ.NET

Die erfolgreichsten Aktien- und Rentenfonds des Jahres 2005 hatten sich auf die Türkei spezialisiert. Dort sind auch 2006 die Aussichten gut. Aber billig sind die Anlagevehikel nicht gerade.

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          Und der Preis für die Fondskategorie mit der besten Wertentwicklung 2005 geht an ... Türkei-Fonds! Mit einem Wertzuwachs von durchschnittlich 85,3 Prozent (Stichtag: 16.12.) stellten die sieben Fonds auf türkische Aktien in diesem Jahr alles in den Schatten.

          Knapp dahinter plazierten sich Fonds auf lateinamerikanische Aktien (83,82 Prozent), koreanische Aktien (80,62) und russische bzw. mittel-osteuropäische Aktien (80,49 Prozent). Auch bei Rentenfonds steht die Türkei ganz oben. Der Türkisfund Bonds (ISIN: LU0085872132) der gleichnamigen Fondsgesellschaft, die ihrerseits zur türkischen Isbank gehört, ist der einzige seiner Kategorie und hat in diesem Jahr eine Rendite von 70,5 Prozent erwirtschaftet.

          Türkische Bank in diesem Jahr an der Spitze

          Der Erfolg kommt nicht von ungefähr, daß sich die Türkei in diesem Jahr bei Anlegern so großer Beliebtheit erfreute und der ISE-National-100-Index ein Rekordhoch nach dem anderen erreichte. Das Land wächst mit einer Rate von fünf Prozent, der Staatshaushalt weist einen Überschuß von 6,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus, die Teuerung ist seit 2002 von mehr als 70 Prozent auf acht Prozent gesunken.

          Die türkische Börse ist auch für Fonds gut
          Die türkische Börse ist auch für Fonds gut : Bild: dpa

          Auch unter den Aktienfonds zeigt sich, daß die Nähe zum Anlageland offenbar einen Vorteil darstellt. Spitzenreiter ist auch hier der Türkisfonds Equities (ISIN: LU0085872058) mit einem Wertzuwachs von 88 Prozent. Auch über drei Jahre liegt der Fonds an der Spitze. Hier steht ein Wertzuwachs von fast 200 Prozent zu Buche.

          Die meisten Marktteilnehmer gehen davon aus, daß türkische Aktien auch im nächsten Jahr eine gute Anlage sind. Die boomende Wirtschaft und natürlich die EU-Phantasie sorgen für ein Gutteil Schwellenland-Phantasie. Dies dürfte auch 2006 Bestand haben. Davon gehen zumindest die Volkswirte von Goldman Sachs aus. Indes könnte es am Jahresanfang ein wenig ruckeln. Denn dann wird eine 15prozentige Kapitalgewinnsteuer eingeführt, was die Lust der Anleger ein wenig dämpfen könnte.

          Katze im Sack

          Weniger gut sind die Aussichten auf dem Anleihenmarkt. nachdem sich Hoffnungen auf eine schnelle Vollmitgliedschaft der Türkei in der EU in Wohlgefallen aufzulösen schienen, gaben die Kurse der Euro-Anleihen deutlich nach und haben gegenüber dem Jahresanfang verloren. Auch die Tatsache, daß Moody's das Rating des Landes um eine Stufe auf Ba3 angehoben hat, konnte ihnen kein Leben einhauchen. Denn dies war erwartet worden, sagte Oguzhan Buyukbayram, Händler bei Oyak Securities in Istanbul.

          Wer auf Türkei-Fonds setzen will und dabei der Nummer Eins der Isbank näher treten will, muß ein wenig die Katze im Sack kaufen und das direkt bei der Fondsgesellschaft. Auf der Website gibt es kaum aktuelle Informationen, der jüngste Bericht stammt aus dem ersten Halbjahr 2004. Zuletzt setzte der Fonds stark auf eine Mischung und hielt nur 58,2 Prozent Aktien, den Rest in Anleihen.

          Preiswert ist etwas anderes

          Auch die Nummer Zwei ist der Türkei ein wenig näher als Deutschland. Die österreichische Erste Bank hat einen Türkei-Fonds am Start (Espa Stock Istanbul, ISIN: AT0000704341), der es gleichfalls im vergangenen Jahr auf 80 Prozent Plus gebracht hat. Handelbar ist auch dieser Fonds in Deutschland nur über die Fondsgesellschaft. Dafür enthält er 90 Prozent Aktien, wobei er zuletzt fast zur Hälfte auf Finanzdienstleister setzte, die aufgrund eines grassierenden Übernahmefiebers en vogue sind und waren. Auch für 2006 gilt die Branche als aussichtsreich.

          Wer es lieber einfach mag, hat Alternativen. Mit dem DWS Türkei-Fonds (ISIN: LU0209404259) steht seit dem 13. Juni auch ein deutscher Fonds für Türkei-Aktien zur Verfügung. Und der hat in den sechs Monaten seit seiner Auflegung mit einem Plus von 53,3 Prozent in der Anlagekategorie sogar am besten abgeschnitten.

          Indes ist er mit einer „All-in-One-Fee“ von zwei Prozent und einer Performance gebühr von satten 25 Prozent auf den Betrag, um den die Wertentwicklung des Fonds die des ISE100 Index übersteigt, ein teurerer Spaß - trotz möglicher Rabatte auf den Ausgabeaufschlag von regulär fünf Prozent. Die kostet auch der Türkisfonds, der ansonsten noch Berater- und Vertriebsgebühren von 1,1 Prozent pro Jahr berechnet. Der Espa-Fonds ist mit vier Prozent Aufschlag günstiger, doch die Management- und Depotbankgebühren von 2,04 Prozent sind nicht gering. Steht zu hoffen, daß sie das Investment dennoch wert sind.

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