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Biotechnologie : Experte sieht Biotech-Sektor vor neuem Kursanstieg

  • Aktualisiert am

Biotechs werden wieder steigen, glaubt Experte Michael Sjöstörm Bild: dpa

Für aktuell fair, wenn nicht sogar attraktiv bewertet, hält Aktienexperte Michael Sjöström den Biotech-Sektor.

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          „Die Biotech-Branche weist aktuell eine faire, wenn nicht sogar schon attraktive Bewertung aus“, gibt sich Michael Sjöström optimistisch. Der Berater des Fondsmanagements für den Pictet Global Sector Fund Biotech bleibt deshalb bei seiner positiven Prognose für die Branche, spricht gar von einer Art 'sicherem Hafen': „Mittlerweile gehe ich davon aus, dass sich diese Werte selbst in schlechten Börsenzeiten vergleichsweise gut halten werden.“

          Was den Biotech-Kenner so zuversichtlich macht, das ist die Entwicklung, die der Sektor in den vergangenen zwei Jahren durchgemacht hat. Seine Argumente: Die Biotechnologie zeige sich mittlerweile - ähnlich wie die Pharma-Branche - relativ unabhängig von der allgemeinen konjunkturellen Entwicklung.

          Immer mehr Unternehmen in der Gewinnzone

          Natürlich sei der Sektor immer noch durch zu hohe Verluste gekennzeichnet. „Aber die Branche hat in den vergangenen Jahren eine klare Umwandlung erfahren“, so Sjöström. Der Trend zu einer Stabilisierung sei unverkennbar. Von weltweit rund 450 gelisteten Unternehmen seien es in diesem Jahr bereits 25, die die Gewinnschwelle erreichen würden. Im vergangenen Jahr seien das gerade einmal sechs Firmen gewesen. Und die Zahl soll sich nach Einschätzung Sjöströms im kommenden Jahr sogar auf 50 Unternehmen erhöhen.

          Zu Sjöströms Favoriten-Werten gehört neuerdings auch wieder Genentech. „Der Medikamentenhersteller ist lange Zeit zu hoch bewertet gewesen“, erklärt Sjöström, „ist aber aus meiner Sicht der qualitativ wahrscheinlich beste Biotech-Wert.“ Was dem Strategen gefällt, das ist eine breite Produktlinie und das immer wieder starke Wachstum, das das Unternehmen aufweise.

          Genentech rauf, Amgen runter

          Nach dem deutlichen Kursrückgang im Zusammenhang mit der Zurückweisung der Zulassung von Xolair - ein Asthmamedikament, das Genentech gemeinsam mit Novartis entwickelt - war für Sjöström dann der Moment gekommen, wieder einzusteigen.

          Auch bei Cubist, Hersteller von Produkten gegen Infektionen, die mit ihren Medikamenten zum Teil kurz vor der Zulassung in Europa stehen, ist der Marktkenner auf der Käuferseite. Abgebaut hat er dagegen zuletzt die Aktien von Unternehmen wie Amgen und Vertex, bei denen er das Marktpotenzial vorerst als erschöpft ansieht. Komplett verkauft hat Sjöström die Aktien von Affymetrix und Millenium Pharmaceuticals.

          Kursanstieg nur noch eine Frage der Zeit

          Insgesamt aber ist es für Sjöström nur noch eine Frage der Zeit, wann die Biotech-Branche sich wieder auf den Weg zu besseren Kursen machen. Besondere Chancen räumt er dabei den kleinen und mittleren Werten ein. Als Beispiel nennt er den Genomforscher Curagen. Die Aktie habe zuletzt rund 90 Prozent ihres Wertes eingebüßt und notiere damit nahe dem Buchwert. „Ein klares Signal, dass Investoren nicht mehr bereit sind, hohe Risikoprämien zu zahlen“, ist sich Sjöström sicher. Im Falle von Curagen aber sei das eher als guter Einstiegszeitpunkt zu werten, schließlich habe die Gesellschaft ihr Produktportfolio gut im Griff.

          An besondere Bewegungen im Zusammenhang mit einer möglichen Bedrohung durch biologische Waffen in den Händen von Terroristen glaubt der Biotech-Experte allerdings nicht. Auf die Frage, welche Werte denn in diesem Zusammenhang den Mittelpunkt des Börseninteresses geraten könnten, jedenfalls gibt sich Sjöström skeptisch: „Aus meiner Sicht wird die gesamte Biowaffen-Diskussion keinen nennenswerten Einfluss auf die Branche haben.“

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