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Aktivität von Fonds : Gebühren fürs Nichtstun?

Bild: dpa

Ab sofort untersucht die Finanzaufsicht, ob Fonds, die als aktiv vertrieben werden, auch tatsächlich aktiv sind. 15 Prozent der europäischen Fonds sind laut einer Studie verdächtig, Gebühren für nichts zu kassieren.

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          Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) will dem Verdacht von Inaktivität bei als aktiv vertriebenen Fonds nachgehen. Dazu sollen demnächst Daten bei den Fondsgesellschaften abgefragt werden, so die Bafin. Ergibt sich daraus der Verdacht, dass das Fondsmanagement nur einen Index nachbildet („closet indexing“), wird sich die Bafin in einem zweiten Schritt in jedem Einzelfall darlegen lassen, ob die Fonds auch tatsächlich aktiv verwaltet werden.

          Daniel Mohr

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Es geht dabei um den Vorwurf unangemessener Fondsgebühren. Indexfonds, die schon dem Namen nach nichts anderes tun, als einen Index möglichst genau nachzubilden, und deswegen auch als passive Fonds bezeichnet werden, verlangen deutlich niedrigere Gebühren als aktiv gemanagte Fonds. Die zu nah am Index angelehnten Fonds stellten demnach Gebühren in Rechnung, die zwar einem aktiven, nicht jedoch einem passiven Management angemessen sind, so die Bafin. Indexfonds (ETF) auf den Dax kosten derzeit etwa 0,1 Prozent Gebühren im Jahr, die von aktiven Fonds meist jedoch 1,5 Prozent.

          Ein zweiter Vorwurf ist die unrichtige oder sogar irreführende Information über die Anlagestrategie von Fonds. Zu nah an ihrem Vergleichsindex (Benchmark) angelehnte Fonds würden den Eindruck erwecken, sie würden durch ihr aktives Fondsmanagement einen Mehrwert gegenüber der bloßen Geldanlage in einem Indexprodukt generieren, in Wahrheit aber einfach nur die höheren Fondsgebühren kassieren.

          Zahlreiche Studien haben in der Vergangenheit gerade bei großen Flaggschifffonds immer wieder eine sehr große Nähe zu ihren Vergleichsindizes festgestellt und damit den Mehrwert des teuren aktiven Fondsmanagements hinterfragt. Je weiter sich ein Fondsmanager nämlich von dem Vergleichsindex entfernt, desto größer ist sein Risiko, hinter dessen Wertentwicklung zurückzufallen. Dieses Risiko wollen viele nicht eingehen. Sie berauben ihre Anleger damit aber auch der Chance auf eine bessere Wertentwicklung, die sie vorgeben, durch kluges Fondsmanagement erreichen zu können.

          15 Prozent sehr eng am Vergleichsindex

          Ausgangspunkt der geplanten Untersuchung der Bafin ist eine Erhebung der europäischen Finanzaufsicht Esma. Diese hatte auf Basis von Daten des Finanzanalyseunternehmens Morningstar 2600 europäische Aktienfonds in den Jahren 2012 bis 2014 untersucht. Im Ergebnis ergab sich bei 15 Prozent der Fonds der Verdacht, dass sie sehr eng an ihrem Vergleichsindex geblieben sind und damit offenbar nicht wirklich versucht haben, durch aktives Fondsmanagement einen Mehrwert für ihre Anleger zu erzielen. Ein Urteil, ob dies wirklich so ist, hat sich die Esma allerdings nicht erlaubt und die betroffenen Fonds auch nicht genannt, die nationalen Aufsichtsbehörden aber zu näheren Untersuchungen angeregt.

          Die Bafin wird dabei mit ähnlichen Kriterien vorgehen. So wird abgefragt, wie groß der Anteil des Fondsportfolios ist, der mit dem Vergleichsindex übereinstimmt. Zudem wird der Anteil der Wertentwicklung des Fonds ermittelt, der sich allein durch die Entwicklung des Vergleichsindex erklären lässt. Wird die Wertentwicklung des Fonds fast nur durch den Index bestimmt und entspricht die Fondszusammensetzung quasi dem Index, werden die weitergehenden Untersuchungen eingeleitet.

          Die Kritik an der Passivität angeblich aktiver Fondsmanager gibt es im Ausland schon länger und mancherorts auch entsprechende Untersuchungen der dortigen Aufseher samt Schadenersatzforderungen geschädigter Anleger.

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