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Absolute Return : „Wir sind doch keine Zauberer“

Paul Casson von Artemis managt einen Absolute-Return-Fonds Bild: Artemis

Manager von Absolute-Return-Fonds haben auch keinen Zauberstab, sagt Artemis-Fondsmanager Paul Casson. Aber einiges können sie besser machen. Er setzt derzeit auf die Verlierer-Aktien von gestern.

          Der klassische Fonds entspricht einer Anlagekategorie, legt etwa in deutschen Aktien oder amerikanischen Staatsanleihen an. Nachteil: Läuft es gerade in diesem Marktsegment schlecht, hat der Fondsmanager zum Unbill der Anleger kaum eine Chance, Verluste zu vermeiden.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Einen anderen Ansatz haben Absolute-Return-Fonds. Sie streben eine Rendite an, die von den Märkten unabhängig sein soll. Übersetzt wurde das bisweilen mit: Gewinne, egal wie der Markt läuft.

          „Wir sind doch keine Zauberer“

          Paul Casson, Manager eines Absolute-Return-Fonds für die britische Gesellschaft Artemis, wiegelt ab. „Eine Garantie gibt es auch für Absolute-Return-Fonds nicht. Auch diese hängen von der aktuellen Marktverfassung ab. In Krisenzeiten wie 2008 und 2009 kann man Verluste nicht vermeiden. Wir sind doch keine Zauberer. Aber wir sind damals mit einem Minus von 8 Prozent deutlich besser davon gekommen als der Markt. Dieser hat seinerzeit 40 Prozent verloren.“

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          „2015 war fast zu gut, um wahr zu sein“, sagt Casson. Am Anfang des Jahres habe es einen großen Ausverkauf gegeben, unter dem man bis heute zu leiden habe. 2016 sei bisher kein Jahr für Unternehmen mit qualitativ gutem Wachstum gewesen. Deren Bewertungen seien im Vorjahr deutlich gestiegen, und so hätten sich die Aktienkurse schwach entwickelt.

          Aktuell setzt Casson auf die Verlierer der jüngsten Zeit, etwa auf Öl-Aktien. Größte Position im Fonds ist derzeit Shell. Auch die Hersteller von zyklischen Konsumgütern bevorzugt der Brite. Besonders im Vereinigten Königreich hätten diese Aktien zu leiden gehabt. Dadurch sei ihr Potential jetzt größer.

          Leerverkäufe derzeit weniger angesagt

          Grundsätzlich ist Casson nicht nur als strategischer Käufer, sondern auch als taktischer Leerverkäufer unterwegs. Derzeit sei aber mehr Geld auf der Käuferseite zu verdienen. „Wir haben unsere Leerverkaufspositionen reduziert. Das lohnt sich in Krisenzeiten viel mehr.“ Damit ist auch weniger Platz für das, was Casson „forensische Rechnungslegung“ nennt. „Wir suchen nach dem, was Unternehmen in ihren Geschäftsberichten gern verstecken. Das hilft uns, potentielle Leerverkäufe frühzeitig zu identifizieren.“

          Ein Beispiel sei seinerzeit der Solarmodul-Hersteller Q-Cells gewesen. Das Unternehmen habe zwar eine großartige Umsatzentwicklung aufgewiesen, aber eine Menge Geld verloren. Zu entdecken sei dies in den Anmerkungen zur Entwicklung des Betriebskapitals gewesen.

          Derzeit sieht Casson neben einigen Banken viele Medien-Unternehmen in einer schlechten Position. Der Übergang von gedruckten zu Online-Medien setze viele unter Druck, etwa die Anbieter von Gelben Seiten. „Derzeit überleben aber viele schwache Unternehmen länger, als sie sollten. Im Niedrigzinsumfeld kostet es die Banken nichts, sie am Leben zu lassen. Auf diese Weise müssen sie keine weiteren faulen Kredite ausweisen.“ Darüber hinaus sei der Markt auch für Kapitalerhöhungen offen. „Als Leerverkäufer brauchen sie derzeit Geduld.“

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