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Anlegervertrauen : Investoren nehmen von Aktien etwas mehr Abstand

  • Aktualisiert am

Bild: State Street

In Europa und Japan läuft die Jahresendrally - doch das Anlegervertrauen in Asien ist so niedrig wie noch nie in diesem Jahr und in Europa kaum besser. Dies weist der Confidence Index von State Street aus. Indes meinen die AnimusX-Analysten: „Das Bild ist zu positiv.“

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          Vielerorts läuft die Jahresendrally: Am deutschen Aktienmarkt baut der Leitindex mit kleinen Schritten sein Mehrjahreshoch aus, der MDax läuft derweil von Rekord zu Rekord. Der EuroStoxx 50 bewegt sich auf seinem Dreieinhalbjahreshoch. In Japan vollführt der Nikkei 225 gar merkliche Sprünge, in der Regel nach oben. An diesem Mittwoch konnte der führende japanische Index erstmals seit fünf Jahren die Marke von 16.000 Punkten im Handelsverlauf überflügeln und schloß mit einem Tagesgewinn von gut zwei Prozent nur knapp darunter. Parallel legte der südkoreanische Kospi-Index um fast ein Prozent zu und notiert so hoch wie noch nie. Gleiches gilt für den australischen ASX All Ordinaries.

          „Das einzige Argument, das man derzeit noch hört, ist die Jahresendrally“, stellen die technischen Analysten von AnimusX fest. Auffallend sei, daß erstmals seit längerer Zeit wieder der Hang zu prozyklischem Verhalten zu beobachten - zu Käufen bei steigenden Kursen. Unter institutionellen Anlegern sei jüngst ein sehr dynamischer Anstieg zu beobachten gewesen. „Damit wird deutlich, man möchte noch schnell noch zuschlagen und den Zug nicht verpassen“, so AnimusX. Das Bild sei zu positiv. Dennoch ist es mit dem Anlegervertrauen dieser Tage nicht weit her, sagt der Investment-Dienstleister State Street.

          Der fünftschwächste Wert im laufenden Jahr

          Der vom State Street Global Markets-Team festgestellte Investor Confidence Index (ICI), der auf der Grundlage des tatsächlichen Kauf- und Verkaufverhaltens institutioneller Anleger ermittelt wird (siehe auch Fußnote), ist im Dezember auf 84,7 Punkte gefallen. Der korrigierte Wert für November betrug noch 87,5 Zähler. Der Dezember-Wert ist der fünftschwächste im zu Ende gehenden Jahr (siehe Grafik).

          Unterschiedlich stark gefallen sind die regionalen Unterindizes: In Amerika ging das Vertrauen der Anleger von 103,3 Punkte im November auf 101,6 Zähler zurück. Für den Raum Asien-Pazifik hat State Street einen Wert von 76,7 ermittelt - das ist der niedrigste seit Januar. Und: 63,8 Zähler bedeuten für Europa die zweitniedrigste Rate, wie die Bank ausführt.

          Nun könnten sich Anleger verleitet sehen, die Daten als Kontraindikator zu nehmen. Nach dem Motto: Wenn die Stimmung mies ist, kann die Investitionsquote nicht so hoch sein - also bestehen Chancen auf Aktienkäufe in der Zukunft. Und damit auf weiter steigende Kurse. Doch State Street enthält sich solcher Interpretationen.

          Verweis auf Angst vor steigender Inflation

          Vielmehr gießt State Street einiges Wasser in den Wein: „Die institutionellen Anleger haben zunehmend Bedenken, weitere risikoträchtige Vermögenswerte in ihre verschiedenen Portfolien aufzunehmen.“ Der ICI zeige eine weltweit deutlich nachlassende Risikobereitschaft. Diese gehe mit der Erkenntnis einher, daß die Zinserhöhungen zur Inflationsbekämpfung durch die großen Zentralbanken in Amerika und Europa zukünftig wahrscheinlch zu einem niedrigeren Wachstum führen werden.

          „Sollte der Inflationsdruck steigen, könnte das Anlegervertrauen weiter sinken“, lautet das Fazit von State Street. Allerdings deuten die jüngsten Preisdaten nicht auf vermehrten Inflationsdruck: Die Ölpreise sind zuletzt weitgehend seitwärts gelaufen und die amerikanischen Erzeugerpreise sogar unerwartet deutlich gesunken.

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