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Anlegen mit Anleihen : Fünf Ideen für fünf Prozent

Nicholas Gartside setzt auch auf spanische Anleihen, Bild: Reuters

Auch wenn es manchem seltsam anmuten mag - die Fondsgesellschaft JP Morgan sieht ein gutes Umfeld für Anleihen. Sie bevorzugt Peripheriebonds und europäische Hochzinsanleihen.

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          Die Anleger an den Finanzmärkten kämpfen in den vergangenen Jahren sehr mit der Unsicherheit über die Zukunft. Nicholas Gartside, Investmentvorstand bei der Fondsgesellschaft JP Morgan, kann das nur begrenzt nachvollziehen. „Die Aussagen der Notenbanken sind eigentlich deutlich genug: Die Welt beginnt so auszusehen wie Japan. Das hören die Anleger aber nicht gerne.“

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Diese wünschten sich eine dynamisch wachsende Wirtschaft und nähmen dabei auch eine höhere Inflation in Kauf. Beides aber werden sie auf absehbare Zeit nicht bekommen, meint Gartside. Der Brite ist trotzdem guter Dinge: „Anleihen haben zwei Feinde: Wachstum und Inflation. Beides haben wir nicht.“ Und das ist für den Anleihespezialisten nun einmal eine gute Sache.

          Kein Ertrag ohne Risiko

          Gartside bestreitet angesichts niedriger Zinsen und Renditen indes nicht, dass es dennoch nicht ganz einfach ist, mit Anleihen positive Erträge zu erzielen. „Investoren müssen sich über eines im Klaren sein: Wenn sie Erträge wollen, müssen sie auch das Risiko tragen.“ An Investmentideen mangelt es ihm dabei nicht. „Fünf für fünf Prozent“ heißt seine Devise für die kommenden zwölf Monate: Er setzt dabei auf Staatsanleihen aus Europas Peripherie, europäische und amerikanische Hochzinsanleihen, Rentenpapiere europäischer Banken und langlaufende Unternehmensanleihen.

          In Europa sorge die weiter akkommodierende Geldpolitik der Europäischen Zentralbank für günstige Finanzierungskonditionen. Damit bleibe das Ausfallrisiko weiter überschaubar. Die Renditen seien zwar niedriger als in Amerika, jedoch seien die Ratings besser und das allgemeine Zinsniveau auf dieser Seite des Atlantiks niedriger.

          Auch bei amerikanischen Hochzinspapieren ist Gartside wenig besorgt, vor allem nicht mit Blick auf die vieldiskutierten Zinserhöhungen der Notenbank Federal Reserve. „Eine Zinserhöhung im März wird es nicht geben, und ob es eine im Juni gibt, ist fraglich. Wir rechnen in diesem Jahr mit höchstens einer Zinserhöhung.“

          Zudem seien die Leitzinsen nur ein Teil der ansonsten immer noch eher günstigen Finanzierungbedingungen. Vorsicht müsse man nur mit Blick auf Anleihen aus dem Energiesektor walten lassen. Ein systemisches Risiko gebe es hier aber nicht. Die Banken seien nicht so investiert, dass sie eine hohe Ausfallrate treffen würde.

          Natürlich seien Hochzinsanleihen ebenso wie nachrangige Bankanleihen, die Gartside ebenfalls präferiert, riskanter als Anleihen, die als investmentwürdig gälten. Aber, wiederholt er sein Mantra, wer Rendite wolle, der müsse eben derzeit auch Risiken eingehen. Überhaupt müsse man als Portfoliomanager aktiver sein als zu anderen Zeiten. Das gelte besonders für Staatsanleihen aus den Peripheriestaaten des Euroraums. Bei diesen setzt Gartside angesichts der EZB-Politik darauf, dass sich die Renditeabstände zu den Kernländern weiter verringern.

          Insgesamt, sagt Gartside, sei der Anleihemarkt doch in einer ganz guten Verfassung. „In dieser Umgebung kommt es aber sehr auf die richtige Titel-Auswahl an. Man muss außerdem weltweit denken und nicht bloß europäisch.“

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