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Anlagetaktik : Stop Loss-Orders nach Volumen und Volatilität plazieren

  • Aktualisiert am

Erfolgreiche Anleger zeichnen sich dadurch aus, daß sie Verluste vermeiden oder begrenzen. Ein gutes Mittel dazu ist die Verwendung von Stop-Loss-Aufträgen. Allerdings sollten sie geschickt plaziert werden.

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          Finanzmedien beschäftigen sich vorzugsweise damit, darüber zu berichten, wie die Lage an den Finanzmärkten aussieht und darüber zu spekulieren, wie sie sich weiterentwickeln könnte. Der Blick richtet sich in der Regel auf jene Vermögenswerte, Branchen und Einzelaktien, mit denen die Anleger voraussichtlich gutes Geld verdienen können. So kommt es zu den bekannten und allseits beliebten Kaufempfehlungen und den „heißen“ Aktientips.

          Ausgesprochene Verkaufsempfehlungen sind eher selten. Dabei sollten sich Anleger nicht nur überlegen, wo sie wann einsteigen wollen. Sondern genauso wichtig oder vielleicht sogar noch wichtiger sind Überlegungen, unter welchen Umständen sie wieder zu verkaufen gedenken. Das gilt vor allem dann, wenn sich eine Kaufentscheidung als Fehler entpuppt und sich die erworbene Aktie unmittelbar nach dem Kauf in Richtung Süden bewegt.

          Erfolgreiche Anleger vermeiden oder begrenzen Verluste

          Spätestens dann ist die Disziplin gefragt, Verluste zu begrenzen. Denn erfolgreiche Anleger sind nicht nur dafür bekannt, eine gute Nase für günstige Gelegenheiten zu haben. Sondern sie sind gut darin, Verluste zu vermeiden oder wenigstens zu begrenzen. Das ist aber nicht alles. Denn sie verbinden mit dem Kauf von Wertpapieren meistens auch Kursziele oder Zielzonen, bei denen sie auf Grund der Bewertung verkaufen, damit beginnen oder sich zumindest darauf vorbereiten.

          Während der normale Privatanleger mit seinem begrenzten Portfolio normalerweise keine Probleme hat, seine Wertpapiere zu vernünftigen Preisen auch wieder loszuwerden, kann das bei Fonds oder Anlegern mit größeren Vermögen schwierig werden. Sie müssen sowohl Käufe als auch Verkäufe genau planen und dosieren, um die Kurse nicht zu stark in Bewegung zu bringen. Denn das wäre nicht nur nachteilig, da es die Ein- und Ausstandspreise verschlechtern würde, sondern es würde auch entsprechende Signale in den Markt senden. So genannte Momentum-Investoren können sie erkennen und auf die Kursentwicklung aufspringen.

          Auf der anderen Seite lassen sich auf diese Weise Kursentwicklungen wie aktuell bei MPC Capital erklären. Die Aktie ist auf Grund des Booms im Containergeschäft in den vergangenen Monaten phantastisch gelaufen. Nun scheint sie allerdings nach oben gedeckelt zu sein. Möglicherweise liegt auf dem erreichten Niveau eine Verkaufsorder, mit der ein größere Anleger nach und nach seine Gewinne einstreicht.

          Verkaufsaufträge dürften nicht „zu eng“ plaziert werden

          Tendiert der Markt freundlich, so dürfte es nicht schwer fallen, solche Verkaufsorders zu plazieren. Der Anleger ermittelt einfach den Kurs, bei welchem er die Aktie für fair oder leicht überbewertet hält und plaziert einen entsprechenden Verkaufsauftrag. Schwieriger wird es jedoch, Stop-Loss-Orders oder „Gewinn-Absicherungs-Orders“ zu plazieren. Denn die Kursentwicklung von Wertpapieren verläuft nicht glatt, sondern unterliegt gewissen Kursschwankungen.

          Ist eine Verkaufsorder „zu eng“ plaziert, so kann der Kurs in einer kurzen Bewegung „abtauchen“, die Verkaufsorder auslösen, nur um sich danach wieder auf den Weg nach oben zu machen. In diesem Fall hätte der Anleger ein Problem. Denn er wäre die Aktie los, obwohl sie noch weiteres Kurspotential hat. Es soll sogar clevere Börsenhändler geben, die bei wenig gehandelten Aktien regelmäßig solche fest im Markt plazierte Orders „abfischen“, indem sie den Kurs absichtlich vorübergehend nach unten treiben.

          Aus diesem Grund ist es ratsam, Stop-Loss-Orders nicht „zu eng“ zu plazieren. Dabei können sich Anleger einerseits an den Handelsvolumina und andererseits an den Volatilitäten orientieren. Je geringer das übliche Handelsvolumen in einer Aktie ist und je größer gleichzeitig die Volatilität ist, desto weiter sollte auch der Stop-Loss-Order vom aktuellen Kurs entfernt sein.

          Es dürfte sich prinzipiell empfehlen, mit diesem Instrument aktiv zu arbeiten und die Orders immer wieder anzupassen. Denn auf diese Weise kann ein Anleger bei steigenden Kursen seine zunächst nur theoretisch erzielten Gewinne auch faktisch sichern und sich gleichzeitig gegen negative Überraschungen absichern. Sei es mit Blick auf einen Einzelwert oder auf den gesamten Markt. Finanziell spricht kaum etwas dagegen. Denn es gibt mittlerweile einige Banken, bei welchen das Plazieren solcher Aufträge nichts kostet. Beispielsweise bei der Citibank, Fimatex, ING Diba, bei Sino oder auch beim Sparkassenbroker. Bei den bekannteren Direktbanken sind sie dummerweise nur bedingt kostenlos. Allerdings lassen sich denkbare Gebühren bei einer erfolgreichen Anlagestrategie auch leicht tragen.

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