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Anlagestrategie : Der Dax steigt abermals auf ein neues Jahreshoch

Bild: F.A.Z.

Aufwärtstrend beim Dax: Analysten rechnen mit einer Fortsetzung der Hausse. Optimistische Privatanleger können auf Fonds und Zertifikate setzen.

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          Der Dax ist am Montag abermals auf ein neues Jahreshoch gestiegen. Am Nachmittag erreichte er mit gut 6668 Punkten den höchsten Indexstand seit dem 20. Juni 2008. Kurz vor Handelsschluss lag er noch mit 0,4 Prozent im Plus auf 6630 Punkten. Es war der zwölfte Anstieg binnen 15 Handelstagen. Anfang September hatte der Dax auf weniger als 5900 Punkten gelegen.

          Daniel Mohr

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Geradezu entzückt von diesem lupenreinen Aufwärtstrend sind die technischen Analysten, die ihre Markteinschätzung von der Auswertung der Kursverläufe abhängig machen. Das Ausbrechen des Dax aus seinem monatelangen Seitwärtstrend gilt aus technischer Sicht als ein sehr starkes Zeichen für weiter steigende Kurse. Aber auch zahlreiche Aktienstrategen, die ihre Analyse auf Wirtschafts- und Unternehmensdaten aufbauen, rechnen zunächst einmal mit weiter steigenden Aktienkursen.

          Gute Quartalszahlen und mehr Risikobereitschaft

          Credit Suisse nennt unter anderem die bislang deutlich besser als erwartet ausgefallenen Quartalsergebnisse und die günstige Bewertung von Aktien gegenüber Anleihen als Gründe für ihre positive Sicht auf den Aktienmarkt. Die Strategen der ING verweisen auf die niedrigen Renditen, die Anleger derzeit am Geldmarkt und mit Staatsanleihen erzielen können. Viele Investoren seien auf der Suche nach höherer Rendite und nähmen daher verstärkt auch wieder das Aktienkursrisiko in Kauf. Vor allem Aktien aus den Bereichen Energie, Gesundheit und Telekommunikation seien attraktiv. Auch Credit Suisse sieht in diesen defensiveren Sektoren das größte Kurspotential.

          Wer als Anleger auf eine Fortsetzung des steigenden Trends an den Aktienmärkten glaubt, sich aber nicht mit der Auswahl einzelner Aktien befassen will, der findet zahlreiche Fonds und Zertifikate, die ihm eine Partizipation ermöglichen. Die günstigste Variante sind Indexzertifikate. Beziehen sie sich auf Standardindizes wie den Dax, dann fallen bei vielen Anbietern keine fortlaufenden Gebühren an und die Geld-Brief-Spanne beträgt zudem null. Marktführer im Bereich der Indexzertifikate ist die Deutsche Bank. Das entsprechende Dax-Zertifikat (Wertpapierkennnummer (Isin DE0007093353) kostet immer exakt ein Hundertstel des aktuellen Dax-Standes. Der Anleger trägt aber wie immer bei Zertifikaten das Risiko, dass der Emittent zahlungsunfähig wird. Dann kann das Zertifikat unabhängig von der Dax-Entwicklung wertlos werden.

          Zertifikate sind risikoärmer, aber bringen weniger Rendite

          Dieses Risiko haben Dax-Indexfonds nicht. Fonds sind als Sondervermögen im Fall der Insolvenz des Emittenten geschützt. Bei Dax-Indexfonds fallen allerdings beim Kauf eine kleine Geld-Brief-Spanne und später fortlaufende Verwaltungsgebühren an. Der größte Indexfonds auf den Dax kommt von iShares (Isin DE0005933931). Die jährliche Verwaltungsgebühr beträgt 0,15 Prozent. Der Fonds bildet genau den Dax ab und kauft dazu die 30 Dax-Werte in der entsprechenden Gewichtung. Andere Indexfondsanbieter haben in ihren Dax-Indexfonds keine oder nur wenige deutsche Standardwerte und lassen sich die Indexentwicklung von einem Swap-Partner zusichern. Fällt der Swap-Partner aus, kann dies zu Verlusten für den Anleger führen. Die Abbildung der Indexentwicklung über Swaps ist jedoch etwas günstiger für die Anbieter, was dem Anleger in der Regel durch eine etwas bessere Wertentwicklung zugute kommt.

          Wem das Aktienrisiko zu hoch ist, der findet am Zertifikatemarkt aber auch einige Strukturen, die das Risiko reduzieren. Dies mindert jedoch auch die mögliche Rendite. Ein Bonuszertifikat der Commerzbank auf den Dax mit der Isin DE000CM28TK6 kostete am Montag knapp 67 Euro. Der Anleger erhält im Dezember nächsten Jahres 75,50 Euro für ein Zertifikat ausgezahlt, wenn der Dax bis dahin nie unter 5300 Punkte fällt. Die Rendite des Anlegers ist damit auf 13 Prozent beschränkt, was auf ein Jahr gerechnet gut 11 Prozent entspricht. Die Rendite erzielt er allerdings auch, wenn der Dax bis dahin nur wenig gestiegen oder gar gefallen ist. Sinkt der Dax allerdings zwischenzeitlich auf weniger als 5300 Punkte, beträgt die Rückzahlung am Ende der Laufzeit ein Hundertstel des Dax-Standes. Der Anleger kann also auch kräftige Verluste machen. Die Rückzahlung ist auf maximal 75,50 Euro beschränkt.

          Für besonders risikofreudige Anleger gibt es zudem zahlreiche Hebelpapiere auf den Dax, die sich überproportional zum Index entwickeln. Einen Hebel von drei weist zum Beispiel ein Produkt der HSBC Trinkaus mit der Isin DE000TB2YZR2 auf. Fällt der Dax unter 4450 Punkte wird das Papier wertlos.

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