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Anlagestrategie : Aktien bringen die höchste Rendite

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Bild: F.A.Z.

Langfristig zahlen sich Aktien aus: Auf Sicht von 30 Jahren konnten Anleger bei deutschen Standardwerten mit jährlichen Renditen von 6,3 bis 12,4 Prozent rechnen. Bei Bundeswertpapieren waren es nur 6,6 bis 7,6 Prozent.

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          Aktien bringen langfristig eine bessere Rendite als Bundeswertpapiere. Die Anleger konnten auf Sicht von 30 Jahren bei deutschen Aktien mit jährlichen Renditen von 6,3 bis 12,4 Prozent rechnen, bei Bundeswertpapieren waren es nur 6,6 bis 7,6 Prozent. Dies geht aus Berechnungen des Instituts für Bank-, Börsen- und Versicherungswesen der Berliner Humboldt-Universität hervor.

          Am schlechtesten sind demnach die Aktienanleger gefahren, wenn sie in die 30 schwergewichtigsten deutschen Aktien - vergleichbar mit dem heutigen Deutschen Aktienindex Dax - Anfang 1961 investiert hatten. Gebeutelt von der Kohlekrise und der ersten Rezession nach dem Krieg, waren die sechziger Jahre keine gute Zeit für Aktionäre. Diejenigen, die nur zehn Jahre dabeiblieben, mussten durchschnittliche Renditen von minus 0,6 Prozent im Jahr verkraften, diejenigen, die 20 Jahre ihren Aktien treu blieben, kamen auf Jahresrenditen von durchschnittlich 2,4 Prozent, und für 30 Jahre gab es 6,3 Prozent durchschnittliche Rendite im Jahr.

          Bei Aktien ist Geduld gefordert

          Alle anderen langfristig orientierten Aktionäre mit etwas mehr Glück mit dem Einstiegszeitpunkt können sich aber über wesentlich bessere Renditen ihrer Aktien freuen. Als besonders günstig erwies sich ein Einstieg im Jahr 1980. Für zehn Jahre Treue gab es fast 18 Prozent Rendite im Jahr, für 20 Jahre immerhin noch knapp 17 Prozent. Aber auch wer heute Aktien hat, kann in aller Regel zufrieden sein: Der Einstieg vor 30 Jahren hat 11 Prozent Rendite im Jahr gebracht, vor 20 Jahren 8 Prozent und vor 10 Jahren 9 Prozent.

          Dabei braucht der Anleger bei Aktien weit mehr Geduld als bei Rentenpapieren. Während die Schwankungen hier geringer sind und die Rendite - wenn überhaupt - nur knapp unter Null fällt, sind die Ausschläge bei den großen deutschen Aktienwerten ungleich stärker. Auf eine besonders harte Probe wurden die Anleger gestellt, die Anfang des Jahres 2000 in Aktien eingestiegen sind. Bis zum Frühjahr 2003 gab der Dax um mehr als 50 Prozent nach. Wer trotzdem seinen Aktien treu geblieben ist, hat heute in etwa wieder das Niveau von Anfang 2000 erreicht. Wer erst 2003 eingestiegen ist, kann sich über fabelhafte Renditen freuen. Dies gilt auch für viele Einzeljahre: Das Jahr 1958 brachte einen Kursanstieg von 63 Prozent, 1959 waren es 82 Prozent und 1985 sogar 86 Prozent.

          Anleger ziehen Geld aus Fonds ab

          Da der Anleger aber oft erst im Laufe eines Jahres merkt, dass es sich um ein gutes Aktienjahr handelt, steigt er spät und damit zu ungünstigen, weil teuren Zeitpunkten ein. Beim Aktienkauf aber genau einen Tiefpunkt zu erwischen ist nur mit Glück möglich. Daher lohnt ein Blick in die Archive: Langfristig haben sich Aktien trotz allen Aufs und Abs stets gelohnt, auch wenn dazu Nervenstärke und Geduld erforderlich waren.

          Diese brachten die deutschen Privatanleger in jüngster Zeit immer seltener auf: Aktien und Aktienfonds wurden verkauft. Dafür sind Zertifikate bei den Anlegern beliebt. Zwar hängen sie zu mehr als 80 Prozent direkt von der Entwicklung der Aktien ab, der Anleger wird aber je nach Produktgestaltung weitgehend vor Verlusten geschützt und verzichtet dafür meist auf Teile der Aktienrendite. Solche Bonus-, Discount- oder Garantiezertifikate machen derzeit rund 70 Prozent des Zertifikatemarktes in Deutschland aus.

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