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Amerikanische Aktien : Eine neue Front für Rüstungsunternehmen

  • -Aktualisiert am

In einem Punkt sind sich Obama und McCain einig, im Rüstungsprogramm für den Weltraum. Satellit der amerikanischen Air Force Bild: ASSOCIATED PRESS

Unabhängig vom Ausgang der amerikanischen Präsidentschaftswahl im November könnten den Unternehmen der Verteidigungsindustrie einschneidende Veränderungen bevorstehen. Durch die Konsolidierung in der Branche sind die Unternehmen ohnehin abhängiger von der Politik geworden.

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          An der Wall Street gelten republikanische Regierungen gemeinhin als förderlicher für die amerikanische Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie als Regierungen unter Führung der Demokraten. In den näher rückenden Präsidentschaftswahlen scheinen sich die Dinge diesmal allerdings nicht ganz so eindeutig darzustellen.

          Mit seinem Ruf als Parteirebell sorgt der republikanische Hoffnungsträger John McCain unter Verteidigungsunternehmen für Nervosität über die künftige Marschrichtung, während sich Barack Obama den Schutz einheimischer Arbeitsplätze auf die Fahne schrieb (die Rüstungsindustrie ist ein großer Arbeitgeber in den Vereinigten Staaten) und damit zumindest einen Teil der Sorgen zerstreuen konnte, die sein Versprechen eines beschleunigten Abzugs amerikanischer Soldaten aus dem Irak hervorgerufen haben.

          Beide Kandidaten geben sich zugeknöpft

          In einer Zeit, in der die gestiegene öffentliche Wahrnehmung ausländischer Bedrohungen auf Skepsis gegenüber dem Krieg im Irak trifft, geben sich beide Präsidentschaftskandidaten zugeknöpft und beschränken Äußerungen zu ihren Prioritäten in der Verteidigungspolitik auf ein Mindestmaß.

          Die amerikanischen Wähler wissen, dass John McCain für eine robuste Militärpräsenz der Vereinigten Staaten im Irak und in Afghanistan steht, solange diese für eine siegreiche Beendigung der Konflikte erforderlich ist. Barack Obama machte deutlich, dass er im Falle seines Wahlsieges die Kampftruppen in den ersten 16 Monaten seiner Präsidentschaft nach und nach aus dem Irak abziehen und lediglich eine Reststreitmacht für Anti-Terror-Einsätze in der Region belassen werde, ohne dauerhafte amerikanische Stützpunkte zu errichten.

          Branche nicht mehr automatisch für Republikaner

          Davon abgesehen ist es jedoch schwierig zu beantworten, ob eine demokratische oder eine republikanische Regierung für die Verteidigungsindustrie insgesamt vorteilhafter wäre. In der Vergangenheit haben Führungskräfte der Branche ohne Zögern den republikanischen Kandidaten unterstützt. In diesem Jahr jedoch möchten viele nach eigenen Aussagen trotz Sorgen um eine mögliche Kürzung des Verteidigungsetats durch Obama keinem der Kandidaten ihre Stimme leihen, sagt Richard Aboulafia, stellvertretender Vorsitzender der Analyseabteilung bei der Beratungsgesellschaft Teal Group.

          Unklar ist, wie es mit der Branche für den Fall eines schrittweisen Truppenabzugs aus dem Irak unter Obama weitergehen wird. Wenn Konfliktherde abkühlen, gehen die Ausgaben für Waffen zurück. Der Rückzug der Amerikaner aus Vietnam verringerte die Bedrohung von Seiten der Sowjetunion, und nach dem raschen Ende des Zweiten Golfkriegs 1991 ging man landläufig davon aus, dass die von den Vereinigten Staaten demonstrierte militärische Stärke zukünftige Bedrohungen verhindern könnte.

          „Der Unterschied in einer Welt nach dem 11. September besteht darin, dass die wahrgenommene Bedrohung nicht automatisch durch einen Abzug amerikanischer Truppen aus dem Irak abnehmen dürfte“, sagt Cai von Rumohr, Analyst bei der Investmentbank Cowen & Co.

          Militärische Ausgaben werden hoch bleiben

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