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Altersvorsorge : Männer sollten noch 2005 eine Riesterrente abschließen

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Durch Rente verewigt: früherer Minister Riester Bild: picture-alliance / dpa

Vor allem Männer sollten sich noch bis Jahresende dazu durchringen, eine Riester-Rente abzuschließen. Denn ab 2006 wird es für sie teurer. Aber auch für Frauen lohnt sich der schnelle Entschluß zum gesponserten Zusatzsparen fürs Alter.

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          Männer haben nur noch bis Jahresende Vorteile bei der vom Staat bezuschußten Riester-Rente und sollten sich daher beeilen. Denn ab 2006 wird es für sie teurer. Aber auch Frauen sollten sich in diesem Jahr noch zum gesponserten Zusatzsparen fürs Alter entschließen. Es lohne sich für jeden Förderberechtigten, je früher, desto besser - so die einmütige Überzeugung der Verbraucherschützer.

          „Nicht länger zögern, wenn es schon mal ein Geldgeschenk vom Staat gibt“, ermuntert Susanne Meunier, Altersvorsorgeexpertin von „Finanztest“, zum Handeln. Im Laufe der Jahre könnten sonst Zulagen in bis zu fünfstelliger Höhe durch die Lappen gehen, schätzt Peter Grieble von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Nachholbedarf hätten noch viele Millionen Bundesbürger, ob Beamte oder rentenversicherungspflichtige Beschäftigte und ihre Ehepartner. Erwerbslose werden ebenfalls gefördert, wenn sie Arbeitslosengeld beziehen.

          Gleichberechtigung kostet Männer Geld

          Vor allem für Männer dürfte sich ein schneller Einstieg rentieren. Bei Abschluß einer Rentenpolice bis Ende diesen Jahres haben sie eine spürbar höhere Rente als Frauen zu erwarten, und das bei gleichem Beitrag. Denn von 2006 an gelten sogenannte Unisex-Tarife, die die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen beseitigen sollen. Beide Geschlechter bekommen dann denselben Rentenbetrag ausbezahlt, obwohl Frauen statisch gesehen eine um fast sechs Jahre höhere Lebenserwartung haben. In der Folge werden natürlich die Beiträge für Männer künftig um etwa zehn Prozent teurer, die für Frauen aber „nicht unbedingt billiger“, wie Meunier erläutert.

          Diese Teuerung trifft ab nächstem Jahr in erster Linie die Rentenversicherungsvariante, die bislang Verkaufsrenner unter den möglichen Policen ist. Bei den anderen beiden Varianten, dem Banksparplan und der Fondslösung wirkt sich die Neuregelung erst langfristig, das heißt ab dem 85. Lebensjahr aus, erläutert Merten Larisch, Rentenspezialist der Verbraucherzentrale Bayern. Ganz gleich, ob man eine konservative, eher berechenbare Police wähle oder eine etwas risikoreichere Aktienfondsstrategie - wichtig sei, daß man überhaupt abschließe.

          Und dann noch das beste Produkt am Markt erwischt. Allein bei den angebotenen Rentenversicherungen gebe es „wahnsinnig hohe Leistungsunterschiede“, mahnt Larisch zur sorgfältigen Auswahl. Bei schlechten Verträgen könne die Rentenzahlung um 250 bis 700 Euro niedriger ausfallen, Monat für Monat.

          Schlußverkaufsstimmung bis Jahresende

          Wer noch bis zum 31. Dezember in ein Riester-Produkt einsteigt, bekommt für 2005 noch Zulagen und Steuervorteile. Die Förderung ist für alle Angebote gleich. Was mit kleinen Finanzspritzen anfing, hat sich gemausert: Im Jahr vier nach Riester-Start bekommt jeder Sparer für sich bis zu 76 Euro Grundzulage und für jedes Kind, für das er Kindergeld erhält, 92 Euro.

          Maximal kann man 2005 bis zu 1.050 Euro inklusive Förderung einzahlen und von der Steuer absetzen. Im nächsten Jahr sind bis zu 1.575 Euro sowie wachsende Zulagen. Bis 2008 erhöht der Staat sein Geldgeschenk bis auf 154 Euro Grundzulage und 185 Euro pro Kind in der Endstufe. Steuervorteile in der Ansparphase gibt es zusätzlich. Am meisten lohnt sich die staatliche geförderte Altersvorsorge für Kinderreiche und Gutverdiener. Interessante Renditen können selbst ältere Sparer erwarten. „Für alle ist ein gutes Geschäft drin“, ist Grieble sicher.

          Theoretisch könnten etwa 30 Millionen Bürger Riesterprodukte bekommen. Doch längst nicht alle tun es. „Finanztest“ geht von bislang rund fünf Millionen Sparern aus. Noch zu wenig, meint Ines Wilck von der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA). „Aber es werden immer mehr.“

          Optimismus macht sich auch bei den meisten Anbietern breit. Die anfangs viel geschmähte Riester-Rente setzt sich allmählich durch. 2005 brachte einen regelrechten Boom an Neuabschlüssen. Bis Mitte November konnte allein die Allianz Leben 100.000 neue Rentenpolicen absetzen. „Sieben Mal mehr als im Vorjahreszeitraum“, berichtet Allianz-Sprecher Markus Schwarzer. Auch der Marktführer im Bereich der Fondslösungen, Union Investment, ist mit gut 82.000 Neuabschlüssen per Ende Oktober äußerst zufrieden. „135 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahr“, berichtet Markus Temme.

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