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Aktienmarkt Amerika : Weitere Schwierigkeiten bei Dow Jones & Co. in Sicht

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S&P erwartet weitere Kursverluste bei Aktien in den kommenden ein bis zwei Monaten, obgleich eine Kurserholung entgegen dem Trend kurzfristig durchaus möglich ist.

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          Die Börse hat den September ohne größere Schwierigkeiten überstanden, aber im Oktober sieht es bislang anders aus. Die wichtigen Indizes wurden von einer wahren Verkaufswelle hart getroffen und haben dabei unserer Meinung nach einige entscheidende technische Unterstützungsebenen durchbrochen. Obwohl wir in den kommenden ein bis zwei Monaten mit weiteren Kursverlusten bei Aktien rechnen, halten wir eine Kurserholung entgegen dem Trend kurzfristig dennoch für möglich.

          Der S&P-500 durchbrach in der vergangenen Woche einige entscheidende technische Unterstützungsbereiche und bestätigte bedauerlicherweise die pessimistische Doppelspitzen-Formation. Am vergangenen Mittwoch schloß der Index bei 1.196,39 Punkten und unterbot damit sein jüngstes Schlußtief bei 1.205 Punkten von Ende August und auch sein August-Tagestief bei 1.201 Punkten. Darüber hinaus ist dieser Rückgang um 1,5 Prozent die schlechteste Tagesperformance des S&P-500 seit dem 15. April, als der Index um 1,7 Prozent einbrach.

          Hohe Verkaufsvolumina stimmen bedenklich

          Das überaus starke Handelsvolumen in der vergangenen Woche verstärkt zudem unsere Bedenken im Hinblick auf den Aktienmarkt. Am Dienstag lag das Handelsvolumen bei 1,7 Milliarden Aktien und stieg am Mittwoch auf 1,9 Milliarden bzw. am Donnerstag auf 2,1 Milliarden. Dieses hohe Verkaufsvolumen lag deutlich über dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,5 Milliarden Aktien. Der Drei-Tage-Durchschnitt des Handelsvolumens von 4. bis 6. Oktober war der höchste seit April. Wir glauben, daß vor allem die institutionellen Anleger in der vergangenen Woche Aktien abgestoßen haben und sehen in dieser Entwicklung ein Warnsignal für Anleger.

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          Kurzfristig gesehen halten wir eine Kurserholung am Aktienmarkt für möglich, glauben aber, daß diese gegen dem Trend liefe und daher letztlich scheitern würde. Der S&P-500 fiel am Donnerstag auf einige deutliche technische Unterstützungsbereiche zurück und bereitet somit angesichts der zusätzlich kurzfristig vorherrschenden stark überverkauften Situation dem Markt den Weg für eine mögliche Kurserholung. Die bedeutendste Unterstützungsebene, von der der S&P-500 am Donnerstag abprallte, ist eine aus den Tiefs vom August 2004 und April 2005 abgeleitete Trendlinie.

          Darüber hinaus bot eine aus den jüngsten Tiefs resultierende kurzfristige Trendlinie dem S&P-500 am Donnerstag ebenfalls Unterstützung. Der untergeordnete Chartunterstützungsbereich zwischen 1.180 und 1.190 Zählern aus den Tiefs Ende Juni/Anfang Juli mag unter Umständen auch zur Stabilisierung am Donnerstag und Freitag beigetragen haben. Nach oben hin findet sich Chartwiderstand im Bereich zwischen 1.200 und 1.210 Punkten. Der Index hat eine Reihe niedrigerer Hochs und Tiefs nachgezeichnet, so daß eine Kurserholung bis zum oberen Ende der Abwärtsbewegung den Index bis in den Bereich bei 1.224 Zählern führen könnte.

          Kurserholung dürfte nicht von Dauer sein

          Der jüngste schnelle Kurseinbruch hat die Börse in eine relativ extrem überverkaufte Situation gebracht. Auch deshalb halten wir eine Erholung für möglich. Der Sechs-Tage-Relative-Stärke-Index (RSI) fiel am Donnerstag auf 19 und somit auf den niedrigsten Stand seit April, während der 14-Tage-RSI auf 33 abrutschte, was ebenfalls der niedrigste Wert seit April ist. Der Vier-Tage-Rate-of-Change-Indikator (ROC) im S&P 500 lag zum Handelsschluß am Donnerstag bei minus drei Prozent und erreichte damit die schwächste Vier-Tage-Performance seit April.

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