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Aktienmärkte : Albtraum an der Wall Street

  • -Aktualisiert am

Anleger aufgepaßt! Bild: picture-alliance/ dpa

Halloween nähert sich - und wir haben fünf Faktoren zusammengestellt, von denen Experten sagen, sie könnten die Märkte das Fürchten lehren. Selbst wenn der Dow Jones gerade ein neues Allzeithoch erreicht hat.

          5 Min.

          Am 9. Oktober erschreckte Nordkorea die Anleger mit der Meldung des ersten erfolgreichen Atomwaffentests. Die asiatischen Indizes gerieten ins Schleudern, die europäischen Märkte gingen zu Handelsbeginn zurück und schlossen schließlich gemischt. In den Vereinigten Staaten legten die großen Indizes trotz kurzzeitiger Verluste etwas zu.

          Nordkoreas nukleares Säbelrasseln könnte vielleicht noch nicht ausgereicht haben, um die in den vergangenen Wochen zu beobachtende Jagd des Dow Jones Industrial Average auf neue Rekordhöhen zu verzögern. Dennoch gibt es auf dem Aktienmarkt mehr als genug potentielle Gespenster, die die Anleger nachts nicht schlafen lassen könnte.

          Im Geiste des bevorstehenden Halloweentages schauen wir uns in dieser Woche fünf Faktoren an, die die Märkte nach Auffassung von Experten erschüttern könnten.

          1. Wohnungsbau in der Geisterbahn

          Zweifellos jagt der sich abschwächende Immobilienmarkt den Anlegern bereits einigen Schrecken ein. Der PHLX Housing Sector Index verlor bis 11. Oktober 17 Prozent seit Jahresbeginn. Ben Bernanke, der Vorsitzende der amerikanischen Notenbank Federal Reserve, rechnet damit, daß die Rezession im Wohnungsbau das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr und möglicherweise auch noch im nächsten mit einem Prozent belastet.

          Aber was passiert, wenn der Wohnungsbau-Horror noch schlimmer wird als erwartet? Ein unerwartet drastischer Rückgang könnte ein Abwärtsrisiko für den Markt bedeuten, sagen die Analysten. Schlimmer noch: die unangenehmen Überraschungen könnten gerade erst der Anfang gewesen sein. „Unser Ausblick für den Wohnungsbau gehörte zu den pessimistischsten auf dem Markt. Trotzdem war die Korrektur bislang heftiger, als wir erwartet hatten“, erläuterte vor wenigen Tagen Goldman-Sachs-Volkswirt Ed McKelvey.

          Seit 1994 folgte der Standard & Poor's 500 Index mit etwa einem Jahr Verzögerung meist der Richtung des Wohnungsbaumarkt-Index der National Association of Home Builders. Das vor kurzem festgestellte Nachlassen der Zuversicht unter den Bauunternehmern könnte harte Zeiten für Aktien ankündigen, meint Liz Ann Sonders, Chef-Investmentstrategin bei Charles Schwab. Sonders empfiehlt den Anlegern etwa fünf Prozent Untergewichtung bei inländischen Aktien zugunsten liquider Mittel.

          „Es steht uns immer noch viel Heulen und Zähneklappern bevor, ehe wir die Bücher dieses Wohnungsbauzyklus schließen können“, sagt Sonders. „Und je härter der Wohnungsbau fällt, desto schwieriger wird eine weiche Landung für die Wirtschaft insgesamt.“

          Manche sehen die Schwächephase allerdings auf den Wohnungsbau beschränkt, und andere meinen, das Schlimmste sei bereits überstanden. Andere Sektoren und die Bautätigkeit der öffentlichen Hand hätten den Rückgang im Wohnungsbau aufgefangen, meint Ed Yardeni, Chef-Investmentstratege bei Oak Associates: „Wird der Wohnungsbau eine Rezession der Gesamtwirtschaft einleiten. Nach unseren Prognosen nicht.“

          2. Angst um die Gewinne

          Die Unternehmensgewinne haben fette Jahre erlebt. Der S&P 500 verzeichnete kürzlich sein 17. Quartal in Folge mit zweistelligem prozentualem Gewinnwachstum - ein Leuchtstreifen, der nach Projektionen von S&P im dritten und vierten Quartal anhalten wird. Die Wall Street rechnet damit, daß die Party bis ins Jahr 2007 weitergeht, doch aufgrund der rückläufigen Konjunktur sind manche Analysten skeptisch.

          Sinkende Rohstoffpreise und das sich abkühlende Wirtschaftswachstum könnten dazu führen, daß die Gewinne sich im nächsten Jahr abschwächen, meinen Analysten. „Das nominelle Wachstum sinkt derzeit recht rasch, und damit die Gewinnzuwächse vieler Unternehmen, insbesondere die der Rohstoffproduzenten, die zuvor beeindruckende Kurssteigerungen verzeichnen könnten“, meint Citigroup-Chefvolkswirt Steven Wieting. „Wir rechnen für 2007 beim Kurs-Gewinn-Verhältnis im S&P 500 weiterhin mit einem Anstieg von 7,4 Prozent, nach einem Anstieg von 15,4 Prozent in 2006.“

          Enttäuschende Quartalsergebnisse von Alcoa könnten sogar noch eher Schwierigkeiten für Aktien signalisieren. Der Gewinneinbruch des Aluminiumriesen „stellt die Nachhaltigkeit der Rally der letzten Zeit in Frage, vor allem angesichts des Allzeithochs beim Dow Jones“, heißt es auf der Marktanalyseseite Briefing.com.

          3. Rezessionsgefahr

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