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Aktienfonds : Zuviel Geld: Der beste Deutschland-Fonds schließt

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Bild: FAZ.NET

„Wegen großen Erfolgs geschlossen.“ Dieses Motto darf ruhig auf den FPM Funds Stockpicker Germany gemünzt werden. Nur noch bis 10. Januar können Anteile an dem seit fast vier Jahren besten Deutschland-Aktienfonds gekauft werden.

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          Anleger, die in den seit knapp vier Jahren besten Deutschland-Aktienfonds investieren wollen, müssen sich beeilen. Denn am 10. Januar wird der FPM Funds Stockpicker Germany geschlossen. Nach diesem Tag können bei der Fondsgesellschaft und ihrem Vertriebspartner DWS keine Anteile mehr erworben werden. In der Vergangenheit sind viele Aktienfonds geschlossen worden, nachdem das Volumen zu klein geworden war oder Anleger mangels Performance das Interesse verloren hatten. Beim FPM Stockpicker Germany ist das nicht der Fall. Im Gegenteil.

          Die Schließung ist eine Folge des großen Anlageerfolges und des daraus resultierenden stark angeschwollenen Mittelzuflusses. Etwa drei Millionen Euro betrug im Herbst 2002 das Volumen es am 29. Januar 2001 an den Start gegangenen Fonds - derzeit ist der FPM Stockpicker Germany rund 320 Millionen Euro schwer, wie Fondsmanager Martin Wirth zu FAZ.NET sagte. Der Segen könnte sich indes zum Fluch entwickeln.

          Denn je mehr Geld zufließt, desto mehr Euro muß das Management auch anlegen. Und das ist nicht so leicht, denn die Gesellschaft investiert nur in deutsche Aktien, die es nach einer Analyse der fundamentalen Daten als attraktiv ansieht. Die Zahl der günstig bewerteten Titel mit Perspektive ist aber seit der Wende an den Aktienbörsen im März 2003 überschaubarer geworden. Und bevor sie Aktien kaufen müssen, von denen sie nicht überzeugt sind, und in Liquidität ertrinken, machen die Fondsmanager den Fonds lieber zu.

          Zurückgegebene Anteile verschwinden vom Markt

          Das bedeutet: Anteilsscheine, die nach dem 10. Januar bei der Frankfurter Fondsboutique zurückgegeben werden, verschwinden vom Markt. Für jene Anleger, die ihre Anteile behalten wollen, ändert sich nichts. Der Fonds wird weiter nach Maßgabe von Wirth und seinen Kollegen aktiv gemanagt, der Kurs regelmäßig ermittelt und veröffentlicht. Nur neue Anteile werden fortan nicht mehr ausgegeben.

          Für die Händler an der Hamburger Börse, die den FPM Stockpicker Germany auch kaufen und verkaufen, ergibt sich dadurch eine Schwierigkeit. Schließlich haben sie sich verpflichtet, einen Geld- und einen Briefkurs zu stellen. Der Geldkurs spiegelt den Tageswert wieder und ist deshalb einfach zu benennen, wie Wirth sagte. Nur: Einen Briefkurs zu veröffentlichen, bedingt die sichere Möglichkeit, Anteile ankaufen zu können. Und diese wird eben nicht mehr vorhanden sein.

          Gleichwohl ist die FPM AG dabei, „eine Möglichkeit zu schaffen, um Investoren auch in Zukunft einen Kauf von Fondsanteilen zu ermöglichen“. Eine Lösung steht nach Wirths Worten noch aus. „Das Dumme ist, daß es für Deutschland keinen Präzedenzfall gibt“, erläuerte er. Im Vereinigten Königreich sei es möglich, Wartelisten zu bilden und einlaufende Anteile an andere Investoren weiterzureichen - in Deutschland aber nicht.

          Neuer FPM-Fonds mit Schwerpunkt kleinere und mittlere Werte

          Davon unabhängig wird es aber auch in Zukunft möglich sein, ganz regulär Anteile an einem FPM-Fonds zu kaufen. Denn die Gesellschaft hat vor drei Wochen den FPM Funds Stockpicker Germany Small/Mid Cap (ISIN: LU 02 07 94 70 44) aufgelegt. Noch fehlt die Vertriebszulassung für Deutschland, die Wirth aber für Ende Februar oder Anfang März erwartet. Schon jetzt gilt das Produkt aber im Zuge seiner Zulassung in Luxemburg nach seinen Worten als „weißer Fonds“, so daß es keine steuerlichen Probleme gebe.

          Auch für dieses Produkt kann das Fondsmanagement nur deutsche Aktien kaufen, wobei 20 Prozent des Volumens auf DaxTitel und schwere MDax-Werte wie die von Wirth und seinen Kollegen bevorzugte Depfa Bank entfallen dürfen. Ob der Small/Mid Cap-Fonds an den Erfolg des Erstlings anknüpfen kann, muß die Zukunft zeigen. Die Latte liegt hoch: Der FPM Funds Stockpicker Germany hat seit Auflegung ein Plus von 45,7 Prozent und binnen Jahresfrist einen Zuwachs von 26,8 Prozent erwirtschaftet. Er hat damit deutlich besser abgeschnitten, als der jeweils zweitbeste Vertreter seiner Klasse (Deutschland-Aktienfonds im Vergleich).

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