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Aktienfonds : Micro-cap-Fonds entpuppt sich als Kapitalmagnet

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Die Precious Woods-Aktie zählt zum Micro Champions-Fonds Bild: Precious Woods

Die Fondsboutique Lupus Alpha ist mit ihrem Micro Champions-Fonds nach eigenen Angaben in eine Marktnische vorgestoßen. Und dies gemessen am Mittelzufluß mit erheblichem Erfolg. Allerdings verlaufen Aktienkäufe schleppender als gedacht.

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          Schon mal etwas von der gut gelaufenen Akka Technologies SA oder der Fitzwilliam Capital plc gehört? Wer diese Frage verneint, dürfte sich in zahlreicher Gesellschaft befinden. Denn die Akka-Aktie ist am deutschen Markt gänzlich illiquide: In den zurückliegenden 100 Tagen ist sie an keinem deutschen Handelsplatz gekauft oder abgestoßen worden, während sie an der Heimatbörse in Paris durchaus rege umläuft. Fitzwilliam ist hierzulande gar nicht erst erhältlich. Vergleichsweise bekannter ist die österreichische Eybl International, was jedoch nicht am Kursverlauf liegt, denn der hat in den vergangenen Monaten den Eybl-Aktionären keine Freude bereitet. Hingegen schaut das Kursbild bei Precious Woods und Technotrans ziemlich gut aus.

          Diese Titel zählen zu den zehn schwersten Werten im europaweit investierenden Micro Champions-Fonds von Lupus Alpha. Die Frankfurter Fondsboutique hat ihr jüngstes Kind unter den Publikumsprodukten erst dieses Jahr auf den Markt gebracht; offzielles Auflegungsdatum war der 16. Juni. Dieses Datum kann gleichsam als historisch für die Fondsbranche gewertet werden, ist das Produkt doch der einzige reinrassige europäische Aktienfonds, der nur in Kleinst- und Kleinwerte investiert. Das sind Unternehmen mit einem Börsenwert von zehn bis 150 Millionen Euro.

          Seit der Auflegung hat sich der Micro-cap-Fonds zumindest zeitweise besser entwickelt als der Vergleichsindex Dow Jones Euro Stoxx Small. Zum Stichtag 31. Oktober ermittelte der Anbieter ein Kursplus von 4,95 Prozent seit dem Start der Performance-Messung am 1. Juli, während die Benchmark auf 4,56 Prozent kam. Aktuell hat indes der DJ Euro Stoxx Small-Index ein seit dem 16. Juli aufgelaufenes Plus von 9,3 Prozent zu stehen, der Lupus Alpha Micro Champions einen Wertzuwachs von 6,8 Prozent.

          Investitionsquote bei lediglich 52,6 Prozent

          Ob die Nebenwerte-Spezialisten aus Frankfurt - hier in Person von Fondsmanager Peter Conzatti - wie bei den anderen Lupus Alpha-Publikumsprodukten auf längere Sicht die Benchmark schlagen werden, wird sich weisen. Nach einer solch kurzen Zeit ist der Performance-Vergleich nicht aussagekräftig, schon da Fonds eine längerfristig ausgerichtete Anlageklasse sind.

          Das im Rückspiegel gute Abschneiden der Fonds hat es jedenfalls den Frankfurtern erleichtert, ihren Micro Champions bei Anlegern zu plazieren. Aktuell ist der Fonds gut 108 Millionen Euro schwer. Dagegen kommt der im August 2001 aufgelegte Small German Champions auf 30,3 Millionen Euro und der seit Januar 2001 gelistete Smaller Tec Champions auf 22,8 Millionen Euro. Der Micro Champions hat soviel Kapital angezogen, obwohl Lupus Alpha den Fonds nach eigenen Angaben nur Kunden des Hauses angeboten, ihn aber nicht breit beworben hat. Die Plazierung sei „ein leichtes Spiel“ gewesen.

          „Investieren läßt sich zäher an als gedacht“

          Auffällig ist an der zum 31. Oktober erstellten Zwischenbilanz des Fonds die Investitionsquote von lediglich 52,6 Prozent - obwohl das Portfolio schon rund 100 Werte umfaßt. Zum Vergleich: Die beiden anderen genannten Lupus Alpha-Fonds sind zu Ende Oktober jeweils fast vollständig investiert gewesen, hatten also die zugeflossenen Gelder weitestgehend in Aktien gesteckt. „Das Investieren läßt sich zäher an, als wir gedacht hatten“, gesteht Lupus Alpha zu.

          Die Fondsboutique erklärt diesen Umstand so: Viele Kleinstwerte seien ziemlich illiquide. Zudem müsse das Fondsmanagement zuerst eine Reise zu einzelnen, in Frage kommenden Unternehmen zusammenstellen und diese besuchen, um sich ein detailliertes Bild zu machen. Erst danach werde investiert, wenn der jeweilige Wert nicht nur günstig bewertet sei, sondern auch gute Aussichten für sich habe. Oder in den Worten von Conzatti: Gesucht werden „interessante Nischenplayer mit focussiertem Geschäftsmodell und überdurchschnittlichem Renditepotential“.

          Der regionale Anlageschwerpunkt liegt bislang in Deutschland mit 37,6 Prozent des Portfolios, gefolgt von der Schweiz mit 19,6 Prozent sowie Norwegen und Österreich mit jeweils 7,2 Prozent und Frankreich mit 6,95 Prozent. Das Vereinigte Königreich als größter Aktienmarkt Europas ist mit 2,94 Prozent unterrepräsentiert und rangiert noch hinter Belgien, Schweden und Finnland.

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