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Aktienfonds : Höhenflieger aus Edinburgh hängt Konkurrenz ab

  • Aktualisiert am

Mit dem First State Global Opportunities Fund top: Andrew Dalrymple Bild: First State

Mit seinem Global Opportunities Fund eilt Andrew Dalrymple der Konkurrenz seit Monaten weit voraus. Der Fondsmanager von First State setzt nicht auf große Titel, sondern auf relativ unbekannte Namen. Die Benchmark ist ihm egal.

          8 Min.

          Wer in den vergangenen Jahren nach einem herausragend laufenden, weltweit investierenden Aktienfonds gesucht hat, ist am First State Global Opportunities Fund nicht vorbeigekommen. Das von Andrew Dalrymple betreute Produkt eilt der Konkurrenz seit vielen Monaten weit voraus. Seit seiner Markteinführung im August 1999 hat der Fonds einen Wertzuwachs von mehr als 125 Prozent erwirtschaftet. Allein im vergangenen Jahr verbuchte er einen Kursgewinn von gut 61 Prozent - der nächst beste Wettbewerber brachte es auf 55 Prozent.

          Der Fondsmanager des australisch-britischen Finanzdienstleisters First State setzt nicht auf große Titel. Vielmehr setzt er auf relativ unbekannte Namen. Die Kandidaten für seinen rund 50 Titel umfassenden Fonds sucht er von seinem Büro im schönen schottischen Edinburgh aus. Und seine Benchmark, der MSCI World, ist ihm egal. „Ich halte nicht viel von relativer Performance zu einem Index, sondern will absolute Performance erreichen, also positive Erträge“, sagt er im folgenden FAZ.NET-Interview, in dem er seinen Investmentstil ebenso erläutert wie seine Zuversicht, auch weiterhin herausragende Anlageergebnisse zu liefern. Nicht zuletzt nennt er bevorzugte Einzelaktien.

          Der First State Global Opportunities ist zu etwas mehr als 40 Prozent in Nordamerika investiert, knapp 30 Prozent entfielen Ende Dezember auf Aktien aus dem asiatisch-pazifischen Raum, der Indien und Korea einschließt, gut 22 Prozent auf japanische Papiere. 3,5 Prozent des Fondsvolumen waren auf Kontinentaleuropa verteilt und jeweils 2 Prozent auf britische Aktien sowie Barmittel. Bei den Branchen machen Finanz- und Industrietitel mit jeweils rund 20 Prozent die größten Anteile aus, Telekom-Dienstleister sind mit zwei Prozent die kleinste Sparte. Die größten Einzelwerte sind Korea Investment mit 3,5 Prozent, Ultra Petroleum mit 2,4 Prozent sowie Build-a-Bear, Asahi Glass, Aeon Credit Service und Evergreen Solar mit jeweils 2,2 Prozent.

          Ihr Fonds läuft der Konkurrenz deutlich voraus...

          ...im Moment - vielleicht.

          Sie sind bescheiden: Dieser „Moment“ dauert nun schon Monate an.

          Ok, das stimmt (lacht).

          Aber sind Sie vielleicht so zurückhaltend, weil Sie eine schlechtere Performance bei ihrem Fonds voraussehen?

          Nein, das nicht. Aber es gibt auch im Fondgeschäft mal Schönwetterperioden, wenn alles wie gewünscht läuft, und mal Schlechtwetterperioden. Wenn man Geld weltweit anlegt, kann nicht dauernd alles wie geplant funktionieren. Aber ich mag es sehr, diesen Fonds zu betreuen. Er ist wirklich global ausgerichtet. Regionen und Branchen, von denen wir besonders viel halten, haben ein entsprechend großes Gewicht im Portfolio.

          Und welche Regionen und Branchen sind das?

          Der Fonds ist weiterhin fokussiert auf Asien, Japan und Nordamerika. Da hat sich seit dem jüngsten Bericht zur Dezember-Bilanz nichts wesentliches geändert.

          Gemäß ihres Dezember-Berichts entfallen mehr als 40 Prozent des Fondsvolumens auf Nordamerika. Sind damit die Vereinigten Staaten und Kanada gemeint oder nur die Vereinigten Staaten?

          Beide Staaten. Ich habe derzeit zwei kanadische Aktien im Portfolio. Eine davon ist Western Oil Sands, Calvalley Petroleum die andere. Bei diesen Titeln handelt es sich jeweils um Ölwerte. Diese Unternehmen kümmern sich um die Suche nach Öl und die Förderung desselben. Sie machen etwa vier Prozent des Fonds aus. Derzeit macht Nordamerika etwa 44 Prozent des Portfolios aus.

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