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Aktienfonds : Chinafonds sind reif für einen Depotcheck

  • Aktualisiert am

Chinas Autofahrer müssen tiefer in die Tasche greifen Bild: picture-alliance/ dpa

Chinas Wirtschaft wächst und wächst. Doch mittlerweile ufern die damit verbundenen volkswirtschaftlichen Ungleichgewichte aus und gefährden die Erfolge. Eine Überprüfung des eigenen Depots erscheint daher nicht unangebracht.

          Es scheint nichts über chinesische Aktien zu gehen. Ob Immobilien- oder Kreditkrise, volatile Wall Street, nichts scheint die chinesischen Börsen zu beirren. Was Wunder also, wenn Chinafonds im vergangenen Monat mit einem Wertzuwachs von rund neun Prozent wieder einmal zu den besten Fonds gehörten und damit an die starke Wertentwicklung der vergangenen Jahre anknüpfen können.

          Hintergrund ist nicht zuletzt der ungebrochene Glaube an den neuen Wirtschaftsgiganten China, der mit einem stürmischen und ungebrochenen Wachstum den bislang führenden Nationen den Rang abläuft. Im dritten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt der viertgrößten Volkswirtschaft der Erde um 11,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Im zweiten Quartal dieses Jahres hatte die Wachstumsrate sogar bei 11,9 Prozent gelegen. Der Handelsüberschuss stieg zwischen Januar und September im Jahresvergleich um 69 Prozent auf nun 185,7 Milliarden Dollar und überschritt damit schon jetzt den Gesamtwert des Vorjahres.

          Weiter stürmisches Wachstum...

          Für 2007 erwartet die Regierung in Peking ein Volumen von über 2,1 Billionen Dollar. Damit ergebe sich im Jahresvergleich ein Zuwachs um 20 Prozent, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua aus einem Bericht des Handelsministeriums. Der Handelsüberschuss dürfte den Angaben zu folge bei 240 Milliarden Dollar liegen.

          Außerdem sei das Volumen der Direktinvestitionen aus dem Ausland kräftig gestiegen, hieß es weiter. In den ersten drei Quartalen hätten ausländische Investoren 47,2 Milliarden Dollar investiert und damit 10,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

          Gleichzeitig steigt auch die Industrieproduktion. Gegenüber dem Vorjahr legte sie im September um knapp 19 Prozent zu. Und die Zeichen stehen weiterhin deutlich auf Expansion: Der Einkaufsmanagerindex erreichte im Oktober mit einem Stand von 55,2 Punkten ein 31-Monats-Hoch. Das vierte Quartal habe noch stärker beginnen als das dritte, sagt Eric Fishwick, stellvertretender Chefvolkswirt von CLSA Asia Pacific Markets, das den Index erhebt.

          ... aber auch der Ungleichgewichte

          Doch immer deutlicher tritt hervor, dass dieses Wachstum nicht eine Lösung, sondern ein Problem ist, nicht zuletzt weil das Wachstum mit hohen Kosten beim Ressourcenverbrauch und der Umweltverschmutzung einhergeht, wie auch Präsident Hu Jintao im vergangene Monat formulierte.

          Vor allem aber hat China ein Inflationsproblem. Zwar sank die offizielle Inflationsrate im September auf 6,2 Prozent von 6,5 Prozent im August. Doch liegt sie damit für die ersten neun Monate bei 4,1 Prozent und damit deutlich über den Zinsen von 3,78 Prozent für einjährige Spareinlagen. Deshalb erwarten Analysten den sechsten Zinsschritt in diesem Jahr und deshalb boomen auch die Börsen, bieten sie doch als einzige Kapitalanlage die Möglichkeit realer Renditen.

          Und das ist nur die offizielle Inflation. Denn wichtige Teile des Preissystems sind druch Kontrollen gekennzeichnet, druch die die Inflation in anderen Bereichen der Volkswirtschaft zurückgestaut wird. Was der dadurch entstehende Anpassungsbedarf bedeuten kann, bekommen die Chinesen gerade zu spüren.

          Furcht vor sozialen Unruhen

          Denn die Regierung hat am Donnerstag die Treibstoffpreise um rund acht Prozent erhöht. Nach Angaben der obersten Wirtschaftskommission soll damit der Unterschied zwischen den hohen Weltmarktpreisen für Rohöl und den staatlich niedrig gehaltenen Treibstoffpreisen verringert werden.

          Der Schritt war notwendig geworden, weil sich aufgrund der Unterbindung von Preiseffekten in erheblichem Umfang Mengeneffekte ergaben. Raffinerien hatten angesichts der niedrigen Verkaufspreise Verluste eingefahren und deshalb die Produktion gedrosselt. In einigen Regionen musste der Treibstoff rationiert werden, lange Schlangen bildeten sich an Tankstellen. Nach Berichten aus der Provinz Henan kam ein Mann in einem Streit mit anderen Autofahrern ums Leben, als er sich an einer Tankstelle vordrängeln wollte.

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