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Aktienfonds : Chinafonds sind reif für einen Depotcheck

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Die seit mehr als einem Jahr erste Preiserhöhung wollte Peking aus Angst vor sozialen Unruhen eigentlich vermeiden, da man die Folgen der Inflation fürchtet. Doch es zeigt sich einmal mehr in der Praxis, dass an der ordnungspolitischen Erkenntnis kein Weg vorbeiführt, dass man Marktkräfte allenfalls beeinflussen, nicht aber dauerhaft außer Kraft setzen kann.

Außenwirtschaft mit Schlagseite

Auch die Preise für Frachtgüter, Flugtickets oder Überlandtransporte sollen steigen. Bahnfahrkarten und andere öffentliche Transportmittel sollen aber nicht mehr kosten. Auch Taxiunternehmen werden subventioniert, um die Auswirkungen für die Verbraucher in Grenzen zu halten. Das wird aber auf Dauer nicht durchzuhalten sein. Denn Subventionen ziehen Ineffizienzen nach sich. Kapital wird fehlalloziiert, die Kostenkontrolle unterbleibt, weil Ressourcen nicht erkauft, sondern politisch erhandelt werden müssen.

Gleichzeitig erhöht der inländische Inflationsdruck den Druck auf die Regierung, den Yuan aufzuwerten. Auch dies ist eine alte Erkenntnis der ökonomischen Theorie: Ein auf Kostenvorteilen basierender Exportüberschuss führt zu einer Aufwertung. Ist der Wechselkurs aber fixiert, führt ein Festhalten daran im Rahmen der sogenannten „Beggar-my-neighbour-policy“ aufgrund der hohen Importpreise zur Inflation, weil das durch den Exportüberschuss steigende Inlandseinkommen ein Ansteigen der Importe bewirkt, die aber teuer gehalten sind.

Der Yuan verzeichnete in den vergangenen Tagen die stärkste Aufwertung seit der Aufweichung des festen Wechselkursregimes im Jahr 2005 und notiert mit 7,461 Yuan für den Dollar auf dem höchsten Stand seiner Geschichte. Mittlerweile werden am Devisenmarkt in zwölf Monaten bereits Kurse unter sieben Yuan erwartet. Auch eine sechste Zinserhöhung wird China wohl nicht erspart bleiben.

Latente Probleme mit Überkapazitäten

Mittlerweile mehren sich auch bei Analysten kritische Stimmen. Mark Mobius, Fondsmanager des Templeton Asian Growth Fund, ist zwar für Asien optimistisch. Doch die Inflation in China sieht er als „potentielles Problem“. Mobius glaubt indes, dass die Regierung ein sorgfältiges Gleichgewicht zwischen geldpolitischen Straffungsmaßnahmen und wirtschaftlicher Entwicklung beibehalten kann.

Ähnlich vertrauensvoll äußert sich Mingchun Sun von der Bank Lehman Brothers: Die schwächere Weltwirtschaft und der Einfluss von Zinserhöhungen, die Aufwertung des Yuan, das Heraufschrauben der Reservenanforderungen der Banken und Eingriffe zur Abkühlung des Exports dürften in den kommenden Quartalen stärkeren Einfluss auf die chinesische Volkswirtschaft gewinnen.

Andererseits fasst Mingchun die Gefahren in deutlichen Worten zusammen: „Bei einem Einbruch könnte sich in China ein ernstes Problem mit Überkapazitäten zeigen, das zu ausufernden Vorräten, Arbeitslosigkeit, einem Berg uneinbringlicher Kredite und einem starken Rückgang der Unternehmensgewinne führt.“

Preis- und Qualitätsdumping

Auch die außenwirtschaftlichen Kosten des chinesischen Booms treten immer deutlicher zutage. So hat die europäische Stahlindustrie bei der EU-Kommission zwei Antidumpingklagen gegen Stahlimporte unter anderem aus China eingereicht.

Zudem sah sich China gezwungen, die Exporte von mehr als 700 Spielzeugfabriken zu stoppen. Nach dem zahlreichen Rückrufen wurde nach Inspektionen von mehr als 1.700 Fabriken inspiziert. Dabei wurde 423 Fabriken die Exportlizenz entzogen, 341 weitere dürfen vorläufig kein Spielzeug mehr ausführen weitere 690 Unternehmen müssen Verbesserungen vornehmen. Nur 16 Prozent der Fabriken bestanden die Untersuchungen ohne Probleme.

Zuletzt wurde eine Halloween-Verkleidung zurückgerufen, weil die Farbe der Zähne die vorgeschriebenen amerikanischen Höchstwerte für den Bleigehalt um rund hundert Prozent überschritt. Der japanische Hersteller Tomy, der etwa die „Transformers“ und „Thomas, die Lokomotive“ herstellt, erwägt bereits seinen Produktionsanteil in China in den kommenden drei Jahren von 90 Prozent auf unter 40 Prozent zu senken.

Vorsichtige Investoren sollten daher ihre China-Engagements überprüfen und ihre Depot-Struktur anpassen. Besser ist es, die letzten Prozentpunkte Rendite zu verpassen, als einen Großteil davon wieder zu verlieren.

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