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Agrarrohstoffe : Gewinnen mit steigenden Agrarpreisen

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Bild: OECD-FAO Agricultural Outlook 2008-2017

Trotz Wirtschaftskrise sehen viele Experten die Preise für Agrarrohstoffe und Agrarland langfristig steigen. Darauf setzen auch die Initiatoren des Agroyield Südosteuropa Index-Zertifikats. Doch geschlossene Produkte wie dieses haben ihre Tücken.

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          Vielen interessant klingenden Anlageideen haben die Finanzkrise und der Bärenmarkt den Garaus gemacht. Auch der Anlagetipp, sich im Agrarrohstoffbereich zu engagieren, ist zuletzt längst nicht so aufgegangen wie erhofft. Trotz der Rückschläge finden sich noch immer gewichtige Fürsprecher.

          Auf der Agrarrohstoffwelle reiten unter anderem die Anbieter Alceda, Structured Solutions und Agroyield. Gemeinsam bietet sie derzeit noch bis zum 15. Mai das so genannte Agroyield Südosteuropa Index Zertifikat (Isin XS0397379909) zur Zeichnung an, dessen Wertentwicklung sich nach dem eigens geschaffenen Agroyield Südosteuropa Index richtet. Dieser Index wiederum ist an die Wertentwicklung des geschlossenen Fonds Agroyield Danube GmbH & Co KG gekoppelt. Die Aufgabe des Managements übernimmt die Agroyield GmbH, die als persönlich haftende Gesellschafterin fungiert.

          Wette auf Angleichung der Agrarpreise in der EU

          Wie in der Produktbroschüre beschrieben, basiert der Grundgedanke auf der Annahme, dass durch den erwarteten Anstieg der Weltbevölkerung sowie dem verstärkten Einsatz von Bioenergie die Nachfrage nach Agrargütern zunehmen wird. Einer anziehenden Nachfrage stehen indes auf der Angebotsseite Probleme wie eine zunehmende Urbanisierung, der Klimawandel und eine nicht selten falsche Bewirtschaftung gegenüber.

          Beim Agroyield Südosteuropa Index Zertifikat kommt hinzu, dass es aufgrund der EU-Osterweiterung für besonders attraktiv gehalten wird, in Länder zu investieren, die zwar über gute Anbaubedingungen, aber noch keinen modernen Landwirtschaftssektor verfügen und von den Vorteilen der EU profitieren können.

          Deshalb sollen zunächst landwirtschaftliche Flächen in Rumänien, später auch in Serbien und Moldawien erworben werden, sobald sich die Aussichten dieser Länder auf eine EU-Mitgliedschaft konkretisieren. Die Flächen will die Beteiligungsgesellschaft Agroyield anschließend verpachten oder selbst bewirtschaften. Folglich ist es das Ziel, Gewinne über Pachteinnahmen und Erfolgsbeteiligungen zu erzielen. Zudem hoffen die Initiatoren auf steigende Preise bei den erworbenen Ackerflächen, da die Agrargrundstückspreise in den Zielländern im europäischen Vergleich noch als sehr niedrig gelten.

          Erhöhte Risiken

          Zeit, um genügend Gewinne für die Anleger zu erwirtschaften, ist bis zum Juni 2014, denn dann läuft das Zertifikat aus. Allerdings gilt dies nur dann, wenn die Agroyield Danube GmbH & Co. KG in der Laufzeit nicht in eine GmbH & Co. KG auf Aktien umgewandelt wird. Denn bei dieser Konstellation gibt es bei der Wandlung als Ersatz für die Zertifikate Aktien der GmbH & Co. KGaA.

          In der Vermarktung des Zertifikates, das von der Alceda Star S.A. aus Luxemburg emittiert wird, weisen die Initiatoren darauf hin, dass aufgrund einer Besonderheit des Luxemburger Verbriefungsgesetzes bei diesen Zertifikaten unter Nutzung einer „Compartment-Struktur“ ein für den Investor stark verringertes Emittentenausfallrisiko besteht.

          Laut Prospekt kann und wird die Emittentin ihre Zahlungsverpflichtungen in Bezug auf die Zertifikate nicht aus sonstigen Vermögenswerten und Geldmitteln erfüllen, sondern aus den Vermögenswerten des „Compartments 7“, so dass es sich praktisch um eine besicherte Anleihe handelt. Das bedeutet indes auch, dass kein Rückgriff auf den Emittenten möglich ist, wenn die Vermögenswerte des „Compartments 7“ zur Bedienung der Verpflichtungen nicht ausreichen sollten.

          Fehlende Ausstiegsmöglichkeiten

          Wer sich für ein Investment interessiert, der lässt sich auch auf eine Managementgebühr von 2 Prozent plus 20 Prozent Erfolgsgebühr für Erträge über 8 Prozent auf Fondsebene ein. Hinzu kommt eine Verwaltungsgebühr von 0,65 Prozent für das Zertifikat. Ferner fallen Gebühren für die Einrichtung und Verwaltung eines Compartments an, die Alceda nicht näher beziffert.

          Zu beachten ist auch, dass das Zertifikat nicht vorzeitig zurückgegeben werden kann und auch nicht an der Börse notieren werden soll. Die fehlende Ausstiegsmöglichkeit erhöht natürlich die Risiken. Denn wie gerade erst die jüngere Vergangenheit gezeigt hat, gibt es keine Garantie dafür, dass alle Anlageideen auch tatsächlich aufgehen, selbst dann, wenn sie noch so gut klingen sollten.

          In Bulgarien haben beispielsweise Reits, die sich auf den Kauf und die Verpachtung von landwirtschaftlichen Flächen spezialisiert haben, im Gleichschritt mit dem Aktienmarkt in den vergangenen Monaten massiv an Wert verloren.

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