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Fonds-Analyse : Spanien - Börse mit Eigenheiten

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          1 Min.

          „In Spanien gibt es einige Umstände, die ganz anders sind als etwa in Deutschland. Deswegen kann man das dortige Börsengeschehen nicht so einfach mit dem hiesigen vergleichen“, erläutert DWS-Fondsmanager Martin Schneider die Besonderheiten des Madrider Aktienmarktes.

          Recht hat der DWS-Mann. Wird doch das Madrider Marktbarometer, der Aktienindex IBEX 35, von nur drei bis vier großen Werten beherrscht. Allein der Telekommunikations-Riese Telefonica kommt inklusive Beteiligungen auf eine Index-Gewichtung von 30 Prozent. Die beiden Banken Santander und Banco Bilbao haben jeweils einen Index-Anteil von 15 Prozent.

          Strenge Regeln für deutsche Fonds

          Verständlich, dass ein Fondsmanager angesichts dieser Dominanz von einigen wenigen Unternehmen Probleme bekommen kann. Die rechtlichen Vorgaben des deutschen KAGG (Gesetz über Kapitalanlage-Gesellschaften) sind relativ strikt. So darf ein Einzelwert nicht mehr als zehn Prozent Anteil am Gesamtvermögen eines Fonds haben. Und alle Titel, die eine höhere Quote als fünf Prozent aufweisen, dürfen zusammengenommen höchstens 40 Prozent des Fondsvermögens ausmachen.

          Allein schon auf Grund der Dominanz von Telefonica und den beiden genannten Finanzwerten im IBEX 35 kann sich ein Fondsmanager wie Martin Schneider deshalb nur wenig am Index orientieren. Die Folge: Sobald das Marktbarometer, wie in den vergangenen Wochen geschehen, enorm zulegt, schneiden aktiv gemanagte Aktienfonds schlechter ab als reine Index-Produkte.

          Überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum

          „Aber Spanien hat eine weitere Besonderheit“, betont Schneider. Dort habe es viel früher als in Deutschland die Konsolidierung des Bankensektors gegeben. Den großen Finanzhäusern gehe es wirklich gut. Sie deckten praktisch den gesamten spanischen Markt ab. Allgemein glänze das Land mit einem überdurchschnittlichen Wirtschaftswachstum, das sich langsamer als anderswo abschwäche. Schneiders Begründung: „Das liegt an dem immer noch bestehenden enormen Nachholbedarf nach den Jahren der Diktatur. Das gilt sowohl für Spanien als auch für Portugal.“

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