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Folge der Krise : Globale Schulden steigen auf 100 Billionen Dollar

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Die Regierungen haben viel Geld in ihre Banken gepumpt. Bild: dpa

Im Zuge der Finanzkrise haben die Regierungen enorme Beträge in das Bankensystem gepumpt, um eine weitere Eskalation zu vermeiden. Der weltweite Schuldenberg hat deshalb massiv zugenommen.

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          Seit der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise haben sich die weltweiten Schuldenberge nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) weiter massiv aufgetürmt. Mitte des vergangenen Jahres habe das Volumen aller im Umlauf befindlichen Schuldtitel schätzungsweise 100 Billionen Dollar (72 Billionen Euro) betragen, heißt es in dem am Sonntag veröffentlichten Quartalsbericht der Dachorganisation der Notenbanken. Zum Vergleich: Vor der Lehman-Pleite 2008 hatte der Schuldenberg laut BIZ-Schätzungen im Jahr 2007 ein Volumen von etwa 70 Billionen Dollar.

          Ein wesentlicher Grund für den starken Anstieg der Verschuldung waren die deutlich höheren Staatsausgaben. Zum Teil mussten die Regierungen hohe Beträge in das Bankensystem pumpen, um eine weitere Eskalation der Krise nach dem Zusammenbruch der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers zu vermeiden. Hinzu kommen die Konjunkturprogramme in verschiedenen Staaten, um nach der Krise die Wirtschaft wieder anzuschieben. Den Bestand der staatlichen Schuldtitel beziffert die BIZ bis Mitte Juni 2013 auf 43 Billionen Dollar. Dies seien etwa 80 Prozent mehr staatliche Schulden weltweit als Mitte 2007. In den Jahren 2007 bis 2013 hätten sich zudem die Unternehmensanleihen in ähnlichem Tempo ausgeweitet - allerdings von einem niedrigeren Ausgangsniveau auf nun 10 Billionen Dollar.

          Im Vergleich zu früheren Jahren werden die meisten Anleihen nun von heimischen Gläubigern gehalten. „Dies deutet darauf hin, dass die Globalisierung der Portfolios nach der Krise zum Teil rückgängig gemacht wurde“, kommentierten die BIZ-Experten.

          Auch der Bankensektor wird nach Einschätzung der „Zentralbank der Zentralbanken“ aus Basel zunehmend nationaler. Die Finanzinstitute vertrauten sich über die Grenzen hinweg immer weniger und würden auch weniger Kredite im Ausland vergeben. Die grenzüberschreitenden Forderungen der Finanzinstitute sind im dritten Quartal 2013 abermals gesunken, wie aus dem BIZ-Bericht hervorgeht. Die Forderungen der Banken untereinander gingen dabei so stark zurück wie seit dem zweiten Quartal 2012 nicht mehr - am deutlichsten in Europa.

          Gerade nach der Pleite der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 ist das Vertrauen der Banken untereinander deutlich geringer geworden. Notenbanken weltweit mussten mit Notmaßnahmen dafür sorgen, dass die Banken liquide blieben. Die bis zur Krise gut funktionierenden Geldmärkte waren teilweise zum Stillstand gekommen.

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