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Folge der Aktienrallye : Dieser Fonds verdient 90 Milliarden in drei Monaten

Sumo-Ringer in einem Schrein in Tokio: Ein so gutes Quartal hat der japanische staatliche Rentenfonds noch nie geschafft. Bild: AP

Der größte Pensionsfonds der Welt hat ein Rekordquartal hinter sich. Das liegt daran, wie er seit einiger Zeit anlegen darf. Und am neuen amerikanischen Präsidenten.

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          Der größte Pensionsfonds der Welt, Japans staatlicher Altersvorsorgefonds, hat das Quartal von Oktober bis Dezember mit einem Rekordergebnis abgeschlossen. Als Folge des Aktienkursanstiegs nach der Wahl in den Vereinigten Staaten steigerte der Fonds seinen Anlagewert um 10,5 Billionen Yen (87,5 Milliarden Euro).

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Damit profitieren Japans Rentner direkt vom Wahlsieg Donalds Trumps in Amerika. Trump schlägt dabei auch den japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe. Denn das bisher beste Ergebnis hatte der Fonds im ersten Quartal 2013 erzielt, als kurz nach dem Wahlsieg Abes die Erwartungen auf die expansive Geldpolitik die Aktienkurse trieben.

          Als nächstes in Trumps Infrastruktur?

          Dieser Vergleich hinkt ein wenig, war unter Abe dem Pensionsfonds im Herbst 2014 doch erlaubt worden, deutlich mehr in Aktien und ausländische Aktien zu investieren. Der seither erfolgte Kurswechsel zu riskanteren aber erfolgversprechenderen Anlagen begünstigt bei Aktienrallyes neue Rekordhochs. Die Gewinne sind weitgehend Buchgewinne, weil sie unter anderem auf womöglich vergänglichen Aktienkurssteigerungen beruhen.

          Für den Fonds ist das Rekordergebnis dennoch eine Erleichterung. Das vergangene Geschäftsjahr hatte der Fonds sozusagen direkt nach der Änderung der Anlagestrategie mit einem niedrigeren Wert abgeschlossen, weil die Aktienkurse nachgaben.

          In der für Rentenfragen langfristigen Betrachtung sind solche Buchverluste zwar weitgehend irrelevant, wenn sie sich nicht zum Trend auswachsen. Der Fonds stand in Japan nach dem Minusjahr dennoch heftig unter Kritik.

          Der staatliche Pensionsfonds erreichte im Zeitraum von Oktober bis Dezember eine Rendite von 8 Prozent und steigerte seinen Wert auf 144,8 Billionen Yen (1,2 Billionen Euro). Ausländische und heimische Aktienanlagen steuerten in etwa eine gleich hohe Rendite bei. In einer Art Dankeschön an Trump erwägt die Regierung in Tokio Investitionen des in seinen Anlagen unabhängigen Pensionsfonds in amerikanische Infrastruktur.

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