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Financial Intelligence Unit : Zahl der Verdachtsfälle auf Geldwäsche steigt auf Rekordhoch

  • Aktualisiert am

Bargeld in 500-Euro-Scheinen Bild: dpa

Die Anti-Geldwäsche-Einheit des Bundes hat im Jahr 2018 so viele Verdachtsmeldungen erhalten wie noch nie. Bei einem großen Teil davon gibt es Anhaltspunkte für Straftaten wie Terrorfinanzierung.

          Die Verdachtsfälle auf Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sind einem Medienbericht zufolge im Jahr 2018 in Deutschland auf ein Rekordhoch gestiegen. Wie der „Tagesspiegel“ am Dienstag unter Berufung auf den ihm vorliegenden Jahresbericht der Anti-Geldwäsche-Einheit des Bundes berichtete, gingen vergangenes Jahr 77.252 entsprechende Meldungen ein. Im Jahr 2017 wurden der sogenannten Financial Intelligence Unit (FIU) 59.845 Fälle gemeldet, im Jahr davor waren es 45.597.

          Die FIU war Ende Juni 2017 vom Bundeskriminalamt unter das Dach des Zolls überführt worden. Seither untersteht sie damit dem Bundesfinanzministerium. Der Sitz der FIU ist in Köln. Dort wird der Jahresbericht am Dienstag offiziell vorgestellt .

          FIU-Chef Christof Schulte sagte dem „Tagesspiegel“, es sei ein Ziel des Gesetzgebers gewesen, „dass das Melde- und Informationsaufkommen bei der FIU weiter steigen soll. Denn es geht gerade darum, mehr Transparenz in diesen Bereich zu bringen.“

          Dem Bericht zufolge stammen die Verdachtsmeldungen vor allem aus dem Finanzsektor, aber auch von Wirtschaftsprüfern, Anwälten, Spielhallenbesitzern und in sehr geringer Zahl von Maklern und Notaren.

          Dem „Tagesspiegel“-Bericht zufolge wurden bei 58 Prozent der 2018 bei der FIU endgültig bearbeiteten Verdachtsmeldungen Anhaltspunkte für Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung oder sonstige Straftaten festgestellt, weshalb eine Abgabe zum Beispiel an das zuständige Landeskriminalamt erfolgte. Im Jahr 2017 wurden von den überprüften Verdachtsmeldungen 66 Prozent der Fälle an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden zur Bearbeitung weitergeleitet.

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