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Preissteigerung : Fitnessgeräte werden 13 Prozent teurer

In der Krise trainieren viele daheim. Bild: dpa

Trainingsgeräte für daheim wurden im Dezember deutlich teurer. Ansonsten ist die Inflation im vergangenen Jahr so niedrig gewesen wie seit 2016 nicht mehr. Das dürfte sich jetzt ändern.

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          Manche Dinge, die in der Corona-Pandemie besonders benötigt werden, steigen im Preis – viele andere, die man im Lockdown kaum braucht, werden eher billiger. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte, erhöhten sich beispielsweise die Preise für Fitnessgeräte im Dezember 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat um stolze 13,1 Prozent - und das trotz des zum 1. Juli 2020 gesunkenen Mehrwertsteuersatzes. Die Veränderungsrate des Verbraucherpreisindex insgesamt hingegen lag im Dezember bei minus 0,3 Prozent.

          Wer trotz geschlossener Fitnessstudios weiter trainieren wollte, konnte auch online  Fitnessgeräte für zu Hause kaufen. Bereits während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 stiegen die Preise für Heimtrainer, Laufband und Co. ungewöhnlich stark. In den Sommermonaten gingen die Preise für Fitnessgeräte leicht zurück, lagen aber immer noch deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Im Jahresdurchschnitt 2020 lagen die Preise für Fitnessgeräte um 7,9 Prozent über dem Vorjahr.

          Insgesamt gehörten Heimtrainer wie Ergometer, Laufband, Crosstrainer oder Kraftbank dem Statistischen Bundesamt zufolge bislang noch nicht zur Standardausstattung der privaten Haushalte in Deutschland. In rund 26 Prozent der privaten Haushalte stand am Jahresanfang 2020 mindestens eines dieser Heimtrainergeräte. In Haushalten, die in ihrem Eigentum wohnten, waren die Geräte mit einem Anteil von 36 Prozent am häufigsten zu finden. Paarhaushalte ohne Kind waren mit einem Anteil von 34 Prozent mit diesen Geräten ausgestattet.

          Insgesamt lag die Inflationsrate im vergangenen Jahr so niedrig wie seit 2016 nicht mehr. Im Jahresdurchschnitt lag sie nur bei 0,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag weiter mitteilte und damit eine erste Schätzung Anfang Januar bestätigte. Im Dezember sanken die Verbraucherpreise sogar um 0,3 Prozent zum Vorjahresmonat, blieben damit zum November-Wert unverändert und zugleich auf dem tiefsten Stand seit Januar 2015. Nach  dem Auslaufen der gesenkten Mehrwertsteuer rechnen Ökonomen für Anfang 2021 mit einem deutlichen Anstieg bei der Inflation. Der Ökonom Holger Schmieding erwartet einen Preissprung um einen Prozentpunkt.

          Die Bundesregierung hatte die Mehrwertsteuer von Juli bis Ende 2020 von 19 auf 16 Prozent gesenkt, um Konsum und Wirtschaft in der Corona-Krise anzukurbeln. Wegen der Rezession konnten viele Unternehmen bei ihren Kunden steigende Preise nur schwer durchsetzen. Die Verbraucher profitierten 2020 auch von der günstigen Energie, die 4,8 Prozent weniger kostete als 2019. So war Tanken im Schnitt fast zehn Prozent billiger, Heizöl kostete knapp 26 Prozent weniger. Ohne die Energie hätte die gesamte Inflation im vorigen Jahr bei 1,1 Prozent gelegen.

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