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Fintechs buhlen um Talente : Homeoffice auf Teneriffa

Ein Strandbüro mit Meerblick einem tropischen Strand: Ein Arbeitsmodell für die Fintech-Welt? Bild: Picture-Alliance

Im Kampf um den Nachwuchs bieten einige Finanz-Start-ups ihren Mitarbeitern bezahlte Sabbaticals. Oder die Möglichkeit, im Ausland zu arbeiten. Und noch einiges mehr.

          2 Min.

          Im Kampf um junge neue Talente ziehen Finanz-Start-ups alle Register. Während in vielen Banken-Bürotürmen das einzige Highlight im Büro aus einer Kaffeeküche mit Obstkorb besteht, erwarten Mitarbeiter bei Fintechs nicht nur einen eigenen Barista, sondern auch Tischkicker, Yoga-Kurse – und neuerdings auch die Möglichkeit, von überall aus zu arbeiten. In dieser Woche hat die britische Neobank Revolut bekanntgegeben, dass Mitarbeiter bis zu 60 Tage im Ausland arbeiten dürfen.

          Antonia Mannweiler
          (mann), Wirtschaft

          Neben der Homeoffice-Regelung, die den Mitarbeitern theoretisch auch ermöglicht, für immer von zu Hause aus zu arbeiten, kommt der neuen Regelung gerade in der Pandemie eine neue Bedeutung zu. „Nach einem Jahr hinter verschlossenen Türen glauben wir, dass diese neue Richtlinie zum großen Erfolg unter unseren Revoluters wird“, sagt dazu Jim MacDougal von Revolut, der für das Personal verantwortlich ist.

          Wunsch, im Ausland zu arbeiten

          Von den knapp 2000 Mitarbeitern des britischen Konzerns haben immerhin 92 Prozent in einer internen Befragung angegeben, dass sie die flexibleren Arbeitsformen als positiv wahrgenommen hätten. Die Regelung wurde auch als Folge einer internen Revolut-Umfrage eingeführt, viele der internationalen Mitarbeiter hatten den Wunsch geäußert, auch vom Ausland aus arbeiten zu können.

          Auch Chiara Baroni, eine Mitarbeiterin Revoluts, erreicht man aus sonnigen Gefilden. Sie sitze gerade in einem Café auf Teneriffa und arbeite von dort, erzählt sie am Telefon. Ihre Arbeit leide dadurch nicht, ganz im Gegenteil. Sie sei produktiver, könne auf der Terrasse arbeiten oder morgens am Strand Sport machen. Man habe einfach mehr Zeit und Energie zum Leben und zu Arbeiten, findet Baroni. Auf der Insel sehe sie derzeit viele aus der Tech- oder Fintech-Szene.

          Im starken Kontrast dazu steht die traditionelle Banking-Welt. Erst kürzlich hat eine interne Umfrage unter Analysten der Investmentbank Goldman Sachs, die nach außen gedrungen ist, für Furore gesorgt. Dort hatten sich die Jungbanker über „unmenschliche“ Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten von über 100 Stunden beklagt.

          In einem Zitat schrieb ein Banker, dass er keine Angst vor Arbeitslosigkeit hätte, aber davor, was mit seinem Körper passiere, wenn er diesen Lifestyle fortführe. Von flexiblen Arbeitsformen hält der Goldman-Chef wenig. Auf einer Konferenz nannte David Solomon das Homeoffice „eine Verirrung, die wir so schnell wie möglich korrigieren werden“.

          Sechs Wochen bezahltes Sabbatical

          Viele Fintechs sehen das freilich anders. Der britische Überweisungsdienstleister Wise mit 2400 Mitarbeitern aus 70 Nationen hat seine Richtlinie für mobiles Arbeiten bereits im vergangenen Jahr von 30 auf 90 Tage aufgestockt. Mitarbeiter können damit bis zu drei Monate lang in einem anderen Land arbeiten. Diese hätten damit die Möglichkeit, das Arbeiten und Leben auch in einem anderen Land zu genießen, das sie nicht kennen – oder die Familie zu besuchen und bei ihr zu sein, heißt es von Wise dazu.

          Wer zudem länger als vier Jahre bei Wise arbeitet, erhält neben dem Jahresurlaub ein bezahltes Sabbatical von sechs Wochen. Zusätzlich gibt es noch 1000 Pfund oben drauf. Nach vier weiteren Jahren haben Mitarbeiter dann abermals einen Anspruch auf ein Sabbatical.

          Vier-Tage-Woche bei Fintech-Einhorn

          Das Berliner Fintech-Einhorn Mambu bietet dagegen allen Mitarbeitern von Juni bis Ende August eine Vier-Tage-Arbeitswoche an. Flexible Homeoffice-Regelungen gibt es selbstverständlich auch. Das wertvollste europäische Fintech, der schwedischen Zahlungsdienstleister Klarna, zeigt sich offen für diverse Mitarbeiter-Begünstigungen. So übernimmt das Unternehmen etwa die Kosten für eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio, oder für die Notfall-Betreuung von Kindern.

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