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Partnerschaften : Trau, schau, wem!

Der Kurs des Bitcoin ist drastisch gefallen, das bringt Firmen rund um die Kryptowährung in Schwierigkeiten. Bild: Reuters

Finanzinstitute tragen eine hohe Verantwortung, wenn sie ihren Kunden Produkte von anderen Anbietern vermitteln.

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          Ein Kunde geht zum Fintech seines Vertrauens und investiert in ein Produkt mit dem wohlklingenden Namen „Bitcoin Ertrags­konto“. Seine Digitalersparnisse landen in den USA und werden dort im Zuge einer Insolvenz eingefroren. Das Einzige, was im Briefkasten landet, sind Schreiben des Insolvenzverwalters, an denen gemessen die deutschen Steuererklärungsformulare noch leicht verständlich sind.

          Sicher, die Zusammenarbeit des Fintechs Nuri mit der US-Kryptobank Celsius war wohl nicht ausschlaggebend für die Insolvenz des Berliner Fintechs. Gleichwohl, das Geschäftsgebaren ist fragwürdig, aber bei Weitem nicht nur auf Fintechs begrenzt. Man erinnere sich nur daran, dass auch Banken und Sparkassen ihre Kunden an Zinsportale verwiesen. Am Ende landeten die Kundeneinlagen, die die Institute damals nicht wollten, beispielsweise bei der Greensill Bank.

          Das Ende ist bekannt – das Institut wurde insolvent, zumindest die privaten Sparer wurden entschädigt – auf Kosten aller Kunden deutscher Privatbanken. Sicher: Je höher die Rendite, je höher das Risiko – das sollte jeder Anleger wissen. Aber für Fintechs wie klassische Banken gilt gleichermaßen: Bevor man seine Kunden in die Hände sogenannter Partner treibt, sollten deren Geschäftsmodell und auch die Geschäftsbedingungen ganz genau geprüft werden.

          Sonst wird im Schadensfall nicht zuletzt ein Vertrauensverlust riskiert. Und ohne Vertrauen der Kunden kann keine Bank, kein Fintech überleben.

          Archibald Preuschat
          Redakteur in der Wirtschaft

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