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Fintech-Expansion : Raisin startet in Amerika

Chef und Mitgründer von Weltsparen, Tamaz Georgadze Bild: WeltSparen

Die Krise hat das Wachstum einiger Finanz-Start-ups gebremst. Das in Deutschland auch unter der Marke Weltsparen bekannte Zinsportal aber sieht Chancen in Amerika, wo Banken gerade das Einlagengeschäft ausweiten.

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          Die Corona-Krise hat dem Wachstum vieler Fintechs einen Dämpfer versetzt. Für einige Unternehmen ist sie dagegen eine Chance, so auch für das Berliner Fintech Raisin, das nun in den Vereinigten Staaten mit einer Banksoftware an den Start geht. „Dass zu dem Zeitpunkt, an dem wir unseren Start bekanntgeben, Covid-19 wütet, war natürlich nicht geplant“, sagt Tamaz Georgadze, einer der Gründer von Raisin. Doch sei das Interesse der amerikanischen Banken an dem Fintech zuletzt deutlich gestiegen.

          Antonia Mannweiler
          (mann), Wirtschaft

          Das Finanz-Start-up, das seine Plattform in Deutschland unter dem Namen Weltsparen betreibt, hatte sich mit der Übernahme des spanisch-amerikanischen Technologieunternehmens Choice Financial Services, nun Raisin Technology, zu Beginn des Jahres auf die Expansion in den amerikanischen Markt vorbereitet. Damit liefert Raisin Finanzinstituten eine Software, mit der individuelle Sparprodukte angeboten werden sollen.

          Von Krediten zu Einlagen

          Der Schwerpunkt der amerikanischen Banken habe sich verlagert, so Raisin-Chef Georgadze, von Krediten zu Einlagen – ein Wachstumsmarkt. So habe der Einlagenmarkt laut der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) im Verlauf der Corona-Krise um 1,5 Billionen Dollar zugenommen, also um 10 Prozent von 13,5 auf 15 Billionen Dollar.

          Durch die Integration der Software von Raisin steige die Flexibilität der Banken, sagt Georgadze. Auch könnten die Finanzinstitute ihren Kunden eine größere Produktpalette anbieten. Das hieße etwa, dass sich das Angebot der Zinsprodukte erhöhe, die Laufzeit variabel anpassbar werde oder gestaffelte Zinsen möglich seien. Die Technologie, die derzeit noch im Hintergrund vieler Banken ablaufe, sei in vielen Fällen immer noch aus den Neunziger Jahren, sagt Georgadze. Dagegen erlaube Raisins AHP, Lösungen in „Realtime“ anzupassen, so der Gründer, ein großer Vorteil wie er betont.

          Eigene Zinsplattform in Amerika

          Noch kooperiert Raisin nur mit einer amerikanischen Bank, bis Ende des Jahres sollen es aber mindestens fünf Banken werden, so Georgadze. Eine eigene Zinsplattform wie in Deutschland gebe es in Amerika nicht. Noch sei man „nur“ ein Abwickler im Hintergrund – aber „klar, die Überlegung gibt es auf jeden Fall“, betont Georgadze. In der Zukunft wolle man einen eigenen Marktplatz aufbauen, schließlich könne man so von den Netzwerkeffekten profitieren. Dafür gebe es aber noch keinen Zeitplan.

          Über die eigentliche Kernmarke, die Zinsplattform, erhalten Anleger einen Überblick über die Einlagezinsen von rund 91 verschiedenen Banken in Europa und können ihr Geld direkt bei diesen anlegen. Damit hat im Jahr 2012 gegründete Fintech Raisin nach eigenen Angaben rund 23 Milliarden Euro Spareinlagen für seine mehr als 250.000 Kunden anlegen können.

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