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Finanzplatz in Not : Hört die Signale!

  • -Aktualisiert am

Impfstoffhoffnung: Curevac aus Tübingen hat sich im Sommer 2020 das nötige Geld in New York an der Börse geholt Bild: AP

Amsterdam, New York und Hongkong drohen der Deutschen Börse den Rang abzulaufen. Die deutsche Politik sollte aufwachen, bevor es zu spät ist.

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          Was ist ein Marktplatz ohne Besucher? Eine trübe Veranstaltung. Und ein Marktplatz ohne Anbieter auch. Insofern muss die Deutsche Börse aufpassen, nicht zu einer solch trüben Veranstaltung zu werden. Börsenchef Theodor Weimer nutzte die Bilanzpressekonferenz seines Unternehmens fast schon für einen Hilferuf, mindestens aber für einen Appell: Bitte erstickt uns nicht in Vorschriften und Bürokratie!

          Die Börsenlandschaft ist in Bewegung. London muss nach dem Brexit um seine Pfründe fürchten. Amsterdam buhlt mit liberalen, pragmatischen Lösungen um Kunden. New York ist in dieser Hinsicht immer schon stark und greift nicht zuletzt mittels der wieder in Mode gekommenen Spacs nach deutschen börsentauglichen Unternehmen. Frankfurt darf sich hier nicht abhängen lassen.

          Die Verantwortung dafür liegt nicht nur bei der Börse selbst. Die Regulatoren müssen jede Vorschrift, ob neu oder alt, doch bitte noch einmal genau auf ihre Sinnhaftigkeit und ihre Auswirkungen im internationalen Wettbewerb durchleuchten. Schikanen für die böse Finanzindustrie sind heikel. Ist erst die Börsennotiz und damit die Finanzierung im Ausland, folgen die Arbeitsplätze vielleicht bald darauf.

          Daniel Mohr

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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