https://www.faz.net/-gv6-9ic8f

Aktie steigt : Zwischenerfolg im Glyphosat-Prozess lässt Bayer-Anleger hoffen

  • Aktualisiert am

Hat einen Teilerfolg vor Gericht errungen: Das Chemieunternehmen Bayer Bild: dpa

Im anstehenden Prozess um den Unkrautvernichter Glyphosat hat sich Bayer durch das Urteil eines amerikanischen Bezirksrichters eine günstigere Ausgangslage verschafft. Die Titel des Chemieunternehmens steigen um mehr als 4 Prozent.

          Die Entscheidung eines amerikanischen Richters mit Blick auf anstehende Glyphosat-Verfahren hat am Freitag bei den Aktionären von Bayer die Angst vor Milliardenrisiken durch Klagen wegen des Unkrautvernichters gemildert. Die Papiere des Agrarchemie- und Pharmakonzerns stiegen am Vormittag als Favorit im Dax um 4,4 Prozent auf 63,45 Euro.

          So gab der Richter einem Antrag von Bayer statt, einen im Februar anstehenden Prozess sowie den Prozess zweier weiterer Klagen in zwei Phasen aufzuteilen. So könnten Vorwürfe der Manipulation der öffentlichen Meinung gegen die Bayer-Tochter Monsanto nicht zu Prozessbeginn angeführt werden, teilte Analyst Michael Leuchten von der UBS mit. Denn in der ersten Phase müssten die Kläger-Anwälte zeigen, dass Glyphosat tatsächlich den Krebs ihrer Mandanten verursacht habe. Nur dann könnten auch mutmaßliche Beweise für die angebliche Beeinflussung der Regulierungsbehörden vorgelegt werden.

          Bayer begrüßt die Entscheidung des Richters laut einem Sprecher. Der Schritt dürfte zur Versachlichung der Diskussion beitragen, sagte er. Infolge der Entscheidung werde für die betroffenen, wegweisenden Prozesse nun ein anderer Standard angelegt als zuvor, teilte UBS-Experte Leuchten mit. So müsse nun mit der Frage an die Geschworenen herangetreten werden, ob alle möglichen anderen Ursachen für die Leukämien der Kläger als Grund der Erkrankungen wirklich ausgeschlossen werden könnten.

          Bayer bestreitet Vorwürfe

          Grundsätzlich hält der Experte eine Einigung von Bayer mit Glyphosat-Klägern für das wahrscheinlichste Szenario. Schließlich sei das mit Blick auf Pharmakonzerne ein durchaus übliches Vorgehen. Leuchten setzt dafür im Negativszenario für die Aktien einen Betrag im mittleren einstelligen Milliarden-Euro-Bereich an. Das wären rund 5 Euro je Aktie. So liegen in den Vereinigten Staaten zahlreiche Klagen von rund 9300 Klägern wegen angeblich verschleierter Krebsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat vor.

          Bayer bestreitet die Vorwürfe und geht zudem gegen ein Urteil aus dem Jahr 2018 vor, in dem einem Kläger hohe Schadenersatzzahlungen zugesprochen worden waren. Der Bayer-Kurs war seit dem Urteil im August um mehr als 37 Prozent eingebrochen bis auf 58,34 Euro Ende 2018, da Investoren schwer kalkulierbare Milliardenrisiken fürchten. Angesichts der aktuellen Kurserholung zeichnete sich damit eine Fortsetzung der Bodenbildung ab.

          Weitere Themen

          Verwaltetes Vermögen schrumpft

          Fondsgesellschaften : Verwaltetes Vermögen schrumpft

          Das von Fondsgesellschaften verwaltete Vermögen ist in Deutschland im vergangenen Jahr erstmals wieder gesunken. Deutlich negativ fällt die Bilanz vor allem bei einem Kundenkreis aus.

          Bundesbank zieht rote Linien für Libra & Co.

          Digitales Geld : Bundesbank zieht rote Linien für Libra & Co.

          Die Bundesbank sieht großes Potential für Facebooks Libra und andere Digitalwährungen. Diese müssten jedoch den Zielen der Geldwertstabilität folgen und die Regeln für einen fairen Wettbewerb einhalten.

          Topmeldungen

          Gefährliche Hitzewelle : Amerikas Sommer der Extreme

          In vielen Gegenden Amerikas herrschen derzeit gefährlich hohe Temperaturen. Städte wie New York müssen sich in Zukunft auf noch extremere Sommer einstellen, warnen Klimaforscher.
          Weiß, was uns fehlt: ARD-Hauptstadtkorrespondentin Kristin Joachim.

          Klimahysterie im Ersten : Wir müssen gezwungen werden!

          Von der ARD lernen heißt, gehorchen lernen. Den Eindruck bekommt man, wenn man abends die „Tagesthemen“ einschaltet oder morgens das Radio. Da werden Vorschriften gemacht, dass es nur so kracht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.