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Zinswende in Amerika : Trump erhöht noch einmal den Druck auf die Fed

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Zwei die sich nur bedingt mögen: Notenbankchef Jerome Powell (links) und Präsident Trump. Bild: AP

Handelskonflikte und Konjunktursorgen zwingen die Fed zum Eingreifen. Mit der ersten Zinssenkung seit einem Jahrzehnt will Amerikas Notenbank die Wirtschaft stabilisieren. Doch dem Präsidenten genügt das nicht.

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          Unmittelbar vor einer weithin erwarteten Absenkung des Leitzinses hat Präsident Donald Trump seine scharfe Kritik an der amerikanischen Notenbank erneuert. Die für Mittwoch erwartete Bekanntgabe einer Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte sei nicht genug, es brauche „eine große Absenkung“, erklärte Trump. Die Federal Reserve müsse auch ihre Anleihenkäufe wieder ausweiten, forderte er am Dienstag in Washington. Diese herunterzufahren und gleichzeitig die Zinsen zu erhöhen, sei „ein großer Fehler“ gewesen, so Trump weiter.

          An den Finanzmärkten rechnet man wegen der von Trump angezettelten Handelskonflikte und zunehmender Sorgen um die Konjunktur mit der ersten Zinssenkung der Fed seit einem Jahrzehnt. Sollte es wie erwartet zu einer Senkung um 0,25 Prozentpunkte kommen, würde die Leitzinsspanne künftig bei 2 bis 2,25 Prozent liegen. Analysten zufolge will die Fed mit ihrem Schritt eine drohende Abschwächung der seit nunmehr zehn Jahren wachsenden Wirtschaft in Amerika auffangen. Die Entscheidung der Fed wird für Mittwochabend erwartet (20.00 Uhr MESZ).

          Die Zinswende dürfte den Finanzmärkten und der amerikanischen Konjunktur neuen Schwung verleihen. Der Schritt markiert auch eine Zäsur der Geldpolitik Amerkas: Im Zuge der verheerenden globalen Finanzkrise 2008/2009 senkte die Notenbank aggressiv die Zinsen, um die heimische Wirtschaft zu stabilisieren. Erst im Jahr 2015 begann sie, den Leitzins wieder sukzessive zu erhöhen. Allein im vergangenen Jahr gab es vier Erhöhungen.

          Mit einer Zinssenkung kommt die unabhängige Notenbank auch ihrem prominentesten Kritiker - Präsident Trump - entgegen. Er äußert seit Monaten öffentlich harsche Kritik am Kurs der Notenbank und fordert niedrigere Zinsen. Er hatte die Fed als „völlig ahnungslos“ und als „hartnäckigstes Problem“ der Wirtschaft bezeichnet.

          Was für Signale sendet die Fed?

          Notenbankchef Jerome Powell hatte zuletzt öffentlich eine Lockerung der Geldpolitik ins Spiel gebracht. Das Wachstum der Wirtschaft in Amerika ist noch robust, verlangsamt sich aber. Die Arbeitslosenquote lag im Juni bei nur 3,7 Prozent. Die Inflation indes liegt konstant unter dem Ziel der Notenbank von zwei Prozent. Einige Analysten argumentierten daher, es bräuchte eigentlich eine Zinssenkung um 0,5 Prozentpunkte, um die Inflation nachhaltig anzukurbeln.

          Investoren warteten daher auch mit Spannung auf die Aussagen Powells bei einer Pressekonferenz nach der Zinsentscheidung: Wird die Notenbank für die kommenden Monate weitere Zinssenkungen signalisieren oder wird sie eher zur Gelassenheit mahnen?

          Experten sorgen sich wegen zahlreicher Handelskonflikte insbesondere um die globale Konjunktur. Vor allem der Handelskrieg zwischen Amerika und China, den zwei größten Volkswirtschaften der Welt, bremst die globalen Wachstumsaussichten. Zudem erwägt Trumps Regierung weiter, Strafzölle auf den Import von Autos aus der EU zu verhängen.

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