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Immobilien : Teure Häuser

Steigende Zinsen bremsen den Hauspreisanstieg. Bild: dpa

Zum ersten Mal seit elf Jahren erhöht die EZB die Zinsen. Dass deswegen nun eine Immobilienblase platzt, dafür gibt es keine Anzeichen. Der große Preisverfall dürfte nicht vor der Tür stehen.

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          Was passiert mit Deutschlands Immobilienmarkt, wenn jetzt die Zinsen steigen? Platzt eine Blase, wie manche befürchten?

          Dafür gibt es bis jetzt keine Anzeichen. Gut möglich, dass die Preise nicht mehr so rasant steigen wie in der Vergangenheit. Zwischenzeitlich hatten schon Teile des Londoner Immobilienmarktes daran erinnert, dass alle Preise, die steigen, irgendwann auch wieder fallen können. Untersuchungen der Bundesbank haben zudem belegt, dass die extremen Niedrigzinsen die Immobilienpreise auch hierzulande künstlich in die Höhe getrieben haben. Wenn es da mit der Normalisierung der Geldpolitik der EZB auch eine gewisse Normalisierung der Hauspreisentwicklung gibt, ist das gut und vernünftig.

          Bei höheren Zinsen sind Immobilien weniger erschwinglich, zudem werden Alternativen der Geldanlage relativ attraktiver; beides sorgt dafür, dass steigende Zinsen die Immobilienpreisentwicklung eher bremsen. Gleichwohl bleiben Häuser und Wohnungen gerade in den umkämpften deutschen Ballungsräumen begehrt.

          In der Coronapandemie jedenfalls hat sich der Markt für Wohnimmobilien in Deutschland als relativ robust erwiesen. Zudem sorgt auch die Inflation dafür, dass Immobilien als Anlageobjekte nicht völlig uninteressant werden. Und nicht zuletzt sind die Zinsen trotz des jüngsten Anstiegs in historischer Sicht ja weiter niedrig; im Augenblick sind sie sogar niedriger als die Inflation.

          Das alles macht es eher unwahrscheinlichen, dass jetzt ein großer Preisverfall vor der Tür steht.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

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